Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1840)
- Date
- 1840-01-11
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225119-3225122--02433-3311911- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28 gegen ein bestehendes Wahtreglement, interimistisch zu Vertretern dieser großen Gemeinde solche Männer erwählte, die man unbedingt zu den Vorzüglicher«, und Fähigem derselben zählt. — Wiele Mißbräuche, die so lange in Verwaltung der Gemeindegelder, in willkürlichen Erpressungen wie überhaupt in der ganzen trostlosen frühem Leitung deutlich zum Vorscheine kamen, sind Gott sei Dank! in wenigen Monaten gänzlich verwischt. Nun aber ist es die höchste Zeit auch das geistige Departement nach Würdigkeit zu berücksichtigen! Vernachlässigung der moralischen und sittlichen Pflege führt ja weit eher und sicherer zum Verderben als die materielle. Eine schwere hochwichtige Mission ward euch zu Theile, ihr habt sie willig übernommen, und seid daher der hohen Behörde, eurem Volke, und dem eigenen Gewissen für die Folgen verantwortlich! Zeigt, ihr vermögt es ja, der im Strome der Unwissenheit versunkenen Masse das Versöhnungszeichen der Zeit, den schimmernden Regenbogen am Horizonte der Civilisationi Gebt ihr Wahrheit statt Trug; Laß sie nicht mehr Lm fanatischen Wahne das goldene Kalb einer verwitterten Vorzeit umtanze! Brody und Tarnopol haben trefflich organisirte Schulen, wo nebst dem Hebräischen noch'viele'Lehrgegenstände in deutscher und anderen Sprachen vorg'etragen werden. Hat Lemberg nicht dieselben, und noch weit bedeutendere Hilfsquellen? Laßt euch aus Preßburg, Nikolsburg oder anderswo den Plan ihrer Lehr- und Arbeitshäuser mittheilen, und ihr werdet erfahren, daß man mit denselben, oder nur wenig großem Ausgaben als bisher, aber mit einem geregeltem Verfahren das gleiche schöne Ziel wie dort erlangen werde. Schrecket nur nicht zurück vor den sich entgegenthürmenden Schwierigkeiten in den ersten Versuchen; laßt nur durch Familien- oder andern Rücksichten in Erfüllung einer heiligen Pflicht euch nicht irre machen; wahrt und schirmet mit Kraft und Energie die confessionelle Reinheit unsers heiligen Glaubens, aber befreiet ihn von den unpassenden, seit Jahrhunderten nicht gelüsteten Hüllen, die seinen innern Kern anzugreifen und zu verletzen drohen! — Gebt der Jugend einen ermuthigenden Impuls, daß sie vom Unhaltbaren und Verkehrten ablasse, um ehrenwerthen und erfolgreichen Zwecken nachzustreben. Die Augen aller besserdenkenden Israeliten in Galizien sind auf euch gerichtet, denn euch hat die hohe Behörde vertraut, und schmählich wäre es, und für das galizische Judenthum unheilvoll, wenn nicht bald gewichtige Resultate das gewährte Vertrauen glanzend rechtfertigen sollten. — Die Würfel liegen in euren Händen! und wer euren Wandel, euren Willen, eure Fähigkeiten kennt, wird mit Zuversicht und frohem Gemüthe einer heitern Zukunft für unsere Glaubensbrüder in Galizien entgegensehen! — . Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. S{c Verlag s h a n dlung. Durch alle Buchhandlungen Deutschlands ist zu beziehen, in Lissa auch durch Hausen, in Krotoschin durch Monasch, in Schrimm durch Reisner und in Wollstein durch Alexander: Vollständigstes Gebetbuch der Israeliten sür das ganze Jahr. Jus Deutsche überseht und mit elnigen Anmerkungen versehen von H. Arnheim. Preis 20 Gr. (25 Sgr.) Der Verleger macht auf diese neue und schöne Ausgabe wiederholt aufmerksam, die mit der größten Theilnahme überall, sowol wegen ihrer vielfachen Vorzüge, als ihres billigen Preises ausgenommen worden. Glogau 1839. H. Prausnitz. Ein Mädchen israelitischer Religion.. welches mit einem angenehmen Aeußern höchst sittliche Bildung vereinigt, Fertigkeit in weiblichen Arbeiten: Kleidermachen, Putz, Bügeln rc. besitzt, in Würzburg und München servirte, mit den besten Zeugnissen versehen; wünscht auf künftige Ostern, oder auch früher, in ein gutes Haus, als Ladenmädchen, ^Aufseherin einer bedeutenden Haushaltung, Aufseherin auf Kinder oder Stubenmädchen Äüterzukommen. Auf Verlangen könnte dasselbe auch ekrige Hundert Gulden Caution leisten. Das Nähere Zei der Redaktion dieses Blattes. An der Elementarschule der hiesigen iftaelktischen Gemeinde wird zu Ostern k. I. die Lehrerstelle vacant und können sich darauf reflektirende, befähigte Subjecte unter Einsendung ihrer Zeugnisse in frankirten Briefen, deshalb melden bei dem Borstande der Gemeinde. Ballenstedt km December 1839. I. Sieskind. Dr«ck von D. B. Hirfchfeld.