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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-12-11 · Heft 148 (11.12.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 148 (11.12.1838)
Date
1838-12-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n. 34W MlAemeine No. 148. Zeitung -es Ivdenthnms. Ein rmpartheilsches Organ für alles jüdische Interesse (Mit Königs. Gächsischrr allergna'digster komefsion ) Leipzig, den 11. December 1838. Zeitungsnachrichten. Magdeburg, 2. Dezember. (Prkvatmitth.). Mit dem neuen Jahrgange werden in der Allg. Ztg. des Judenthums in innerer Beziehung einige Veränderungen vor sich gehen. Dieselbe hat nunmehr durch die voraufgegangenen zwei Jahrgänge sich eine breite Grundlage gewonnen, auf welcher sie in immer frischer Geisteskraft nunmehr die einzelnen Tendenzen produktiver verfolgen kann. Zuerst ist es die Polemik, für welche eine sichere Basis gewonnen ist, indem aller Orten der lebendige Geist des Fortwachsens und Fortschreitens im Judenthume nachgewiesen und angeregt ist. Es wird daher einerseits eine Reihe „polemischer Bilder" eröffnet werden, deren erstes „Judenthum und Rosenkranz," zweites „Judenthum und Gfrörer," drittes „Judenthum und Kirchenzeitungen" sein wird. Andrerseits wird eine genaue „Journal-Revue" aufmerksamer als je den Gang der deutschen und ausländischen Zeitblätter in der jüdischen Angelegenheit berücksichtigen. Alsdann wird nach innen, nachdem bis jetzt das Gemälde der jetzt vorwaltenden Tendenzen in Israel in wesentlichen Umrissen gegeben werden, die Lösung und Fortbildung derselben mit Energie und Strenge errungen werden. Das Princip des Judenthums muß ausgestellt, dessen Folgerungen aufrecht erhalten, dessen Mission gerechtfertigt und erstrebt werden. Das Verhaltniß der verschiedenen Tendenzen zu Diesem muß scharf verstanden und zum Verstandniß gebracht werden. Daß um diese Aufgaben herum, die bisherigen Arbeiten dieser Zeitung unermüdet fortgeführt werden, versteht sich von selbst. Als da sind: die neuesten Nachrichten über die politischen, gewerblichen, religiösen und literarischen Geschehnisse in Israel zu geben, Schilderungen von derLebensthatigkeit und dem Gesittungszustande der Gemeinden vorzuführen, Geschichte und Literatur der, Juden zu beleuchten, un- (Heils in populärer, theils in strengwissenschaftlicher Form sie zum Bewußtsein zu bringen, endlich durch die Rubrik „Belletristik" den innern Lebensgeist zu heben und zu veredeln. Indem wir dies Lesern und Mitarbeitern vorführen, wird uns die allgemeine Theilnahme auch in der Zukunft nicht abstehen. Halten wir unsre Flagge aufgehißt, lassen wir unsre Wimpel wehen in Sturm und Sonnenschein: an der Hand der Erfahrung und der unerschütterlichen Zuversicht zu dem Herrn der Geschichte, der Wahrheit und des Rechts wird das Steuerruder unsres Schiffes uns an Klippen und Sandbänken sicher vorüberführen. Schon erkennen die weisesten Regierungen unser selbstsuchttoses Ziel an, schon salutiren uns alle wahrhaft großsinmgen Geister und Herzen: diejenigen aber, welche keinen Sinn haben und keine Theilnahme für ein nach Rechtfertigung und innerer, geistiger Mündigkeit dürstendes Streben, mögen immerhin Hohngetächter und Stachelreden bereit halten: sie sollen wenigstens erfahren, hören müssen, daß diese solche sind, und nichts weiter. Manchester, 20. Nov. (Privatmitth.). Die in No. 127 angezeigte Subscription zur Einführung von Predigten ist vollständig gelungen. Unter dem Namen Helnw Association und mca izm man hat sich eine Gesellschaft constituirt, die Versammlungen und Anreden gehalten, Statuten promulgirt hat ff., denen zufolge jede zweite Woche am Sonnabend und am Sonntage Morgens englische religiöse Vorträge (lectures genannt) in der von dem Gemeindevorstand dazu bewilligten, neulich renovirten Synagoge gehalten werden. Als Prediger ist angestellt der Herr David Jsaacs, welcher auch in Liverpool auf ähnliche Weise alle 14 Tage predigt, und zur Hin - und Rückreise jedesmal die Eisenbahn benutzt. Es haben sich dieser Einrichtung fast die sämmtlichen Juden in Manchester angeschlossen, Einheimische und Fremde, Stricte und Late. Um Letzterer willen ist die Sonntagspredigt eingeführt, weil hier der Sonnabend der Haupt-Geschäftstag ist, und weil Hierlandes am Sonntag durchaus weder Geschäfte noch öffentliche Vergnügungen statt finden. Das Ganze ist unter Billigung des Londoner Rabbines geschehen. Die Predigt am Sonntag — zum ersten Mal am 26. vor. — ist von einigen Psalmen ff. in hebräischer Sprache umgeben. Hamburg, 29. Nov. (Privatmitth.). Vom Sabbat Wajere an ist hier eine neue regelmäßige Kanzel eröffnet, indem der verdienstvolle Chasan Herr Jöuxa Eassuto (zugleich gerichtlich beeidigter Translateur für 8 Sprachen einschließlich des Ebräischen und Rabbinischen) jeden vierten Sabbat in der Portugiesischen Synagoge eine deutsche Rede halt. Unsere Waisenkinder beiderlei Geschlechts sind jetzt in einem eigenen stattlichen und verhältnismäßig splendid eingerichteten Hause zusammengebracht, nachdem sich der zu ihrer Versorgung bestehende Verein p'h sich völlig neu organisirt hat. Die alten nunmehr aufgegebenen Statuten dieser Gesellschaft hatten btos die Versorgung der Knaben zum Zweck und das hauptsächlich zum Behuf des Kaddischlefens für verstorbene Kinderlose.

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