Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1885)
- Date
- 1885-04-21
- Page
- Seite 279 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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einer Erneuerung ihres gciuzcn Seins, einer Läuterung ihres Denkens und Empfindens mittelst ungestörter Selbstschan und des Einlebens ihres begrenzten Selbst in das schrankenlose, ewige All *). Ich gehe noch weiter und meine in dem Bericht vom Hinausirren des Babyloniers Nebukadnezar2) in dem Wald Anklänge an das Waldleben der Inder wahrzunehmen. Wie dem aber auch sei, der Wald wirkt befreiend auf Geist und Seele; er durckdringt uns mit heiligem Ahnen von einem urewigen Gotteswehen, so daß wir uns dem erhabenen Gottesrauschen näher suhlen, das in der stillen Waldeinsamkeit weihevoller an unser Ohr dringt. Ob nicht auch die Rechtsprechung im Altetthum unter Bäumen 2), ja selbst der immer wiederkehrende Kultus des Ascherah Baumes im alten Israel aus solchem Naturempfinden hervorging? Wie viel verdanken die Propheten Israels in ihren Gleichnifien und Bildern der Anregung, dem harmonischen Gefühl, wo- » V ax Müller, Ueber den Ursprung und die Entwickelung der Religion S. 397. 2) Daniel 4. 30. 3) Auch in Israel: vgl. Richter 4. 6. mit der Wald auf sie einwirkte! Oft beschäftigten mich solche Gedanken, während ich im Walde der balnevlogischen Muße pflegte, und wie selbstvergefien lag ich dabei am Boden oder wanderte in prächtig geschaffenen Wegen, welche durch dichtes Gehölz schneidend über Berg und Thal stundenlang hinziehen. Da werden meine Schritte vor einem zierlichen tempelartigen Bau gehemmt, der, auf Bergeshöhe errichtet, weit umher einen 1 entzückenden Blick gewährt. Eine Inschrift ist drinnen oder I außerhalb über dem Eingang angebracht. Es ist ein Dankesj tempel, den geheilte Kranke hier gestiftet haben, — eine Bo- | tivtafel, auf welcher sie in ihrer Schrift und Sprache ihre! Wiederherstellung bezeugen. Zahlreich sind diese Botivtafeln! im Walde, wie in den Kurpromenaden; jede fast spricht in der Schrift und Sprache eines anderen Volkes zu uns. Aber gleich und übereinstimmend ist der Geist und Gedanke, der sich auf allen ausspricht: der Geist des Dankes vor Gott, der Gedanke der Anbetung vor dem, der allen Menschen ohne Unterschied ein liebender, helfender Vater ist. «Künde, Wanderer, es überall, wenn Deine Schritte sich heimwärts lenken." (Fortsetzung folgt.) Uuzeigen. Ty-| cpvin werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstfolgende Wochennnmmer bis spätestens Donnerstag eingeben. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Hosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zn adressiren. Durch die Wahl des Herrn D. Prager; hiejelbst zum Landes »Rabbiner in Cassel! werden die von demselben verwalteten Stellen: 1. eines Oberlehrers (Dirigenten) der hiei sigen Religionsschule. 2. eines Direktors der hiesigen Bildungs- 1 anstalt für jüdische Lehrer zum 1. Juli, eventuell 1. October d. I. frei. Geeignete Reslectanten werden ausgesorderl! ihre Bewerbungen unter Beifügung der Bej sähigungsnachweise thunlichst bald, spätestens 1 bis zum 15. Mai er. an den Borstand der; Synagogen-Gemeinde, oder den Secretair der > jüd. Gemeinde. Herrn I. Hossmann, Lützow! stratze Nc. 3 zu richten. [B. 1345 i Hannover, Den 9. April 1835j Der Borstaud der Synagogen - Gemeinde. Dr. Cohen. Spieker, Geheimer Regierungsrat, Vorsitzender derVerwaltungs-CommissiondecBtld.