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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-03-07 · Heft 10 (7.3.1840) · p. Seite 133

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 10 (7.3.1840)
Date
1840-03-07
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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435 Tages - Conirole. Heber den Cid morc jndäico in Frankreich. — lieber den sächsischen Jndeneid. (FVersetzung ) (Als das Stillschweigen wieder hergestellt war, begann Hr. Crömieux wieder.) „Und nun," sagte er, „glaubet ihr, daß die französischen Israeliten unwürdig sind, gleichen Schrittes zu gehen mit den französischen Christen? Glaubet Ihr, daß wir nicht sagen könnten zu unfern Freunden: wünschet uns Glück! zu unseren Feinden: habet Achtung vor uns? Was macht es aus, daß es im Elsaß noch eine gewisse Zahl Juden giebt, in der untersten Classe des Volkes, welche sich als Fanatiker zeigen, weil sie unwissend sind? Wollet ihr die unwissenden und fanatischen Christen zählen? Ihr würdet vielleicht erstaunt sein über das Verhältniß zwischen den Anbetern Christi und den Schüleri- Mosis! Diese, sagt ihr, begreifen nicht die Wichtigkeit des Eides, welchen man leistet, indem man die Hand emporhebt! Wie viele unter den Christen begreifen es nicht mehr? Wie viele heben die Hand empor und sagen: „ich schwöre/' ohne sich Rechenschaft abzulegen von dieser heiligen That, von diesem heiligen Worte! Erlauben Sie mir, dieses noch näher zu erörtern; ich will Ihnen-beweisen, dass, wenn Juden in Ihrer Mitte noch den Eid nach dem inuru suilmoo fordern, Sie allein die Ursache davon sind. — Hier sind drei Personen, gleiche Erben eines Mannes, welcher in seinen Papieren eine Obligation von 15,000 Francs hinterläßt. Der Schuldner, welcher sich unterschrieben, behauptet, sich seiner Verbindlichkeit erledigt zu haben. Sie legen den drei Erben den Eid auf. Alle drei sind Leute aus dem Volke, welche nicht lesen und schreiben können, deren Unwissenheit unbestritten und dem Tribunal bekannt ist. Der erste derselben ist Katholik; er hebt die Hand empor, sagt „ich schwöre" und 5000 Fr. gehören ihm. Der zweite ist Protestant, er hebt die Hand empor, sagt „ich schwöre," und 5000 Fr. gehören ihm. Der drirte ist Jude, er will die Hand-emporheben und schwören. Das Tribunal erklärt, daß der Eid, so geleistet, ihn nicht bindet: es befiehlt die heilige Schrift, die Synagoge, den Rabbinen! Das ist nicht Alles. Der dazu bestimmte Rabbine verweigert seinen Beistand, er erklärt, daß diese Mummerei eine Entheiligung sei! Der Rabbine wird angeklagt. Also, von der einen Seite, hört der unwissende Israelit, wie die Obrigkeit ihm sagt: der gewöhnliche Eid bindet Euch nicht; von der anderen Seite sieht er seinen Rabbinen, welcher ihm das Gcgentheil predigt, vor das Tribunal ziehen; wie wollet ihr, daß er glauben solle: der Eid des Gesetzes ist ein wahrhafter Eid! Aber mit welchem Rechte, ihr Richter, werfet Ihr Euch zu Theologen aus? Mit welchem Rechte, ihr Katholiken, wollet ihr das Gewissen eines Juden regeln, Ihr Magistratspersonen, das Gewissen eines Rabbinen?" „Seit 40 Jahren arbeiten wir an der Emancipation der Juden. Aber was ist Emancipation? Für Sklaven ist es die Freiheit, die Gleichheit; für freie Menschen ist es der Unterricht. Die französische Revolution hat den Juden, welche durch eine lange Sklaverei ihrer Rechte beraubt waren, die Freiheit, die Gleichheit gegeben. Die eine wie die andere erfordern den Unterricht, ihre nothwendige Gefährtin; den Unterricht, welcher aussüllt den Zwischenraum, die Kluft zwischen den Bürgern. Also alle unsere Bestrebungen gehen dahin, die israelitischen Kinder zu unterrichten, und diese Bestrebungen sind mit dem größten Erfolg gekrönt worden. In Euren Ländern, m. H., haben sich unsere Schulen auf den ersten Platz gestellt. Sehen Sie, zu Marmontier, zu Pfalzburg, zu Straßburg, zu Metz, kennt die israelitische Schule keinen Nebenbuhler. Was den höheren Unterricht anbetrifft, so ist die Schule, in welcher sich unsere Rabbinen bilden, für welche, wie ich hoffe, wir beim nächsten Budget einen beträchtlichen Zuschuß erlangen werden, ihrer Bestimmung nicht unwürdig. Ihr habet den Beweis davon in der Sache selbst. Herr Isidor, welcher begreift, daß er seinen Beistand zu dem Eide,, welcher nach jüdischem Gebrauch (more judaico) geleistet werden soll, verweigert, ist ein Zögling dieser Schule, welche die Philosophie nicht ausfchließr. In der That, m. H., diejenigen im Elsaß, welche sich beklagen, daß wir nicht vorwärts schreiten, widersetzcn sich dem Lichte; sie begehen eine empörende Ungerechtigkeit. Ja, m. H., unsere Pflichten sind erfüllt, und erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen, Sie weichen vor

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