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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-09-29 · Heft 40 (29.9.1885) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 40 (29.9.1885)
Date
1885-09-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine -es Zu-ml-ums. 7 Ein unpartciischcs Organ Kr alles indische Interesse. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig s Mart. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. III) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. KXpeöiliorr: Leipzig, Woßplcrh 18. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an l>r. Dhilippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.I sind gleichfalls an letztere einzusenden. 49. Jahrgang. Leipzig, den 29. September 188>. .NJ. 40. Inhalt. Leitende Artikel: Die Ausweisungen. II. — Die indische Religio.isyhiloioyhie. l. — Der Banker utt de; .'lnliiemirismus VI. — Wohlthätige Werke. — Zeitungsnachrichten: Deutschla nd: Bann, Berlin, Villen, Coklbu?. — Oesterreich Ungarn: Vien. Best. — Rußland: Petersburg, Odessa. — Rumänien: Bukarest. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Die Schule der Alliance in Jerusalem. — Vermischtes. SLiitc+xZ*« | ©djülern das deutsche oder das polnische Element übeiwiegt. Bonn, 23. September.!Der Aufenthalt einer beträchtlichen Zahl von zumeist der! polnischen Nationalität angehörigen Russen im Herzogthum Die Ausweisungen. II. Posen würde somit daselbst in Schule und Gesellschaft ein Es war uns darum zu thun, die Jnsinuatioueu, als ob j bedeutendes Gegengewicht zu Gunsten des Polonismus schaffen, die Ausweisungen aus den preußischen Provinzen hauptsächlich | Wenn man diese Auffassung adoptirt, kann man der Forderung gegen die Juden gerichtet seien, nachdrücklich zurückzuweisen! mancher ruff. Blätter, daß das Petersburger Kabinet das und in dieser Behauptung russischer Beamteu und Blätter Borgehen der preuß. Regierung mit der allgemeinen Ausnichts als ein Manöver nachzuweisen, dem russischen Volke die preußischen Maßregeln weniger empfindlich zu machen. Vielmehr sahen wir in diesem Gebühren den Beweis, daß die preußische und russische Staatsregierung und jetzt auch die österreichische über dieses ganze Vorgehen sich im Einverständniß befinden. Wir beriefen uns hierbei stets aus die Rede des Ministers des Innern, Herrn v. Puttkammer, der diese Maßnahme als gegen das Ueberhandnehmen des Polonismus gerichtet erklärt hat, wobei dann die Juden, trotzdem sie nicht im geringsten Herolde und Träger des Polonismus find, in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies wird dann auch endlich durch offiziöseKundgebungen russischerseits bestätigt. Fürst Bismarck, so rasonnirt ein offiziöser Petersburger Berichterstatter der ..Polit. Corresp.", habe schon seit einiger Zeit ein gewiffcs Erwachen des Polonismus in der Provinz Posen wahrgenommen und daher beschlossen, eine Verstärkung desselben zu verhindern. Dann heißt es wörtlich weiter: „Es ist nicht zu übersehen, daß die Leitung des öffentlichen Unlerrichts in Posen, nach den bestehenden gesetzlichen Vorschriften, einen mehr deutschen oder mehr polnischen Charakter erhält, je nachdem in den Lehranstalten unter den Weisung der in Rußland ansässigen Deutschen beantworte, nicht unterschreiben. Vom Standpunkt des verletzten nationalen Gefühls mag sie gerechtfertigt erscheinen, vom politischen und ökonomischen Gesichtspunkte aus muß sie aber verworfen werden. Zunächst könnten dadurch Stürme hervorgerufen werden, welche den Frieden zu gefährden geeignet wären; ferner ist zu bedenken, daß Rußland doch nicht, gleich Deutschland, unter einer Uebervölkerung zu leiden hat (eine Uebervölkerung im OstenDeutschlands!) und daß die ansPreußen ausgewiesenen rusfischen Unterthanen auf dem weiten Gebiete Rußlands, wo der Mangel au Arbeitskräften sich fühlbar macht, sicherlich Beschäftigung finden werden. Die Ausgewiesenen könnten sogar Elemente des Fortschritts mit sich führen, ähnlich wie dies anläßlich der Auswanderung der durch die Aufhebung des Ediktes von Nantes durch Ludwig XIV. aus Frankreich vertriebenen Calvinisten nach Deutschland der Fall war. Jedenfalls erwächst aus dem Borgehen Preußens der russischen Regierung der Vortheil, daß es ihren Gegnern nicht mehr möglich sein wird, einfach die Grenze zu überschreiten, um in der Nahe der letzteren ihre Umtriebe sortzusetzen. Aus diesen Erwägungen erklärt sich wohl die Passivität der 40

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