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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-12-04 · Heft 145 (4.12.1838) · p. Seite 586

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 145 (4.12.1838)
Date
1838-12-04
Page
Seite 586 (sequence 4)
Language
German
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386 der Ansicht der Majorität der Commitv aber wäre dieses weder der einzige noch der wichtigste Grund, uno er wollte deshalb nicht wiederholen, was er unter der vorläufigen Behandlung schon mehrere Male in dieser Veranlassung geäußert hatte. Das vom Kainmerjunker Lüttichau Vorgeschlagene dünke ihm nach der von Gesetz bestimmten Art zu wählen nicht ausführbar, und der jetzt zu demselben vccgeschlagene Anhang enthielte theils, daß eine Repräsentation für die Israeliten, gebildet werden solle, wogegen er hinreichend sich unter der vorläufigen Behandlung ausgesprochen zu haben glaube, theils daß die Ernennung des Deputirten Sr. Majestät übertragen werde, welcher auf diese Weise immer einen Mosaiten wählen sollte, was ihm ganz unrathsam schiene. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Kleine Bücherschau. (Fortsetzung.) 25) Confirmanden-Unterricht für Israeliten, zunächst für die Schulen des Rabbincnsbezirkes Weinbau. Von Elias Grünebauiti, Vezirksrabbine. Neustadl an der Haardt. 1838. 8. S. X!!. und 58. Aus der Unmöglichkeit, daß in allen, kleineren Gemeinden Prediger, die studirt, oder wenigstens tüchtig gebildete Lehrer, welche Gymnasien und Seminarien besucht haben,vorhanden seien, entspringt die Notbwendigkeit, daß auch den minder geübten Lehrern ein Leitfaden zur Vorbereitung der Confirmanden in die- Hand gegeben werde. Wir sehen voraus, obgleich es in dem Vorwort nicht angedeutet worden, daß dies der Zweck vorliegenden Schriftchens ist. Denn der Confirmanden-Unterricht kann und darf nicht bloß in dem Memoriren einer langen Reihe von Fragen bestehen. Daher wäre es angemesien gewesen, einige Anweisungen für den Lehrer, wie er das Vorliegende zu benutzen habe, brnzuzufügen, und kurze Andeutungen zu den einzelnen Paragraphen, worüber er noch mündlich hiebei sich auszulasten habe. Abgesehen hievon ist dieser Confirmanden-Unterricht recht tüchtig und brav durchgearbeitet, und genügend. 'Der Verf. wird in c-inigen einzelnen Bemerkungen nur die Aufmerksamkeit sehen, mir der wir seine Schrift betrachtet. — Der Vers, bemerkt in dem Vorwort, daß er die Offenbarung aus den Glaubensartikeln wegg'lasten, weil man sich in einem Zirkel bewege, wenn man sprrcut: unsere Religion ist Offenbarung Gottes, ihre Grundlehren sind: erstens diese O. ist wahr! Hierin können wir ihm durchaus nicht beistimmen. Grundlehren oder Glaubensartikel sind die Prinzipien, mir deren Annahme allein man ein wahrhafter Bekenner dieser positiven Religion ist. Wer nun weiß, wie verschiedentlich sich der Glaube innerhalb einer positiven Religion gestaltet, der wird daher die Notdwendigkeit der Aufstellung dieser Prinzipien, ohne die alle Einigung aushört, zugeben. Indem also dasj Wesentliche der Religion in den Glaubensartikeln ausgestellt wird, darf nicht an vorläufige Deduktionen, sondern an die Darstellung des Gesammrcharakrers geduckt werden. Wenn ich daher auch vorher gesagt harre, die Basis unsrer Religion ist die göttliche Offenbarung, so darf doch in der Aufstellung der Grundlehren die Göttlichkeit der Offenbarung nicht mangeln", weil sie sonst mangelhaft i]tL Andrerseits, und daher rührt eben die seichte Austastung der Offenbarung, die in den meisten Lehrbüchern statt findet, muß die Offenbarung als ein integrirender Theil des göttlichen Wesens hervorgehoben, und das unmittelbare Verhälrniß des offenbarenden Gottes zu den Offenbarung Empfangenden beleuchtet werden. Endlich darf in dein Confirmanden- Unt-.rricht nicht übersehen werden, daß der Confirmand' auch mir etlichen Einwürfen wider Offenbarungsgläubigkeit und deren Erledigung bekannt gemacht werden muß, um uir die Zukunft gerüstet zu sein. Alles dies hat sich der Vers, durch seine obige Bemerkung genommen, denn allerdings bedarf es dazu der Aufstellung des gedachten Glaubensartikels. — Gleicherweise hat der Vers, die Zehngebote aus dem'Confirmanden - Unterrichte wcggelaffen. Ich gebe ihm zu, daß sie nicht eine vollständige Sittenlehre geben können. Allein die Superiorctät, welche ihnen die heilige Schrift giebt, läßt ue auch nicht beseitigen. Rec. hat bei seinem Confirmanden-Unterricht den Gebrauch, sie unabhängig von der Sittenlehre am Schluffe des Ganzen in einem Anhänge zu behandeln. Gleiches thut er mit einer kurzen Geschichte unsres Glaubens.— Indem wir nun des beschränkten Raumes wegen, anderes Einzelne übergehen, bemerken wir nur noch, daß die Sittenlehre viel zu kurz und zu allgemein abgehandelt worden. ES genügt nur darauf hinzuweisen, daß z. B. nicht ein Wort über Wohlthatigkeit und Barmherzigkeit gesprochen worden, über die einzelnen Tugenden, die zu erwerben, Laster, die zu vermeiden sind. Im Eonfirmanden-Unterricht muß man fest und bestimmt sein, der Confirmand muß es nicht vergessen können, weil es ihm vom ersten Tage nach der Confirmarion an schon überall begegnen muß. Es ist übrigens nicht zu bezweifeln, daß Herr R. Grünebaum diese^einzclnen Ausstellungen bei zukünftigen Auflagen vielseitig verbestern, und seine Schrift immer tüchtiger und segensreicher machen wird. (Fortsetzung folgt.) B e m erfunden, Der Unterzeichnete Redakteur muß Freunde, Korrespondenten und Gemeinden, welche in den letzten drei Monaten Schreiben ihm zugefertigt, um gütige Nachsicht, so sie noch keine Antwort erhalten haben, bitten. Eine andauernde Kränklichkeit, die erst jetzt 'wieder ganz gehoben ist, machte ihm eine Zeit lang die Arbeit sehr schwer, so daß das dadurch Angehäufte erst allmahlig wieder beseitigt werden kann. Von der Einsendung G. in T. kann, da sie anregen, kein Gebrauch gemacht werden. Es haben sich in letzter Zeit die zur Recensirung eingesandten Schriften, so wie die Kritiken sehr angesammelt, die in der nächsten Zeit abgethan werden sollen. Der Redakteur. Redacteur: Or. L. Philippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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