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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-01-11 · Heft 2 (11.1.1840) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 2 (11.1.1840)
Date
1840-01-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IV. Zahrg-Wg, Ällgemerne No. ». Zeitung des Zudcnthums. unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Dr. Ludwig Philippfon, israelitischer Prediger in Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit Kbnigl. Sächsischer allergnädigster Conccsiion) Leipzig, den II. Januar 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Frankreich. Metz, 20. Dez. (Privatmitth.) zweiten Korrespondenten aus Paris, der über die antitsarphatischen Broschüren der Herren Creange und Cahen berichtet hat, ist aus dem Traume geholfen: Tsarphati hat geantwortet, und zwar zunächst dem^Hrn. Creange. Im Courr. de la Moselle steht es zu lesen. Aber auch aus diesem neunzehnten Briefe habe« ich Ihnen wenig zu berichten, da er gegen den Hrn. Creange, den doch im 17. Br. Tsarphati tüchtig zu loben wußte, in eine ungemein heftige Persönlichkeit verfällt, die seinem Ansehn bei den Gebildetem nicht sehr vortheilhaft sein wird. Auf die wesentlichen Einwürfe des Herrn Cr. antwortet er nichts Schlagendes. Wie wird Einem aber, wenn der, der Gewissensfreiheit für Alle verlangt und predigt, der dem Geringsten und Aermsten sein Recht angedeihen lassen will, den Hr. Cr. betitelt: „jüdischer Schreiber einer jüdischen Brüderschaft!" Glaubt'Tsarphati den Herrn Cr. damit beschimpft? Wir nicht. Bekanntlich sind solche Stellen Ehrenposten, unbesoldet, und werden dennoch mit dem schönsten Eifer versehen. Man sieht, Tsarphati's Spruch wird immermehr la relorme ou la vie! und dabei nicht la ret'orme, comme vous voulez, sondern wie ich sie WÜL Wir betrachten Herrn Ts. immcrmehr als einen EnW Posten, der in das Lager bei jeder verdächtigen Bewegung: Zu den Waffen! ruft, aber doch — ein verlorner Posten ist. Er allarmirt, was so sehr nöthig ist, die französischen Israeliten, bringt Regsamkeit unter sie — das ist genug für uns, aber ihm will es allerdings nicht genug scheinen. Ein Widerspruch, in den Ts. in diesem Briefe auch verfällt, ist folgender. Indem er immer wieder auf die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag zurückkommt, fordert er abermals gleiches Recht für Reicht und Arme, und zwar, wie man den Reichen, den Rothschilds, den Worms, den Halphen Erlaubniß gegeben, am Sabbat zu arbeiten, um ihre Millionen zu vermehren, so solle man auch den Arbeitern diese Erlaubniß geben, um ihr Brod zu verdienen. Welche lügenhafte Insinuation! Wir fordern den Herrn Ts. hiermit öffentlich auf, nachzuweisen, wo diese Er. laubniß je den Rothschild, den Worms, den Halphen rc. gegeben worden, von der Synagoge gegeben worden! Sie haben sie sich genommen, so wie sie unzählige jüdische Handwerker sich genommen, am Sabbat zu arbeiten, so wie in den Ländern, wo strikte Observanz des Sonntags bei den Christen Gesetz ist, solche Erlaubniß sich ebenfalls Reiche und Handwerker unzählige Male nehmen. Mag Herr Ts. auch diese Erlaubniß legaliter verlangen, aber wie kann er, um die Juden immerfort herunterzusetzen , behaupten, daß diese Erlaubniß den Reichen gegeben ist, den Armen nicht? Die Synagoge kennt keine Dispensationen, die mit Geld erkauft

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