Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 42 (13.10.1885)
- Date
- 1885-10-13
- Page
- Seite 679 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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679 spiel der Art an den ersten Christengemeinden, die Gegenwart an allen kleinen Secten, an den Katholiken und Protestanten in der Diaspora und an allen Nationalitäten, wo sie in kleiner Minorität leben. So war denn natürlich unter den Juden das Gefühl der Solidarität ein besonders lebendiges. Einer für alle und alle für einen! Der Spruch bewährte sich nicht nur in wechselseitiger thatsächlicher Hilfsbereitschaft, sondern auch darin, daß jeder des andern Leistungen, Tugenden und Ehren als seine eigenen empfand. Wer daher irgend etwas aufzuweifen hatte, was der Erwähnung wcrth war, der wurde von der ganzen Verwandtschaft und Bekanntschaft bei jeder Gelegenheit rühmlichft besprochen, so daß er kein Mensch hätte sein müssen, wenn er nicht alsbald selbst von seinem Werthe eine hohe Meinung hätte bekommen sollen. So entwickelte sich mit der Zeit ein System gegenseitiger Be. lobung und Bewunderung, das man füglich als das Urbild der heutigen Reklame bezeichnen kann. Daß die dortigen Juden nicht wahre Patrioten in des Wortes bestem Sinne sein können, ist einleuchtend. Was ist überhaupt der russische Patriotismus? Entweder blinde Anhänglichkeit an das „Väterchen" Zar oder panslaviftischer Chauvinismus oder fanatische Verehrung der allein seligmachenden rechtgläubigen Kirche — unter allen Umständen eine Tugend von sehr zweifelhaftem Werthe! Wie aber sollten die Juden für Rußland schwärmen, das sie doch nur als Unheilige duldet? Sie haben nur das instinktive Heimathsgesühl für die Scholle, aus der sie geboren und ausgewachsen sind und welche die Gräber ihrer Vorfahren birgt und sie sind geduldige, demüthige Unterthanen des Zaren — mehr kann man von ihnen nicht verlangen. Und wenn es unter ihnen etliche Nihilisten giebt, so ist das nicht mehr, als was auch die ächten Nationalrussen sich nachsagen lassen müssen. (For.setzung folgt.) Anzeigen. Tyi werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst* folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Die Sfßtte eines fnCfnsßeamfen in Hiesiger Synagogen - Gemeinde ist per 1. Januar 1886 anderweitig zu besetzen. Bewerber muß geprüfter Lehrer, musikalisch gebildeter Cantor und zum Schächteramt befähigt sein. [Br.694 Gehalt p. a. 1800 Mark und lohnende Nebeneinkünfte. Reisekosten werden nicht vergütet. Glatz, im September 188.V Der Dörstand der Synagogen-Gemeinde. Für mein Produkteugeschäft en gros suche ich einen sb.4,2S Lehrling mit guten Schulkenntnissen. Pension auf Wunsch gegen Vergütung im Hause. I. Äschendorff, Bremen. Zur Erlernung des Haushalts finden , noch einige junge Mädchen freundliche Auf- ' nähme bei mir. desgl. schulpflichtige Kinder. Detmold. Frau Landralh vr. Fahrenbach. Die Stelle eines Religionslehrers, Borbeters u. Schächters ist in hiefiger Gemeinde vacant und kann sofort besetzt werden. Das Gehalt pro anno beträgt 1200 Mark Fixum und Nebeneinkünfte 600 Mark. ” | La 3270 Bewerber «Reichsangehörige) wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse an de» Unterzeichneten wenden. Hammerstciu, den 27. Scptbr. 1885. Der Synagogen-Borstand: Jacob Beer. Die zweite Lchrerstelle an unserer Elementarschule, mit welcher ein Gehalt von M. 1500 verbunden ist, soll schleunigst besetzt werden. Unvcrheirathete Bewerber, welche über ihre Fähigkeiten vorzügliche Zeugnisse aufweisen könne», wollen sich unter Beifügung eines Lebenslaufs baldigst an den Unterzeichneten wenden. Mufikkenntnisse sind sehr erwünscht. sB.4537 Osnabrück, 5. Octobcr 1885. Der Vorsteher der Synagogen - Gemeinde. 8. Simon. Suche für meine Tochter eine Stelle zur Stütze der Hausfrau, wo dieselbe im Ge- , schüft thätig sein kann. [L.c. 3034 &uts Zeugnisse für Beides stehen zur Scchaascn i. 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