Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1840)
- Date
- 1840-02-15
- Page
- Seite 100 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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100 Das Bewußtsein, seine Pflicht erfüllt zu haben *) und das Vertrauen zu Gott, in dessen Schickungen er sich ohne Klagen fügte, halfen ihm, sein körperliches Leiden mit Gleichmut!) zu ertragen. Selbst als zuletzt eine ihn völlig entkräftende Krankheit sich dazu gesellte, welche seinem thatenreichen Leben ein Ende machte, kam, während des sechswöchentlichen Siechenlagers, auch nicht das leiseste Murren über seine Lippen. Sanft, wie sein Leben in Gottesfurcht dahin geflossen war, war auch das Lächeln, welches seinen Mund umgab, als der Tod ihn in eine bessere Welt führte, wo gerechter Lohn seiner wartete. Die Zahl derer, welche ihn zu seiner Ruhestätte begleiteten, die trauernde Gemeinde und die heißen Thranen, welche an seinem Grabe flössen, sie bezeugten klar, daß nicht sein frommes Dulden, nicht die seiner Familie gespendeten Wohlthaten allein es waren, welche sein Leben auszeichneten, — wie die Standrede dieß ausgesprochen hatte — sondern auch die Dienste, welche er seinen Glaubensgenossen geleistet hat. — Friede dem Tugendhaften! Friede seinem frommen Andenken! Friede der Gemeinde, welche er schätzte für das ihm ein Vierteljahrhundert lang geschenkte Vertrauen. Und weil Liebe und Großmuth die schönsten Blüthen seines Lebens waren, so rufen wir in des Verewigten Namen aus: „Friede auch den Wenigen, die ihn verkannten!" — c) Deutlich bekräftigt dieß für unsere Zeit ein von dem jetzt noch fungircnden, aufgeklärten K. S. Cu ltuSmi niste r Freiherrn v. Carlowitz ihm ausgestelltes Zeugniß, folgenden Inhalts: Herr Kaim Samuel allhier, welcher vor seiner Erblindung einen bedeutenden Iuwelenbandel trieb, und durch dieses Geschäft in auSgebreitetcr Verbindung stand, ist mir seit vielen Jahren bekannt. Zwar habe ich keine Veranlagung gehabt, mit ibm in Handelsgeschäfte zu kommen, wol aber vorhin alS Minister deS Innern und nachher als Minister des CultuS und öffentlichen Unterrichts, verschiedentlich die Gelegenheit, die Treue und Thätigkeit kennen zu lernen, mit welcher er sich alö Aeltester der hiesigen israelitischen Gemeinde der Angelegenheiten dieser Gemeinde unterzogen hat. Immer ist er mir als ein redlicher, einsichtiger und unbefangener Mann erschienen, den ich wegen seiner Gesinnungen und jetzt auch noch wegen der Ruhe, womit er die ihn betroffene schwere Prüfung tragt, wahrhaft schätze. Dirß versichere ich hierdurch unter eigenhändiger Vollziehung. Dresden, am 26. März 1839. L. 8. Hans Georg v. Carlowitz. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum «»fgenvinmcn. Verlagshandlung. Einladung zur Subskription auf ■ etite neue Ausgabe des Cufavi in korrektem Urtexte, mit deutscher Uebersetzung und fortlaufendem, deutschen philosophisch-theologischen Cvmmentar,. so wie historisch-kritischer Einleitung herausgegeben von H. Zolowicz und D. Caffel RabbinatS - Candidaten. Das Werk erscheint von Marz 1840 an in 6 Lieferungen a j Thlr., die in einem Zwischenraum von zwei Monaten einander folgen. Alle soliden Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Subscriptionslisten bittet man einzusenden in Frankfurt a. M. an Sauecländer; in Berlin an Ascher & Comp.; in Leipzig an Baumgärtner; in Breslau an Max u. Comp.; in Posen an Scherck; in Lissa an Günther; in Glogau an Prausnitz; in Hamburg an Perthes; in Altona an Hammerich, in welchen geehrten Buchhandlungen Prospecte und Proben unentgeltlich zu haben sind. Subscribentensammler, die sich direct an uns wenden (Berlin Dorotheenstraße 59), können auf einen bedeutenden Rabatt rechnen. Berlin 16. Januar 1840« Für Juden. Herbei Ihr treuen Anhänger an den Glauben Eurer Vater, herbei, Ihr, den Neuerungen ergebenen Israeliten, und leset das eben erschienene, in allen Buchhandlungen zu habende: Fostscrlpta des Landrabbiners S. H. Hirsch, gc. 8. Altona, geh. | Thlr. und höret, wie der Verfasser: der,Versuche über Zissroels Pflichten, die ihm gemachten Vorwürfe widerlegt, und sehet wie die Herren Geiger, Jost, Fassei, Aub u. s. w. eifrig bemüht sind, ihren Ruf als denkende Gelehrte immer mehr zu untergraben. Hirsch?v8t8criptL ist in allen Buchhandlungen in ganz Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Rußland u. s.w. zu haben. Ein geprüfter, erfahrener Elemenjarlehrer, der auch Kantor- und Schachtecstelle mit übernehmen kann, und gute Zeugnisse hat, wünscht zu Ostern eine Anstellung. Nachricht ertheilt Dr. Z. Heinemann in Berlin. Druck von I. B. Hirschfeld,