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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-03-28 · Heft 13 (28.3.1840) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 13 (28.3.1840)
Date
1840-03-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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LV. Jahrgang. Allgemeine No. LZ. Zeitung -es Zudenthnms. Ein unpartheijsches Organ für alles jüdische Interesse. Redactrur: Verlag von Dr. Ludwig Philippsou, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concession) Leipzig, den 28. März 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — IS Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Italien. Rom. (Aus der Correspondnnce d’Italie des (katholischen) Reisenden Poujoulat.) Die Jüdische Bevölkerung der Stadt bildet eine Gemeinde, welche man „Universität" nennt; man hat dem Theile der Stadt auch den Namen Guetto (Larmen) gegeben, weil der Jude beim Beten so viel Lärmen macht. Der Guetto bildet eine kleine, von der großen katholischen getrennte Stadt, die Thore derselben werden am Morgen geöffnet und am Abend geschlossen. Dreitausend und sechshundert Juden sind in diesem kleinen, aus engen Straßen bestehenden Stadtviertel, in die kaum die Lust dringt, eingeschloffen. Sie leben alle vom Handel, welcher in Häuten, Leinwand und Wolle besteht. Die Lumpenhändler in Rom sind meistens Juden, und alle sür die Papiermühlen bestimmten Lumpen gehen erst durch ihre Hände. Die Jüdinnen des Guetto tragen keine Spur israelitischer Schönheit. Dieses arme Volk, das in allen päpstlichen Staaten sich ankaufen kann, ist in Rom von aller Möglichkeit des Grundbesitzes ausgeschlos-, sen. Deßwegen sind auch alle Juden in Rom Kaufleute, sind sie reich genug, um ohne Arbeit leben zu können, so suchen sie anderswo ein Unterkommen. Noch bis, zum vorigen Jahrhundert trugen sie auf dem Hute ein Unterscheidungszeichen; jetzt unterscheidet sie nichts mehr, als der ihnen ausgeprägte Character des Elends. Das römische Volk kommt mit ihnen in keine andere Berührung, als in Handelsgeschäften, denn noch immer scheint eine tiefe Kluft beide von einander zu trennen. Pius VII. und Pius VIII. thaten viel zur Verbesserung des Schicksals der Israeliten. Leo XII. war gegen sie, während Gregor XVI. sich ihnen gegenüber passiv verhält. Bei jeder neuen Papsternennung bringen die Juden dem Neuerwählten ein Geschenk, da der jetzige Papst Hebräisch kann, haben sie ihm Vorschriften zum Schönschreiben in dieser Sprache gebracht. Kein Jude kann zu einer Anstellung gelangen, auch haben sie nur Elementarschulen, da sie meinen, das Studiren führe .sie doch zu nichts. Ihre Armen sind jedoch in allen Hospitälern zugelaffen, denn die römische Barmherzigkeit fragt nicht nach dem Glaubensbekenntniß. In der Cholerazeit hatte man den Juden ein besonderes Hospital eingeräumt und die römischen Gefängnisse haben eigene Abtheilungen für sie. Die Bekehrungen unter ihnen sind sehr selten, und nur die ganz Armen werden Christen, in der Hoffnung, vielleicht dadurch ein besseres Schicksal zu erreichen. Von Zeit zu Zeit hält man den Juden eine Predigt in der kleinen Kirche St. Angelo, und 300 Jaden, welche vom Haupte der „Universität" gewählt werden, müssen diese Predigt anhören, die ein Dominikaner hält; das Auditorium besteht aber nur aus den Aermsten und Unwissendsten der Nation. Der sich bekehrende Jude wird in ein Conservato-

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