Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 19 (5.5.1885)
- Date
- 1885-05-05
- Page
- Seite 311 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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311 Verbrechen eines Pfarrers! Zum Proceß Ritter. Aus Agram wird einem Wiener Blatte telegraphirt: Krakau, 18. April. Gegen die Brüder Diamant, Gegen den Nustarer Pfarrer Cincek, welcher von der Regiedie in der letzten Schlußverhandlung im Processe Ritter wegen rung für die erledigte Stelle des erzbischöflichen Seminardes Mordes in Lutcza als Zeugen in Betreff des Alibi des direktors empfohlen worden war, wurde von der Vorgesetzten Ritter zu dessen Gunsten ausfagten, wurde auf Antrag des Kirchenbehörde eine Untersuchung eingeleitet wegen folgender Staatsanwaltes die strafgerichtliche Untersuchung wegen sal- Delikte: Cincek soll im Jahre 1874 in der Pfarrerswolinug scher Zeugcnfchaft eingelcitet. Ritter wurde deshalb dieser bei der Befchneidung eines jüdischen Knaben als Pathe (?) Tage in dieser Sache über den Umstand einvernommen, fungirt haben; ferner soll er als Beistand bei der Hochzeit wann er mit den Brüdern Diamant zusammenkam und bei eines jüdischen Mädchens theilgenommen und endlich in der denselben 2(>0 fl. zur Complctirung der Mitgift seiner Tochter neuesten Zeit ebenfalls der Beschneidung eines Iudcnknaben Beile ausgeliehen habe, beigewohnt und gleich darauf die heilige Messe zelcbrirt haben." Anzeigen Tvt *fp werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- * * " folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Rxpedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. fSÄSRtÄt!» >»d Höber- Töchterschule Halt beträgt außer Nebeneinnahmen 1200 M. vo.i [L. S;>9 Fra« Dr. Leders»« in Hannover, werden Reisekosten ersetzt. [Br. 1434 ThiergarlenkraKe 3 Und 4. D§ _ _«cn. -- Vakanz. Die Stelle eines 7°' Y*'’ ist in hiesiger Gemeinde vom 1. Juli cr. ab vakant. Das fixe Gehalt beträgt bei freier Wohnung 750 Mark jährlich. Schechila und Nebenrevenüen ungefähr 105" Mark. Nur naluralifirte Kandidaten dürfen ihre Meldungen an den Unterzeichneten richten. Reisekosten werden nicht vergütet. [L. 1217 Kobylin, den 12. April 1885. Der Corporations - Borstand Isidor Roman«. In hiesiger Synagogen-Gemeinde ist die! Knltasbeamten - Stelle sofort zu besetzen. Das feste Einkommen beträgt jährlich -15" M. außer dem Ertrag vom Schlachten u. sonstigen . Nebeneinnahmen. Der Reflectant muß Schächter, Bordeter und Balkavrc sein, und den j Nachweis führen können, daß er preußischer' llnterthan ist. Meldungen mit Zeugnißab- : schristen und Angabe über Familienverhältniffe sind schleunigst an den Unterzeichneten j Vorstand einzusenden. |B.2126| Souuenburg N M., 23. April 1885. M. Hauff. Israelit. Tochter-Pensionat und Höhere Unterrichts-Anstalt. Gegründet 1864. [L. 564 Aufnahme von Zöglingen jeder Zeit. Prospecte auf Wunsch. Frau Direktor Therese Gronau. Berlin, 11 Hiuderfiu-Str. — Königs-Platz. Jsr. Pensionat uHöhereTöchterschulel von (Heschw. Sobernheirn in Bingen. I Beste Referenzen. Mäßige Bedingungen. Beginn des Sommer-Semesters am» S. April. [A. 4839 9 Ter Borstaud -er „Gesellschaft der Barmherzigen Brüder'" in Teffau, macht in verschiedenen öffentlichen Blättern bekannt» daß der Lotterie-Collccteur liejnianu Colin seit dem 28. Juli 1884 nicht mehr Börstcher dieser Gesellschaft, »nd an deffcn Stelle Herr Hirsc-Iifeld gewählt worden sei. Er knüpft daran, „nm Zrrthümer zn vermeiden", die Bitre. etwaige zur Bcrtheilung an Arme bestimmte Gelder, ihm übersenden zu wollen. Unterschrieben ist diese Bekanntmachung von den.Herren B. Rosenthul, llirselifeld. Eine solche Brröffcntlichung ist ganz dazu angcthan, den Schein zu erwecken, als hätte ich auch nach der freiwilligen Niedcrlegung meines Borstchcr-Amtcs, Rechte eines Borstchers ansgcüdt. oder gar Schlimmeres gcthan. — Ich sehe wich deshalb gcuöthigt, hiermit ciu für alle Male öffentlich und bestimmt zu erklären, daß ich seil der Niederlcgung meines Amtes mich auch nicht ein einziges Mal in die Geschäfte der genannten Gesellschaft ringemischt, noch Gelder für dieselbe vereinnahmt habe. Wenn mir seit jener Zeit von mitleidigen Menschen zuweilen größere oder kleinere Snmmcn zur Bcrtheilung an Arme auvertraut worden find, so ist das immer aus persönlichem Bertraucn geschehen, niemals bei diesen Zuwendungen die Gesellschaft dcr Barmherzigen Brüder genannt worden. Welche Beweggründe die Herren B. Rosentlial und Hirsehreld bei Erlaß ihrer Bekanntmachung geleitet haben, darüber enthalte ich mich jedes Nrtheilsi Bestimmt glaube ich aber behaupten zu können. daß es nicht mit de» Zwecken der mchrgedachrcn Gesellschaft stimmen würde, wenn der Borstand etwa dicEoncurrenz freier Privatwohlthätigkeit bekämpfen wollte. Dessau, im April 1887». Heymann Cohn. I