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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-24 · Heft 141 (24.11.1838) · p. Seite 570

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 141 (24.11.1838)
Date
1838-11-24
Page
Seite 570 (sequence 4)
Language
German
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570 sen, und seine Mündung bezeichnen! wer will die Tropfen zählen, und die Zahl seiner Wellen bestimmen, über die hinaus sie nicht fluchen sollen! — ES ist so etwas Herrliches um das erwachte Leben, es klingt ein so göttliches Halleluja aus dem Brau-, sen deS wieder erstandenen Geistes, daß der ein Verbrechen begeht, der den gewöhnlichen Maßstab anlegt, und die Töne nach den Gesetzen der Harmonie meflen und zu einem einstimmigen Akkord bringen will. Ich gestehe eS Ihnen offen, mein Freund, daß mitten in der Ermüdung, welche mir die unzähligen,' oft unnützen und verdienstlosen Produkte dcr neuern jüdischen Literatur verursachen, mir der Gedanke, das sind die Stimmen eines rege gewordenen Lebens, das ist das drängen deS Geistes nach Luft und Licht, daS ist das hervorquillende Streben nach Besserem und Bestem, nach Höherem und Höchstem — immer wieder Lust und Kraft und männliches Bewußtsein schafft. Keine regelmäßige Krystalliscttion in den Prozeßen des verjüngten Geistes! Immerhin falsche Zusammensetzung der Kanten, wunderliche Formen, die abstoßen und anwachsen — befler als Tod und der Schlaf der Erstarrung! Ich will hiermit das Recht der Kritik nicht absprechen, mit ihrem Scheidewaffer das Seichte und Schlechte zu zersetzen und auözuscheiden, ich will hiermit der zu lauten Mittelmäßigkeit keine Lobrede halten — aber das Allgemeine will ich rechtfertigen, und die Zuversicht zu dem Gange der Ganzheit retten. Der ist der Menschenfreund, welcher den Strebenden unterstützt, den Schreitenden anspornt, den Klimmenden ermuntert, und nur den trägen Lotterbuben, den gleichgültigen Faullenzer verdammt — nicht aber wer von seiner Höhe herab die Heransteigenden verspottet. Wie leicht ist es, den Löwen zu spielen unter den Hasen, viel leichter, als ein besorgter Führer, ein unermüdeter Lenker und WaHter zu sein! — Und dann, mein Freund, von der sentimentalen Seite: wer da weiß, wie glücklich das Produciren macht, wer wollte es so manchem Einsamen verargen,' dcr mit erstarrten Fingern die zitternden Strahlen seiner Geisteslampe sammelt? Und nun verlangen Sie, ich soll Ihnen einen Ueberblick verschaffen über den jetzigen Standpunkt der jüdischen Literatur, ich sott Ihnen die Richtungen, die man eingeschlagen, die Ziele, nach denen man anstrebr, die Wege, die man beschritten, in ein Gemälde zusammenstellen, aus dem man die Lichter und Schatten mit einem Blicke ersehen kann, Sie. wollen nicht Namen und 'Titel, Sie wollen die Gedanken haben, welche die jüdische Geisteswelt gegenwärtig bewegen und beleben. Ich kann Ihnen dies nicht versprechen, ich kann nur versuchen. Die Formel zu finden, mit der man die Geister bannt, und sie zur Rede zwingt, ist sehr schwierig, und gelingt selten. Seine Persönlichkeit aufgeben, um die ursprüngliche Form anderer Geister zuschauen, nicht wie man sie im Reflex seines eigenen Geistes sieht, heißt viel verlangt. Aber Sie meinen, man stelle sich nicht umsonjt in den Mittelpunkt einer Welt, man nehme nicht umsonst das Wort für Viele, wer einer Arbeit sich unterzogen, müsse seine Kräfte kennen und jene vollenden. Sie sind ein wenig hart, aber ich verzeihe es Ihnen. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. 3n demselben werden Annoncen aller Arr gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Pettk-Schrift oder deren Raum aufgeitzo»nmen. Die Verlagshandlung. Neueste Schritt über Jüdenthum von B e n - U f i e l im November 1838. Der bekannte geistreiche Verfasser der „Neunzehn Briefe von Ben-U siel," welche bei ihrem Erscheinen eine so große Sensation erregten, — (Herr Lan dcabbine Hirsch in Oldenburg) hat so eben eine neue Schrift mit dem Titel: Erste Mittheiluugen aus Naphtalis Briefwechsel, herausgegeben von B e n - U f i e l gr. 8. Altona, Hammerich, geheftet 4 Thlr. herausgegeben, welche hiemit alle» Juden zur Beherzigung dringend empfohlen wird. Inallen Buchhandlungen Deutschlands, Oestreichs, Polens, Rußlands, der Schweiz und Dänemarks ist diese Schrift vorräthig und zu haben. So eben ist erschienen und auf feste Bestellung'durch uns zu beziehen: Das berühmte theologisch-philosophische Werk ö 3 i a 3 n vna (Boctor Perp lexorum) des Rabbi Moses Maimonides ins Deutsche übersetzt und kommentier von R. I. Fiirstenthal, Herausgeber der rabbinischen Anthologie, des Bechaji Herzenspflichten rc. I. Theil 1—3. Heft auf fein Papier 3 Thlr. 10 Gr. ord. - 3 - Das 1. und 2. Heft liegt zur Versendung bereit. Breslau. Aug. Schulz & Comp. Redacteur Dr. L. Philipps»». — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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