Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1885)
- Date
- 1885-08-11
- Page
- Seite 534 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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534 Opfer ward, berichtete, daß der Ruf von Gomez als dramatifcher Dichter in Spanien groß gewesen. Er sagt: „Die Theater von Madrid sind die Zeugen seines Verdienstes. Man hat seine Stücke mit Lobsprüchen überhäuft und in hohem Maaße applaudirt." Er vergleicht ihn in seinen Comö- , dien mit Mänander und Plautus. Sind dies auch lieber*! treibungen eines Freundes, so bestätigen sie doch den Erfolg! der Dramen von Gomez und was wenigstens seine Zeitge-! nosien von ihm hielten. Seine Dramen sind theils bistorische,! theils, und zwar die meisten, heroische. Was dieselben er-; müdend macht, sind ihre endlosen Monologe. Die Ehre, die Liebe, die Freundschaft und auch die Eifersucht werden am meisten von feinen Personen dargestellt. In mehreren Stücken tritt die Aehnlichkeit mit Calderon aufs Stärkste hervor; aber man darf nicht vergeffen, daß Gomez mehr als 20 Jahre älter war als Calderon. Dieser wurde im Jahre 1600 geboren und Gomez entfloh schon als alter Mann 1636. Wir müssen also Gomez als den Vorgänger betrachten, und nicht als Nachahmer Calderons. Jedenfalls nimmt Gomez in der Literaturgeschichte Spaniens einen ehrenvollen Platz, wenn nicht in der ersten, doch in der zweiten Reihe ein, und dies will immer schon viel sagen. Auffallend sind die düsteren Farben, mit welchen er bei seder paffenden Gelegenheit das eheliche Leben schildert. Er muß demnach unglücklich verheirathet gewesen sein, denn er hatte einen Sohn, Diego Amsterdam sich niederließ. Doch wird diesem kein moralischer Charakter zugeschrieben. — Andere biographische Nachrichten von Gomez fehlen, man nimmt an, daß er gegen 1662 verstorben sei. Sicher ist es jedoch, daß er zum Judenthum zurückgekehrt und in Holland die Religion seiner Väter geübt hat. Somit können wir ihn mit Recht unter die jüdischen Dichter zählen, und sehen an ihm und seinen beiden dramatischen Genossen, daß auch in Spanien, wie einst in Alexandrien (Griechisch) und in unserer Zeit in Deuschland und Frankreich Juden an der dramatischen Poesie ihren Antheil nahmen. Vermischtes. Ein alter Miether. In Frankfurt a. M. starb in diesen Tagen ein gewisser Bondy im 00. Lebensjahre, der — 65 Jahre in einem und demselben Hause gewohnt hat. Er war als Miether vom Großvater bis auf den Enkel vererbt worden. Und als der Letztere vor einigen Jahren das Haus verkaufte, stellte er dem Käufer die Bedingung, den Bondy bis zu dessen Tode in der Wohnung zu belassen und zwar zu dem bis- Enriquez Barsurto, welcher, in Spanien geboren, seinen Vater herigen Miethpreise. Man sieht, daß man mit einem Juden ins Exil folgte, längere Zeit in Rouen lebte und endlich in; recht gut fertig werden kann. Anzeigen. Tyi 4p werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- ■E 11 di üv folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Zum 1. April k. I. sind in unserer über 100 Mitglieder zählenden Gemeinde die Stellungen: 1) Eines akademisch gebildeten Religiouslehrers, der die Befähigung zu Kanzelvorträgen besitzt, mit einem Gehalte von M. 1650 p. a. mit Aussicht auf Steigerung und den mit diesem Amte verbundenen Emolumenten. 2) Eines tüchtig geschulten Eautors, der sowohl Schächter, als auch perfecter und {<-'pz sein muß, mit einem Gehalte von M. 1000 und den mit dieser Stellung verbundenen ziemlich bedeutenden Nebeneinkünsten wozu risntr :c. gehört, zu besetzen. Nur geeignete Bewerber wollen bis 1. October d. I. ihre -Offerten, denen Curriculum vitae nebst Abschrift ihrerZeugnisse beiliegen muß, an Unterzeichneter Stelle kostenfrei rinsenden. Der Dorstand der Synagogen-Gemeinde Coltbus i. g. Verlag von Haumgärtnrr's Kuchhandlung in Leipzig. Zu beziehen durch jede Buchhandlung: L. A. Albert's Englischer Dolmetscher. Anweisung, die englische Sprache binnen kurzer Zeit leicht und ohne Lehrer zu erlernen. Nebst einem Wörterbuche der deutschen und englischen Sprache, worin die Aussprache und richtige Betonung der englichen Worte angegeben ist rc. Soeben ausgegeben in 11. Auflage. Preis eleg. gebdn. 2 M. 40 Pf. Der Albert'sche Dolmetscher ist bereits in vielen Tausenden von Exemplaren verbreitet und unter den Lehrmitteln für den Selbstunterricht im Englischen auch heutigen Tages noch in allererster Linie zu empfehlen. Selbst der einfache Mann findet sich bei der praktischen Einrichtung dieses kleinen Handbuchs und bei der überall auf das Genaueste angegebenen Aussprache jedes englischen Wortes sofort in das Buch hinein und erwirbt sich durch Benutzung desielben in überraschend kurzer Zeit die Kenntniß der im täglichen Gebrauch am I häufigsten vorkommenden und daher auch zunächst wissenswerthen Wörter. Rücksichtlich der I äußeren Ausstattung ist das Buch handlich und dabei sehr elegant.