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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-06-09 · Heft 24 (9.6.1885) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 24 (9.6.1885)
Date
1885-06-09
Page
Seite 391 (sequence 15)
Language
German
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391 diese verpflanzt vom heimathlichen Boden, auch hier gediehen, > weil sie mit Liebe gepflegt und vor rauhem Nord geschützt! sind. Voll von ähnlichen Gedanken ging auch ich einmal; — es war an einem Pfingsttage des Jahres 1880, deir^ damals Christen und Juden gemeinschaftlich feierten — nach | längerem Weilen im Schloßgarten an unsere Cedern vorüber, j durch das Schloß nach Hause. Töne, die ich erst schwach! vernommen, schwollen immer mehr an und als ich an der Schloßkirche vorüberkam, hörte ich rauschenden Orgelklang, verbunden mit dem Gesänge der dort versammelten protestantischen Gemeinde. Hier wie in unserer Synagoge das frische Grün der Tanne, hier wie dort (die Ausgießung des heiligen Geistes d. i.) die Uebertragung einer Mission an die Menschheit gefeiert, und was bei uns Juden heute in der Sprache der alten Heimath, wie vor 3000 Jahren, gesprochen und gesungen wurde, der Priestersegen und die Psalmen Davids, das erklang auch hier: die Worte der heiligen Schrift, von Israel gehütet und überbracht, sind sie ein Erbtheil aller Nativnen geworden. Bon den bedeutendsten Dichtern und Denkern poetisch erfaßt, von den begabtesten Tonkünstlern in herrliche Melodien gekleidet, ertönen sie aus der weiten Erdenrunde in den Zungen aller gebildeten Völker. — Ja, was Gott und Menschen erfreuen soll, das bedarf der Liebe und Pflege, wie die Ceder Licht und Wärme braucht. Und die Menschen? Wird auch ihnen allesammt nicht bald ein Völkerfrühling erblühen, in welchem keine Keime mehr vernichtet keine Blüthen mehr geknickt werden? Louis Lehmann. Seltsame Erfolge eines Missionairs. Ein Prediger, den die schottische Missionsgesellschaft aus sandte, wirkt seit einer Reihe von Jahren in Salonichi, um unter den in großer Zahl daselbst ansässigen Juden Propaganda zu machen. In kurzer Zeit hatte der Missionar das unentbehrliche „Spanisch-Jüdische" inne, so daß er mit seinen neuen Freunden eingehende Besprechungen führen konnte. Sie hörten ihn willig an und fanden so großen Gefallen an ihm, daß sie sich oftmals Rath bei ihm erholten. Der „fränkische Rabbiner" mußte Streitigkeiten geschäftlicher und häuslicher Natur schlichten, Documente corrigiren und selbst in Geschäftsspeculationen seine Meinung abgeben — aber bekehren ließ sich keiner. Da der Geistliche sah, daß er aus den Juden keine Christen machen konnte, so suchte er wenigstens gute Menschen unter ihnen zu erziehen. Nun beschloß die schottische Mifsionsgesellschaft. den Posten in Salonichi zu unterdrücken Die Juden aber thaten sich sofort freiwillig zusammen und beschlosien, an die Gesellschaft eine Bittschrift zu richten, ihnen den Misiionar zu lasten. Sie erklärten sich sogar bereit, die Bestreitung der Kosten durch Sammlungen auszubringen, sodaß die schottische Mistionsgesellschaft nichts weiter zu thun hatte, als ihre Zustimmung zu geben. Die Juden halten sich also jetzt einen Mistionar auf eigene Kosten, aber bekehren lasten sie sich nicht. Der Mistionar heißt Peter Crosbie. Anzeigen. Ty. werden, mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst* * I * folgende Wochennnmmer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ansschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Die in Folge Ablebens des Herrn Rabbi ners Dr. Frrimann Hierselbst erledigte Stelle des Rabbiners soll zum 1. September d. I. anderweit besetzt werden. Mit derselben ist ein fixirtes Jahresgehalt von 300o M. nebst freier Amtswohnung und den üblichen Nebeneinnahmen verbunden. Der frühere Rabbiner war auch als Religionslehrer am hiesigen Gymnasium gegen besonderes Honorar angestellt. (8. 251« Akademisch gebildete Kandidaten wollen ihre Bewerbungen unter Beifügung von Zeug, nissen und eines Lebenslaufs bis zum i S.Juni er. an uns einreichen. Ostrowo(Reg.-Bez. Posen), d. 19.Mai 188.'). Ter Borstaud der Synagogen - Gemeinde. I. Laude. In meinem Pension» te finden israelit. Töchter freundliche Aufnahme. Frau Alma Silbermaun, gepr. Lehrerin, Berlin W., Potsdamerstraße 80 u f.8.18:4 2 Erledigtes Rabbinat. Das erledigte Lczirksrabbinal Oberdorf, Oberamts Ncreshcim, ist wieder zu M besetzen. Dasselbe ist mit einem aus der israelitischen Centralkirchenkaffe flüßenden, M peusionsberechtigten Gehalt von 1700 M., welLer je nach Ablaus einer gewiffen W Zahl von Dienstjahreu durch ebenfalls pensionsberechtigte Alterszulagen aus der ge- nannten Kasse sich stufenweise bis auf 2057 M. 14 Pf. erhöhen wird, neben freier Wohnung und den Gebühren für die Kasualien verbunden. Tie Bewerber werden aufgefordert, sich innerhalb vier Wochen unter Darlegung ihres Lebenslaufs und Bildungsganges und unter An'chluß der Nachweise über ihre Befähigung bei der Unterzeichneten Stelle zu melden. E Stuttgart, den u. Mai 1885. W König!. Württembergische Israel. Oberkrrchenbehorde: G Finckh. tetc Hotel Reinsberg, Oftende. ^3 Cvmfvrtable Einrichtung, 40 Zimmer. Aussicht auf das Meer. Feinste Weine nnd streng rituelle Küche. Außer der Hvch-Saifon Preisermäßigung. (21.295

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