Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 49 (1.12.1885)
- Date
- 1885-12-01
- Page
- Seite 791 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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791 Salamonderblut einrieb, diese Manipulation mit gewissen Hokuspokusformen ins Werk setzte, so wird die launige Uebertragung in die Srudentenpraxis noch verständlicher." — Diese Erklärung leuchtet sehr ein, und wir wollen ergänzend hiuzufügen: Nach Chullin 127, 1 gehört der Salamander, eine Eidechseuart, zu den Geschöpfen, die im Feuer entstehen. Nach Tanch. Wajescheb 43, 6 entsteht der Salamander n—wenn die Glasbrenner sieben Tage und j sieben Nächte hindurch das Feuer im Ofen unterhalten und i wenn Jemand mit dessen Blut eines seiner Glieder bestreicht,! so ist dasselbe vor dem Feuer geschützt. Nach Anderen be-1 darf es dazu eines Ofens, der 70 Jahre hindurch geheizt! worden ist. Sanh. 63, 2 wird erzählt, daß den nachmaligen. König Hiskia sein Vater dem Moloch als Feueropfer darbringen wollte; allein seine Mutter hatte ihn mit dem Blute! des Salamanders bestrichen, so daß er nicht verbrennen! konnte. Vgl. auch Levy 8. v. in dessen beiden Lex.! Eine falsche Anklage. Zwei polnische Juden, Namens Gerson Czeruochowsky, 37 Jahre alt, und Herman Silbermann, 60 Jahre alt, standen vorgestern vor dem hiesigen Central Criminalgerichtshofe unter der Anklage, eine Anzahl falscher russischer Rubelnoten in in ihrem Besitz gehabt zu haben, mit der Absicht, dieselben aus^ugeben. Die Anklage stützte sich fast gänzlich auf die Aussagen eines deutschen Schneidergesellen Namens Kohn, welcher behauptete, von Silbermann und Czernochowsky gedungen worden zu sein, gegen hohe Vergütung falsche Rubelnoten an den Mann zu bringen. Es wurden ihm Noten im angeblichen Werthc von Lstr. 140 für Lstr. .0 angetragen, Kohn ging scheinbar auf den Vorschlag ein, deuunzirte Silbermann und Czernochowsky bei der Polizei in der Absicht, die von der russischen Regierung auf die Entdeckung von Fälschern russischer Banknoten ausgesetzte Belohnung von Lstr. 500 zu erlangen. Die Polizei verhaftete die polnischen Juden, fand aber keine falschen Noten in ihrem Besitz, wohl aber solche in einem Kinderwägelchen in der Wohnung Czernochowsky's. Letzterer bethcuerte seine Unschuld und behauptete, daß die Banknoten von Kohn und dessen Helfershelfern in das Wägelchen i hineinpraktizirt worden, um die ausgesetzte Belohnung zu er- : langen. Tie Verhandlung endete mit der Freisprechung der Angeklagten. Anzeigen. 4-/> werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächstlilbvl O/ wC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. In Folge Eintritts des bisherigen Lehrers beim Militär sucht die israelitische Filial Gemeinde zu Sonsbeck am Nieder Hein auf sofort oder später einen tüchtigen als; Elemente rlehrer geprüften mwerheirathcten i Religiouslchrer, Cantor und Schächter. Festes Gehalt Mark 900 und freie Wohnung. Außerdem bringt das Schächten jährl ch ca. i 200 Mark ein und bietet sich, falls Bewerber j in der Musik Unterricht ertheilen kann, hierin sowie auch durch sonstigen Privatunterricht Gelegenheit zu weiterem 'Nebenverdienste. Offerten unter Beifügung der Zeugnisse sind zu richten an den Vorstands-Commiffar Jacob Löbschcu zu Sonsbeck. Kinderlose Israeliten (auch im Auslande), die einen 5 fahr, klugen u. schönen Knaben au Kindesstatt annehmen möchten, belieben Adressen sub J. 2514 an Rudolf Mosse, Leipzig zu richten. [L.c.3’>57 In einer g' oßen Stadt Süddeutschlands wird als Erzieherin für ein 13 jähriges «ädch-» nur geprüfte sihmill (^ltÜtltlitt), digut IranMIch mi&| englisch spricht, sehr musikalisch ist und tro-1 möglich bereits früher eine ähnliche Stellung bekleidet hat, gesucht. Off. sub J. H. 2S92 j befördert Rudolf Masse, Berlin SW. Zu den bevorstehenden Festtagen empfehlen wir von Neuem: Schire beth Jaacob. Israelitisches Schul- und Gemeinde-Gesangbuch Gebrauch beim Unterricht in der Liturgie und beim öffentlichen Gottesdienste herausgegeben von L. Liebling and R. Jacohsolin ehern. Cantor in Hamburg. Cantor in Leipzig. Preis gebunden 2 Mt. 40 Pf. Herr Cantor B. Jacobsohn ist zur Zeit mit der Ausarbeitung einer Partitur zu der Instrumentalbegleitung der in dem Werke befindlichen Gesänge beschäftigt und wird diese Partitur in einiger Zeit erscheinen. Das schon jetzt vielfach eingefiihrte Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Sollte bei einer Neueinführung desselben in einer Gemeinde oder Schule eventuell eine vorherige Rücksprache sich als wünschenswerth erweisen, so wolle man sich gefl. an Herrn Cantor Jacobsohn in Leipzig, An der Pleisse 9 f I, wenden. LEIPZIG. BAUMGÄRTNER’S BUCHHANDLUNG.