Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1885)
- Date
- 1885-09-15
- Page
- Seite 615 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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615 Frankfurt a. M. (1848) wurde gemäß der Fragestellung des Präsidiums über die objektive oder subjektive Nothwendigkeit der hebräischen Sprache beim Gottesdienste diskutirt, und ziemlich jeder der Anwesenden sprach sich in längerem Maße über diese Frage aus. Einer der letzten Redner war Jolowicz, der eine ausführliche wohleinstndirte Rede mit großem Pathos vortrug. Am Schluffe derselben rief er aus: Dixi, ließ sich mit Aplomb auf seinen Stuhl nieder, dieser brach zusammen und unser I. fiel auf den Boden. Man lief hinzu, um ihm aufzuhelfen, aber es hielt schwer, das Kichern in der Versammlung zu unterdrücken. Die Rede war, außer vom Stenographen, vergessen. Pensionat und Höhere Töchterschule Frau Dr. Leversou in Huuuover, Uiergartenstraßr 3 und 4. ■ ■ Ausnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. ——— ich doch im mündlichen Verkehr kein Disputax, sprach klar und entschieden meine Meinungen aus und begründete sie kurz und bündig, weitere Verhandlungen zurückweisend. Die Erfahrung hatte mich frühzeitig gelehrt, daß aus solchen Disputationen nichts weiter herauskomme, als eine Verschärfung der Gegensätze und meistens eine Verbitterung der Gemüther. In größerer Gesellschaft, namentlich auch in den Eisenbahncoupes, hat man, glaube ich, gar kein Recht, über religöse und politische Fragen in Diskussionen einzutteten, und so uns unbe kannten Anwesenden Anstoß und Aergerniß zu bereiten und den gesellschaftlichen Verkehr zu stören. Selbstverständlich gehören Besprechungen und Verhandlungen unter Fachgenoffen nicht unter diese Kategorie. — In der Versammlung zu Htuzeig en. Tyi cprofp werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächstkO folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Budolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Aufruf. Aus hiesiger Stadt sind infolge höherer! Anordnung viele russisch-polnische Ünterthanen i ausgewiesen und muffen bei Vermeidung von! Zwangsmaßregeln in verschiedenen Terminen! bis spätestens zum 15. October c. das preu-, tzische Staatsgebiet verlassen. > Unter den Ausgewiesenen befinden sich bis' zur Stunde schon einige Hundert gänzlich! mittelloser Glaubensgenoffen aus hiesiger | Synagogen Gemeinde, ungerechnet diejenigen,: welche sich infolge der zahlreichen Ausweisungen aus ärmeren Provinzgemeinden an uns wenden werden.! Ein solches Maffenelend vermögen wir! nur einigermaßen zu lindern, wenn die auswärtigen Glaubensgenoffen in gewohnter Weise mithelfen und uns hierdurch in den Stand setzen, den armen Ausgewiesenen die Mittel zur Reise und einen, wenn auch nochdürftigen Unterhalt für die nächste Zeit gewähren. Hier kann nur die schleunigste Hilfe nützen und werden Beiträge an den mitunterzeichneten Herrn A. Freudenberg er- Köuigsberg, 3. Septbr. 1885.! Im Aufträge: Dr. Bambcrger, Rabbiner. Dr. Falkeuheim, z. Z. stellvertr. Vorsitzender des Vorstandes. i Commerzienrath S. Feinberg. Laser Eichelbäum, stellvertr. Vorsitzender d. Repräsen-! tanten-Bersammlung. A. Freudeubcrg, Kfm. > A. Bloch, Kfm. G. Moser, Kjm. > __Simen Eg er. Kfm. _| Für die hiesige [8.4108 Cultusbeamtenftelle wird möglichst zu« 1. Januar 1886 ein! gut begabter Cantor gesucht, der Schächter > und geprüfter Lehrer, auch gleichzeitig im Stande ist, bei Gelegenheit eine freie Rede zu halten. Das Gehalt ist auf 1800 bis 2000 Mark und ca. 200-300 Mk. Nebeneinkünfte jährlich festgesetzt. Der Vorsitzende der Synagogengemeiade zu Bütow: L. Cohn. Handels- und Sprach-Institut, — Internationales Pensionat Brüssel (Belgien). 168—170 Chaussee d’Etterbcck, dem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L. Kahn, F. S. S. L. Ehren-Gerwssc der f. Gesellschaft der Wissenschaft, Literatur und Kunst in London. Ausnahme deutscher Zöglinge beschränkt und nach den Bedürfniffen des Unterrichts ui den Sprachen proportionirt. Jfr. Töchter-Pcnfionat«. HöhereNnterrichts-Anftatt. Gegründet 1864. — Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Frau Direktor Therefe Gronau, Berlin, Hiudcrsinstr. 11, Üöuigsplatz. M^Kahn's Institut, München. Bisherige Frequenz 1919 Schüler. Vorbereitung für den kaufmännischen und gewerblichen Beruf (sowie für das Einjährig Freiwilligen-Examen). Vorzügliches Pensionat. Beginn des neuen Schuljahres, Montag reu 5. Oktober. Prospekte und näheren Aufschluß durch M. Kahn, Direktor, Thal 1!. Für meine Tricottaillen- und Hcmdenconfection suche ich einen Lehrling mit guten Schulkenntniffen. Sonntags geschloffen. Sinnen Mayer, Berlin C., Molken-Markt 6. In einer gebildeten israelitischen Familie Leipzigs findet einjungcrMaun volle Pension und liebevolle Aufnahme. Beste Rejerenzen zu Diensten. Näheres unter Q. 2070 an Rudolf Moffe, Leipzig. JL.ä3009 Eine gepr. musikal., mit guten Zeugnissen versehene .Erzieherin, die auch das Handarbeitsexamcn bestanden, sucht Stellung. Adr. sub J. F. 1138 an Rudolf Moffe, Berlin SW. [B.4097 Für ein junges isr. Mädchen, welches in Küche und Hauswirrhschaft erfahre» ist. wird per sofort od. 1. October eine Stelle gesucht. Offerten an Richter, Wugarleu b. Friedcberg R.-M. svr.4416