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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-27 · Heft 142 (27.11.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 142 (27.11.1838)
Date
1838-11-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. z-ch'g-»-. Allgemeine N».i4s. Zeitung des Zudenthums. Ein rmpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse (Mit Aömgl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 27. November 1838. Zeitungsnachrichten. Paris, 27. Okt. (Beschluß des Aufsatzes über Salvador.) Ich will hier nicht in eine Erörterung aller derjenigen Punkte eingehen, in denen ich nicht mit Herrn Salvador übereinstimme; man kann wol denken, daß sie wesentlich und zahlreich sind. Ich habe im Laufe einige unserer Hauptverschiedenheiten angeführt; ich will blos noch dies Eine sagen, daß ich, nachdem ich das Buch des Herrn Salvador gelesen hatte, das^ Evangelium noch einmal durchlesen habe, und hierbei habe ich mehr als je die Macht der Ueberzeugung, die unvergleichliche Autorität, den einfach erhabenen und wahrhaften Charakter gefühlt, den man heißen mag, wie man wolle, den ich aber einen göttlichen Charakter nenne. Alles verbindet sich; die Wunder mit der Lehre, das Leben mit dem Tode des'Herrn; es ist ein unzerstörbares Zusammenhalten. Und dann versuchet es, die Evangelisten einen mit dem andern in Widerspruch zu setzen; setzt durch erfinderische Conjekturen auseinander, was die heiligen Verfasser als treue und einfache Zeugen erzählen und nicht erklären; macht aus dem Evangelium eine gewöhnliche Geschichte; alles das bewegt mich nicht im Geringsten. Ich habe den lebenden Körper gesehen, und ihr zeigt mir nur eine kalte Section. Ihr tödtet, um zu erklären. Den Grund und das Princip des Lebens findet man nie im Tode.' Der göttliche Charact'er des Evangeliums liegt in der Folge des Evangeliums selber. Es ist die Wirkung, welche es auf die Seele hervorbringt, welche seineProbe und sein Zeuge ist, eine Schwierigkeit mehr würde es mich ebensowenig verwerfen lassen, als eine Schwierigkeit weniger ein Grund sein würde es anzunehmen. DerGlaubewirdNiemandemaufgedrungen. Aber ich erkläre es, ich kann eine Religion ohne Geheimniß und ohne Wunder nicht fasten. Die religiöse Stimmung eines Menschen wird durch das Wunderbare erschüttert, wie die Saite einer Leier durch den Finger, der sie berührt. Ohne Wunder würde die Religion selbst keine Civil.isation' mehr sein; denn wo sollte sie die Kraft hernehmen, den Geist und das Herz der Menschen zu ändern? Ich füge hinzu, daß die hebräischen. Ideen, sowie Herr Salvador mir sie aufzufassen scheint, für eine Religion sehr irdisch sind. Ich würde über diesen Gegenstand viel zu reden haben. Mit wenigen Worten ist meine Meinung, daß der Mensch sich über diese Welt erhaben fühlen und glauben und seinen Hebel in die Unendlichkeit setzen muß, wenn er den Muth und die Kraft haben will, seinen Zustand auf dieser Erde zu verbessern. Jede Verbesserung, welche nicht eine Verachtung des vorübergehenden Genusses zum Grunde, hat, ist nach meiner Meinung Abfall und Verderben. Und dennoch, wie schon zu Anfang gesagt, liebe ich das Buch des Herrn Salvador! ich liebe es trotz der tiefen Meinungsverschiedenheiten, trotz dem ich es unvollständig, zuweilen dunkel, oft in einem abstrakten und ängstlichen Style geschrieben finde. Ich liebe es, weil man darin einen freien, erhabenen, graden und bis auf's kleinste gewissenhaften Geist findet, einen loyalen Israeliten, und ich weiß nicht welchen religiösen Hauch, welche. Inspiration der Seele, diese Erörterung unterstützt. Ich liebe es, weil Herr Salvador kein Christ ist, der seine Mutter schlagt und zerreißt, sondern ein Jude, mit Recht stolz auf seinen Adel, den ältesten und glorreichsten der Welt, der seine Würde und die seiner Nation verteidigt, und die.Verheißungen der Propheten nur in Anspruch nimmt, um sie mit allen Menschen zu theilen und das ganze Geschlecht Adams deren theilhaftig zu machen. Ich liebe es auch wegen des Gegenstandes; Fragen dieser Art sind über die erbärmlichen Fragen so sehr erhaben, woraus wir unsere tägliche Nahrung machen; sie erwecken so viele ernste Ideen, so viele rührende Hoffnungen, so viele Sympathie-bei dem edelsten Theile der Seele. . Weit entfernt zu glauben, daß das Buch des Herrn Salvador ein gefährliches Buch sei, möchte ich um des Christenthums selber willen, lieber, daß wir Büchern dieser Art wieder Geschmack abgewönnen, ich mache mir nichts aus einem Glauben ohne Einsicht und ohne Ernst. E i n Punkt endlich ist, in welchem, ich ganz mit H rn. Salvador übereinstimme, und ich bin glücklich damit enden zu können, nämlich, daß d.as kleine jüdische Volk, wie man es im letzten Jahrhunderte nannte, durch das Wunder seiner Bestimmung, durch den Einfluß, den es auf die Welt ausgeübt hat, durch den, der ihm noch'vor behalten zu sein scheint, das größte Volk, das edelste unter den Familien der Menschheit, der wahrhaft auserwahlte Stamm Gottes ist. 8. äe Sacy. Stockh olm, 2. Novbr. Als Beleg, wie richtig an mehreren Stellen dieser Zeitung die Schwedischen Vorgänge beurtheilt worden, z. B. No. 107. 112. 132. 133, diene folgende Passage eines Schreibens in der^ L. A."Z. vom j heutigen:

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