Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 9 (29.2.1840)
- Date
- 1840-02-28
- Page
- Seite 127 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor, christlichen Glaubens, Jesus als eine Mythe darstellte, sich nicht scheute, er, ein Bekenner Mosis, als eine unzerstörbare Wahrheit das Leben Jesu und die Authenticität der Evangelien festzustellen. Das Studium der Medizin ist nicht vernachlässigt worden; unter vielen ausgezeichneten Männern dieses Standes weise ich nur auf Herrn Aronssohn hin, der so eben mit dem Titel eines Consultationsarztes des Königs beehrt worden. Wollen wir auf die Juden schauen, die als Künstler geachtet sind, der Klasse genialer Männer angehörend, welche die edelsten Leidenschaften mit ihrem Feuer beleben: da ist Meyerbeer! Seinem Ruhme läßt sich nur Einer an die Seite stellen: Halevy, der mit Riesenschritten geht. Endlich, meine Herren, aus den beiden ersten musikalischen Bühnen, Dem. Nathan und Mad. Garcia. Gestatten Sie mir, Sie an jenes junge und köstliche Kind zu erinnern, welches auf die französische Bühne einen so lebhaften und so reinen Glanz verbreitet: ihr habet Rachel genannt, Rachel, der schönste Schmuck, die schönste Perle dieser Krone. Aus der Mitte des tiefsten Elendes hat sie sich edel und groß erhoben: beinahe noch ehe sie lesen konnte, verstand sie Racine und Corneille, unsterbliche Geister, welche wir mit Entzücken in der Stille des Zimmers bewunderten, aber aufgehört hatten, sie auf der verödeten Bühne zu bewundern. Eine Jüdinn ist es, welche unserer gebildeten Jugend die Gefühle wiedergiebt, welche wir in den schönen Tagen der französischen Tragödie empfunden haben; eine Jüdinn ist es, welche jeden Abend das Entzücken eines gewähltest Auditoriums erregt, welches Beifall klatscht der bewunderten Poesie unserer Clasiiker sowol, als auch der bewunderungswürdigen Dollmctscherinn ihrer Gedanken. (Eine lange Bewegung folgte diesem Theile der Rede.) (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Lehr- und Pensionsanstalt zn Berlin. Mit der von mir geleiteten höheren Bürger - und Httndlnngss'chule, welche sowol zur Vorbereitung für die mittleren Klassen des Gymnasium's als auch besonders für den höheren Kaufmannsstand bestimmt ist, verbinde ich für Auswärtige eine Pensionsanstalt, und können zum bevorstehenden Ostern noch Zöglinge in derselben ausgenommen werden. Berlin, den 10. Februar 1840. Dr. S. Stern. In der Groos'schen Buchhandlung in Carlsruhe (A Bielefeld) ist erschienen: Das Gotteshaus eine Besördernngs-Anstalt des höher» Lebens und des gegenseitigen Friedens, dargestellt in zwei Predigten von Rabbiner Elias Willstaetter* Preis 4 gGr. — oder 18 Xr. Rhl. So eben ist erschienen: Allgemeines Archiv des Judenthums Iten Bandes 2tes Heft. Herausgegeben von Dr. I. Heinemann in Berlin. Inhalt: Vorrede zum ersten Bande und Plan der Zeitschrift. — Die Heiligung des göttlichen Namens, ein gottesdienstlicher Vortrag vom Rabbiner Dr. Holdheim. — Hebräisches Gedicht an Guttenberg, den Erfinder der Buchdruckerkunst (zur 400jahrigen Feier). — Hebräisches Gedicht von den Zöglingen der jüdischen Waisenknaben-Erziehungsanstalt in Breslau an die Vorsteher. — Die Fundamentallehre des Judenthums (Fortsetzung). — Uebcc die Epacten des N. Samuel im jüdischen Kalender msipn. — Probe einer deutschen Uebersetzung zu Moses Ehajim Luzatto's allegorischem Drama: Lob der Redlichen Sibfin — Geschichte der Juden in der Stadt Posen. — Hebräische Synonymik. — Entwurf eines Plans zur Unterstützung israelitischer Lehrer und deren Familien in den Königt. Preuß. Staaten. — Literarische Berichte. — Massora, Bibeln, Eoncordanzen. Das Allgem. Archiv des Judenthums erscheint in zwanglosen Heften, deren vier einen Band von 24Bogen ausmachen. Jeder Band wird mit dem Bildniß eines berühmten Mannes jüdischer Religion geziert werden, das dem vierten Hefte beigefügt wird. Man zahlt für jedes Heft 15 Sgr. L. Fernbach'sche Buchhandlung in Berlin.