Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1840)
- Date
- 1840-03-07
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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131 nett von demselben anvertraute Lehrlinge in, ihren Handwerken unentgeldlich unterrichten. Die Verwendung der für den Verein bestimmten Gelder verfehlt daher selten ihren Zweck und jeder Beitragende kann sich dem Bewußtsein, an einem wohlthätigen Werke Theil genommen zu haben, mit Vertrauen hingeben." — Außer einigen, die Administration des Vereins betreffenden Notizen ist diesem vierzehnten Bericht noch eine Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben, wie auch derjenigen Handwerke beigegeben, welche von israelitischen Glaubensgenossen erlernt worden sind. Wir halten es für Pflicht, diese wohlthätige Anstalt den Menschenfreunden aller Confessionen zu empfehlen und zweifeln nicht, daß sie eine immer steigende Beachtung und Unterstützung finden werde. Die finsteren Zeiten, wo die Bekenner der verschiedenen Glaubenslehren sich feindlich gegenüber standen, sind vorüber und überall pflanzen Toleranz und Humanität ihre siegreichen Fahnen auf. Wer nach Licht und Wahrheit, nach Verbesserung und Beglückung seiner Brüder strebt, der sei freudig begrüßt und — ob Jude oder ob Christ? — darnach werde bei solchen Bestrebungen nicht gefragt. W. Dresden, 13. Febr. (Privatmitth.) Die in der Augsb. Allg. Zeit, enthaltene und von da in die Allg. Zeit, des Jud. übergegangene Nachricht von einem Schisma, das in der hiesigen jüdischen Gemeinde eingetreten sein und den Ausbau der neuen Synagoge verzögert haben soll, ist durchaus ungegründet, wie hiermit authentisch versichert werden kann. Der innere Ausbau gehet vielmehr seinen Gang fort und wird die Einweihung wahrscheinlich gegen Pfingsten d. I. statt finden. Die Herbeischaffung der den ursprünglichen Anschlag übersteigenden Baukosten hatte die Contrahirung eines neuen Darlehns nothwendig gemacht, welches die Mitglieder der hiesigen israelitischen Gemeinde aus ihrer Mitte aufbrachten, nachdem die mit der h. Staatsregierung gepflogenen Verhandlungen wegen eines Vorschusses aus Staatsmitteln vor der Hand noch zu keinem bestimmten Resultate führten. Ehe dieses neue Darlehn zu Stande kam konnte allerdings der innere Ausbau nicht so eifrig wie vorher betrieben werden; dies gab wahrscheinlich zu jenem irrigen Gerüchte Veranlassung. — Da man von manchen Seiten wähnt, alle Judengemeinden erhielten reichliche Subventionen von dem Geldriesen am Main, so begreift man freilich nicht, daß bei einem solchen Bau pekuniäre Verlegenheiten in Frage kommen können und wittert gleich — analog mit den Wirren bei andren Confessionen — ein religiöses Schisma. Wie nun aber die jüdischen Zustände überhaupt von vielen Schriftstellern schief aufgefaßt zu werden pflegen, so ergiebt man sich auch in dieser Beziehung einer gewaltigen Täuschung. — In unsrer kleinen Gemeinde ist in religiöser Hinsicht an einem Zwiespalte nicht zu denken; die von dem Oberrabbinen l)r. Frankel unter Mitwirkung des Gemeinde-Vorstandes entworfene neue Synagogenordnung wird vielmehr jetzt in gemeinschaftlichen Sitzungen des gedachten Vorstandes und des erwählten Gemeinde-Ausschusses sorgfältig berathen. — Hamburg, 18. Febr. (Privatmitth.) Ein Mitglied einer der in dem Artikel aus Kopenhagen in No. 3. d. Z. so vornehm mit „nur" angeführten Privatgesellschaften erlaubt sich die Frage: wo denn beim Kopenhagener Ritus eine Verbesserung „in allen Punkten" zu finden sei. Wahrlich, wenn man das anthropomorphistische llnetaneb l'vkek beibchält, wenn Namensveränderungen für Kranke, wenn zahlreiche Ali scheberachs mit Nennung der Summen, wenn Malkotschläge am wenn die Vereinigung der Flüche auf 4.maleb durch eine besondere Feier, wenn rih traso in den astrologisch für gefahrvoll gehaltenen Schaltjahren u. dgl. m. im Tempel beibehalten und nicht verboten sind, so sollte man doch nichts weiter sagen als: man habe nach Umständen das Mögliche versucht. Oder soll es eine Reform „in allen Punkten" heißen, weil Punkte eben-Kleinigkeiten sind? Preußen. Gumbinnen, 14. Febr. (Privatmitth.) Der seit 70 Jahren bestehende hiesige jüdische Gottesacker entbehrte noch immer (früher wohnte Hierselbst nur eine jüdische Familie), einer Umzäunung, was um so fühlbarer wurde, da seit Einführung der Städteordnung die christlichen Kirchhöfe außerhalb der Stadt verlegt wurden, und den jüdischen beinahe ganz umschließen. Der in diesen Tagen verstorbene Kaufmann I. S. Meyer hat nun 300Thlr. legirt zur Errichtung einer Mauer um den jüdischen Kirchhof, und wird der Bau derselben unter Beisteuer