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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-01-18 · Heft 3 (18.1.1840) · p. Seite 44

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 3 (18.1.1840)
Date
1840-01-18
Page
Seite 44 (sequence 16)
Language
German
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44 Zunächst dürste es rcithsam sein, die Uebersetzung der Gebete nicht auf Eine, und wie jetzt oft geschieht, die Elementarklasse einzuschranken; sondern mit derselben durch alle Klassen fortzufahren, und man wird das gewünschte Ziel sicherlich erreichen. Der geübte Lehrer wird hier, wie überall, einen naturgemäßen Stufengang von Leichtern zum Schwerem beobachten, und sich und den Schülern durch ein zweckmäßiges Verfahren manche Mühe erleichtern. So ist in manchen Schulen als Gedächtnißübung das hebräische Vokabnliren eingeführt. Man wird also zuerst die in den Lobsprüchen vorkommende Wörter, deren Zahl sehr gering ist, vornehmen. Sobald nun die Kinder diese Wörter eingeübt haben, und nur erst die Grundforme! aller Lobsprüche verstehen, werden sie dieselben auch unter Anleitung des Lehrers selbst übersetzen können. So wird das Langweilige des Vor- und Nachsagen's vermieden, und die Kinder haben die Freude, sogleich den Nutzen des Vokabulirens zu erfahren. Zn den höher» Klassen kann man nicht nur wöchentlich eine für Bibeluntcrncht bestimmte Stunde auf die Uebersetzung der Gebete verwenden, sondern man wird dieselben mit vielem Nutzen bei dem eigentlichen Religionsunterrichte benutzen, indem man die verschiedenen Lehren der Religion mit passenden Stellen aus den Gebeten belegt, was sich als um so nützlicher bewähren dürfte, dg zu erwarten steht, daß die an das Gebet geknüpfte Wahrheit oder Lehre, dem Schüler, noch in später» Jahren bei jedesmaligem Beten lebendig vor die Seele treten, und zugleich heilsame Erinnerungen aus der glaubens- und unschuldsvollen Zeit des Kindesalters in ihm wecken werde. Auch beim Unterrichte in der hebräischen Grammatik könnte Rücksicht ans die Gebete genommen; denn sprachlich unrichtige Stellen kommen darin, wie bereits bemerkt worden, nur höchst selten vor.— Sehr heilsam waren in dieser Beziehung die Wiederholungsstunden, wie solche in Oesterreich in anderer Rücksicht in den Trivialschulen gehalten werden. Hier hätte der Lehrer Gelegenheit, das Berständniß der Gebete über die Schulzeit hinaus zu bewahren. Ohne dieses Berständniß haben alle synagogalcn Reformen, wenn auch ästhetischen, doch keinen religiösen Werth, und laufen nur auf die Verschönerung der Form, hinaus. Hier ist es, wo die Synagoge der Nachhilfe des Lehrers am meisten bedarf, und die jüdischen Lehrer, welche in neuester Zeit eine so rühmenswerthe Regsamkeit und Selbstverläugnung in Erfüllung ihrer Berufspflichten zeigten, werden gewiß auch hier ihren Eifer bewähren. Nur darf man die Uebersetzung der hebr. Gebetsformeln nicht auf die weibliche Jugend ausdehnen wollen, was auch in den österreichischen Schulen nicht geschieht. Zur Erbauung des weiblichen Geschlechtes dürften wol die deutschen Lieder vor und nach der Predigt, für häusliche Andacht die in Ueberfluß vorhandenen deutschen Gesang- und Gebetbücher genügen. Literarische Uebersichte». Kritiken in Form von Reccnsionen, mit Vorgesetztem Titel und strenger Angabe dir Seiten, nach aller herkömmlichen Pedanterie, sind dem allgemeinen Publikum unangenehm und ungenießbar. Sie werden stehen gelassen, und dem Gelehrten vom Fache aufgespart. Dieses Publikum, das nur, nach seinem Rechte, den Genuß, ohne die Mühe, haben will, laßt sich gern aus den Wellen des literarischen Lebens einen Trunk bieten, einen frischen, kühlen, oder einen gewürzreichen, berauschenden; aber es wagt sich nicht mitten hinein auf eigen gezimmertem Nachen, oder als rüstiger Schwimmer. Und dennoch will auch gern dem größern Publikum der Literat erscheinen. Mag er seines Fleißes Früchte nur für die Genossen seines Gebietes gebaut haben, eö soll auch in die Masse der Name und die Kunde seines Strebens dringen. Wir bieten uns als Vermittler an. Wir wollen uns dem zwiefach schwierigen Geschäfte unterziehen, dem Publikum in gefälligerer Form, als bisher, Tabletten der literarischen Thatigkeiten auf unsrem Gebiete vorzuführen, und dem Literaten dennoch zu genügen. Die folgenden, fortzusetzenden Ucberstchtcn sollen in leichterer, aber glänzenderer Farbengebung den Blick des Lesers auf die Erzeugnisse der Presse lenken, das für den Literaten Nothwendige in Anmerkungen unter dem Texte mit sich führend, ein Ballast, den der leichtere Leser leicht über Bord werfen kann. Der Leser und Literat werden dabei gewinnen, die literarischen Erzeugnisse in einem gewissen Zusammenhänge zu schauen. Wir werden in diese Uebersichten die Arbeiten verschiedener Kritiker verweben, deren Name oder Chiffer beigegeben wird. Es versteht sich von selbst, daß diese Uebersichten dennoch nicht manche gesonderte Rccenston von diesen Blattern ausschließen. (Fortsetzung folgt.) Druck von I. B. Hirschfeld.

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