-Anstalt für jüd. Lehrer. Behufs Verheiratung sucht ein junger Arzt, jüd, die Bekanntschaft^e. reichen, womogl. jüd. jungen Dame. Gcsl.Ost. mit Angaben über Verhältnisse re. des sab J.A.S372 dieExpcd. d. Berliner Tageblattes, Berlin SAY. ft!, usio 1—2 jnnge Mädchen finden in einer isr. Familie in Essen a. d. Ruhr Pension. Event, ist im Hause Gelegenheit geboten, sich in der Musik zu vervollkommnen und gründlich alle tiroeige des Haushalts zu erlernen. Feinste Referenzen stehen zn Diensten. [K.ag. 406 Franko-Off. unter A. X. 4 befördert Rudolf Masse, Essen a. d. Ruhr. Ein Pensionair! findet Aufnahme bei [Br. 944 j Steruberg, Breslau, Büttnerstrasie si. Referenzen: Herren Landrabbiner Tiktin j und Rabbiner Dr. Josl._j Ein Comptoirlehrling mit guten Schalken ntnissen, am liebsten mit Be rechtigung zum einjährigenMilitäir. oder Aviturienl.sindet Stelle in nnseremFadrikgeschäst, in Lampen-, Metall- und Eisenwaarea, unter günstigen Bedingungen. Auf Wunsch Kost; und Logis tu unserer Behausung. Aussicht zu gründlicher, vielseitiger Ausbildung und yumane Behandlung wird zugesichect. j Neheim a. d. Ruhr. |L c. 1151 j Gebr. Wolfs. Eine geb. achtbare Rabbiner-Wittwe streng rituell, wünscht zur Miterziehnng eigener Kinder ein Mädchen oder einen Kuabcu unter mäßigen Bedingungen in Pension zu nehmen. Nachhilfe in Schularbeiten. Borzügl. Referenz. Gefl. Meld. Berlin C. R. Hauptpostamt postlagernd. Eine geb. junge Dame gesetzten Alters, Isr., aus sehr guter Familie, sucht Stellung zur selbstständigen Führung eines seinen Haushalts und zur Erziehung der Kinder, da selbige practische Erfahrung darin hat. Antritt wenn gewünscht sogleich. Gute Zeug' nisse vorhanden. [Bl. 5924 Offerten unter H. Q. 548 an Rudolf Moffe, Hamburg. Einladung zur Konferenz des Vereins ifr. (Elementar Icbrcr für IPcftfalcu und die Nbeinprooinz «zugleich Generalversammlung der Üttterstützmigscaffe des Vereins 1 zu fjcrforö im Lokale des „Bürgervereins" am 24. u. 27 Mai. (Erste Sitzung den 2\. JTlat Nachm. 21 -Tldr.) Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Ergänzungswahl für die ausscheidenderi Vorstandsmilgliedec: Blumenau, Gold' stetn und Treu. 3. Ber-ch: über die Schnlmätner-Confereu,; zn Berlin am 29. und 30. Dez. v. I. 4. Besprechung des vorjährigen Referats von , Ovpenheiiner: „Freunde und Feinde der jüdischen Schule". 5. lieber Collegialitäc und Autorität. Referent : Ostwald-Witten. ü. Vom Einsinß des Lehrers ans die Wahl Zeines Berufes der aus der Schule eu: 'kassenen Kinder. Referent Mandel Lin;. 7. Freie Besprechungen. Den Besuchern der Confcrenz (Äumeldunge.i bei Piedigec Or. Unlisch in Herford kann gastfreie Aufnahme in Familien, sowie ein Zuschuß zu den Reisekosten Seitens des D. I. G. B. in Aussicht gestellt werden. Auch Nichtmilglieder, sowie alle Freunde des Vereins und seiner Bestrebungen sind hiermit zur Theilnahme freundschafrtichft ein geladen. Bielefeld, 8. April 1885. D er Borstaud.