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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-05-05 · Heft 19 (5.5.1885) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 19 (5.5.1885)
Date
1885-05-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Eia unparteiisches Organ für allrs jüdische Interesse. Herausgegeben von. Rabbiner Or. Ludwig Philippsou in Bonn. Kzepeöiliorr: Leipzig, Htoßplcrh 18. 49. Zahrgaug. . Leipzig, den 5. Mai 1885. Ko. 19. In reöacttonetlen Angelegenheiten wende man sich an vr. L.PHilivpson in Bonn direct, in allen übrigen an die BerlaaShandlung. Beilagen (Gebühr 12 SR.) find gleichfalls an letztere einzusenden. Diese Heilung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig S Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 111) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch Lea Buchhandel. lakslt. Leitende Artikel: Judaea und die Juden von Theodor Momalsen. (Schluß.). — Die Schlußdebatte um den „Oberhaus- Rabbiner" im ungarischen Abgeordnetenhause. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Aus Würltemberg, Posen, Aus dem Reichslande, Düffeldorf. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest, Agram, Krakau, Äus Ungarn, Szegedin. — Frankreich: Paris. — Rußland: Turek. — Bonn: Notizen. — Bonn: Literarische Notizen.— Feuilleton: Vermischtes. Sicitc\\Dc &c€. Bonn, 29. April. Iu-aea und die Jaden von Theodor Mommsen. IV. (Schluß.) Aus dem Vorhergehenden wird der Leser leicht entnehmen, in welcher Weise Mommsen den Aufstand in Alexandrien, Cyrene, Cypern und noch mehr den Krieg gegen Bar Kochba auffaßt und darstellt. Nach ihm hat die römische Regierung diese „Auflehnung des Iudenthums gar nicht weiter provozirt" — in diesem Einschiebsel „nicht weiter" liegt doch der Ausdruck eines geheimen Bedenkens — also lag das Unrecht ganz allein auf Seiten der Juden. Dies sagt Mommsen S. 544, und doch muß er auf der folgenden Seite zugestehcn, daß Jerusalem dem Jupiter geweiht ward und den Namen Aelia Capitolina erhielt, daß was die Juden früher freiwillig an den Tempel in Jerusalem steuerten, ihnen jetzt als Kopfsteuer für den Tempelschatz des Jupiter auserlegt wurde, also für den von ihnen verabscheuten Götzen- und Bilderdienst, daß ferner bei Todesstrafe die Leschneidung verboten wurde und daß in vielen Städten die Juden verfolgt und mißhandelt wurden. Dies Alles (und vielleicht noch vieles Andere, wovon wir nichts wissen), gilt in den Augen Mommsens für garnichts, sind Regierungsmaßregeln, welche die Juden nicht im Geringsten hätten provociren sollen. Das Verbot der Besch neidung hält er nur für ein Mißverständniß, eine Verwechslung mit der Castrirung. Man fragt sich, wie es möglich ist, daß ein Mann wie Mommsen eine solche Meinung vortragen konnte. Die Römer sahen die vielen aufwachsenden Generationen der Juden um sich und sollen die Beschneidung mit der Castrirung verwechselt haben! Daß später das mit grausamster Strenge, wofür uns Beispiele ausbewahrt worden, dnrchgeführte Verbot so weit wieder aufgehoben wurde, daß es nur für. die Aufnahme von Nichtjuden aufrecht blieb, zeigt hinlänglich, daß man die Bedeutung dieses religiösen Aktes wohl kannte. Nach Mommsen sind daher die insurgirenden Juden und insbesondere ihre Führer nur „Räuber", und Bar Kochba ein „Räuberhauptmann" (S. 545) — der Schatten des R. Akiba mag dies Mommsen verzeihen. Wenn die Spanier gegen Napoleon und die Franzosen einen Guerillakrieg führten, so waren sie Helden und ihr patriotischer Heroismus bewunderungswerth. Die Juden aber sind in solchem Falle für Mommsen nur Räuber und treiben Räuberwesen (S. 546). Auch nach diesen Aufständen änderten sich im zweiten und dritten Jahrhundert die Verhältnisse der Juden nicht. Der Aufenthalt und die freie Religionsübung waren ihnen in dem gesammten Reiche zugestanden. „Der Hauptsitz der Juden blieben immer die griechischen Provinzen; auch in der einigermaßen zweisprachigen Hauptstadt, deren zahlreiche Judenschast eine Reihe von Synagogen umfaßte, bildete diese einen Theil der griechischen Bevölkerung Roms. Ihre Grabschristen in Rom siind ausschließlich griechisch; in der aus dieser Judenschaft entwickelten römischen Christengemeinde ist das Taufbekenntniß bis in späte Zeit hinab griechisch gesprochen worden und die ersten drei Jahrhunderte hindurch die Schriftstellerei ausschließlich griechisch gewesen. Aber IS

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