Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 19 (5.5.1885)
- Date
- 1885-05-05
- Page
- Seite 303 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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303 tvärtigen Strömung undurchführbar ist, hätte das ganze den! Confession betrachtet werden können, ernennen wird, muß die Antisemiten zum Amüsement dienende Schauspiel nicht zur Zukunft lehren. Aufführung gelangen lassen sollen. Ob es ihm um die Wie „Pesti Naplo" aus sicherer Quelle erfährt, wird Gleichberechtigung der Confessionen überhaupt Ernst sei, wird!Herr Dr. Ignatz Hirschler, der gewesene Präsident des von verschiedenen Seiten bezweifelt; ob er dem Princip zu! ungarischen israelitischen Congrefses, zum ersten israeliti- Liebe ein oder zwei Juden, die aber nie als die Vertreter der scheu Mitgliede des neuen Magnatenhauses ernannt werden C%>cVCvWl<£/5VlCLC Deutschland. Berlin, 24. April. (Privatmith.) Der bereits besprochene Bericht des Curatoriums der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin ist nunmehr ausgegeben worden und enthält als „wissenschaftliche Beigabe" einen Vortrag des Prof. Dr. Steinthal: „Haman, Bileam und der jüdische Nabi", auf welchen Sie wohl an anderer Stelle zurückkommen. Unseren früheren Notizen fügen wir nur! hinzu, daß der Rechnungsabschluß für das Jahr 1884 Einnahmen von M. 18,833 zeigt, von welchen allerdings der Kassabestand M. 4323 betrug. Da aber der Schluß des Jahres fast denselben Kassabestand aufweist, hoben sich Ausgaben und Einnahmen. Unter den Ausgaben befinden fich auch M. 1200 „Erbschaftssteuer des Benny Burchard'schen Legats", also eine nur einmalige Ausgabe. Somit ist der finanzielle Stand der Lehranstalt ein günstiger; nur daß man mehr Mittel herbeiwünscht, um die Wirksamkeit derselben erweitern zu können. Die Stipendienkasse weist eine Bilanz von M. 7517 auf, wobei allerdings der Kassenbcstand von M. 2914 auf M. 1453 zurückgegangen ist. Das Vermögen beläuft fich auf M. 127,264, so daß die Anstalt etwas über die Hälfte ihrer Ausgaben bereits durch ihre Zinsen deckt. — Auf eine Beschwerde jüdischer Hausväter wegen ihrer; Zuweisung zu einer katholischen Schule hat der Unterrichts-! minister entschieden, daß dem eventuellen Wunsche der Be- \ schwerdeführer entsprechend, die jüdischen Hausväter unter! Errichtung einer öffentlichen jüdischen Schule zu einer be-! sonderen Schulsocietät zu vereinigen sind. — Man erinnere j sich, daß als Br. Falk Unterrichtsminister war, dieser dahin! strebte, die jüdischen Schulen aufgeben und in die paritä-; tischen aufgehen zu lassen, und hierbei öfter eine gewisse Nöthigung ausübte. Jetzt will man das Gegentheil; aber einmal aufgehobene Anstalten lassen sich nur schwer wiederherstellen. Die Hauptsache bleibt immer, daß endlich das von der Verfassung verheißene Unterrichtsgesetz zu Stande komme, damit nicht immer die zeitweise Strömung ihren Einfluß allzu geltend machen könne. Aus Württemberg, 21. April. (Privatmitth.) Der „Staatsanzeiger" für Württemberg veröffentlicht den Stand der gerichtlichen Strafanstalten des Landes pro 1884. Die Bertheilung der Gefangenen nach ihrer Confession ist folgende: Stand 1883: 1193 evang., 836 kath., 7 israel. =0,1° . „ =0,14°/o„ =0,06% „ d. Bevölkerung, Zugang 2251 „ 1313 „ 18 „ zusammen 3 4 44 „ 2149 „ 25 Abgang 2430 „ 1313 „ 15 „ Rest 1311 „ 836 „ 10 „ =0,11°;« „ 0,14%„ 0,083% „ somit ein günstiges Zeugniß für die israelitische Confession. Posen, 21. April. Der hier erscheinende „Orendownik"! enthält eine Correspondenz „von der Grenze", nach welcher gegenwärtig in Westpreußen mit der Ausweisung von Unter-; thanen aus Russisch - Polen sehr streng vorgegangen wird. : Der Correspondent theilt mit, es sei von dem Landrathsamte i vor einer Woche eine Verfügung gekommen, die er zwar nicht! gelesen habe, über deren Inhalt er jedoch von Beamten! Folgendes gehört habe:! „1) Zunächst sei den Gendarmen und Zollbeamten an-! befohlen worden, einen Jeden, der aus Polen komme und sich l durch eine Legitimation nicht ausweisen könne, an die Grenze zurückzuführen; 2) Personen, welche aus Polen herüberzekommen und hier beschäftigt sind, sollen alsbald ausgewiesen werden; 3) Personen, welche sich hier angekauft haben, sollen sich derartig einrichten, daß, wenn die Ausweisungsverfügung kommt, sie ohne Weiteres dieser Verfügung Nachkommen können; diese Personen sollen protokollarisch vernommen werden." In diese Categorieen gehören gewiß viele Juden, und es ist kein Zweifel mehr, daß gegen sie äußerst streng verfahren wird. Aus dem Reichslande, im April. Es sind jetzt mehrere Rabbinate im Reichslande vakant. Vor Allem das Oberrabbinat von Metz durch den Tod des sel. Herrn Bigard, die Rabbinate von Bisheim, Cernay, Durmenach, Hegenheim und Seppois-le-Bas. Dagegen sind zwei Rabbinate besetzt worden, Sultz durch Herrn Roller und Brui math durch Herrn Ury, früher Rabbiner von Lauterburg. I Für Metz denkt man an Herrn Weill, Rabbiner von Pfalz-