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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-03-10 · Heft 11 (10.3.1885) · p. Seite 174

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 11 (10.3.1885)
Date
1885-03-10
Page
Seite 174 (sequence 10)
Language
German
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174 treten, ehe es zu spät ist; dann aber auch mit Hingebung nach Möglichkeit Mitwirken am gedeihlichen Fortschritt des | Ganzen. Bis jetzt ist es fast ausschließlich Frankfurt gewesen, dessen hohem Wohlthätigskeitsfinne wir das günstige Resultat zu verdanken haben. Und doch kommen fast alle Pensionen und Unterstützungen von Lehrern und Lehrerfamilien nach andern Gemeinden! Außer den reichen Geschenken, die aus dieser Stadt uns zufließen, haben wir dort etwa 500 Ehrenkeit unter gegenseitiger Befehdung zur Schande des Juden tums verbringen. Wahrlich, diesem schändlichen Treiben wäre schon längst ein Ende bereitet, wenn — Alles bekannt wäre. — Lassen Sie mich noch einen Beweis dafür geben, daß die Achawa berechtigt ist, nach mancher Seite hin Klage zu führen. In einem p!ande im Süden Deuschlands haben wir seit vielen Jahren die schwersten Fälle: eine Wittwe mit 9 Kindern, (die oben bereits erwähnte,) einige mit 3 bis Mitglieder. Daß es möglich ist, auch anderwärts zu wirken, 4, mehrere alleinstehende Wittwen, u. s. f., so daß dahin läßt sich aus dem Umstand Nachweisen, daß neuerdings einige dankenswerthe Anstrengungen in anderen Gemeinden recht erfreuliche Resultate zur Folge hatten. Düsseldorf (d. Herrn vr. Wedell), St. Johann-Saarbrücken (Lehrer Tiefenbronner) fast stets l, z unserer Pertheilungssumme, auch schon darüber, fließt. Dort aber haben wir nur noch wenig active Mitglieder und im ganzen Lande nur 3—4 Ehrenmitglieder. Geschenke kommen nie vor! — Nur ein einziger würdiger Genosse u. A. m. Es kommt überall nur auf den guten Willen an! j ist stets mit Erfolg in seiner Gemeinde für uns eingetreten Wenn Alle, die es angeht, alle Mitglieder, alle irgendwie einflußreiche Männer, Gemeindevorsteher, Rabbiner und Lehrer in gleicher Weise sich bemühten, so müßte in Bälde die Zahl der Ehrenmitglieder auf das Zehnfache sich erhöhen, und die Achawa könnte bei 5000 Ehrenmitgliedern wohl allen gerechten Anforderungen genügen! SollteeinesolcheZahlim ganzen, großen deutschen Vaterlande für diese wichtigste gemeinsame Pflicht der deutschen Judenheit nicht zu erreichen sein? Eugen Richter sagte in einer der jüngsten Reichstagssitzungen: „Muß man denn ein wilder Indianer sein, mit Palmöl und Schnaps handeln, um Berücksichtigung zu erfahren?" Das ermahnte uns lebhaft an die deutsch- Dabei erhalten die Lehrer dort eine ältere Kasse, die armselige Unterstützungen giebt und haben eine Pensionskasse errichtet, — mit sehr wenig oder keinem Erfolg. Selbst auf Schreibebriefe an die Vorstände der großen Gemeinden, die den Mißstand, die Ungerechtigkeit gegen andere Gegenden hervorhoben, haben wir nicht einmal eine einzige Antwort erhalten. — Wir müssen daher auf andere Mittel sinnen, um dieser Handlungsweise entgegenzutreten und hoffen, sie zu finden. Mögen sich das die Herren Collegen und Gemeindevorstände dort gesagt sein lassen und selbst dahin wirken, daß endlich von ihnen nicht nur genommen, sondern auch durch sie von den dortigen Gemeinden und Wohlhabenden gejüdischen Verhältnisse, an die Zustände, wie sie bei uns seit! geben wird. Jahren herrschen. Muß man denn ein Orientale, ein Jeru-! Mögen die freundlichen Leser allerwärts unfern stetigen schalmi, Türke, oder sonst woher sein, oder mit „Erde vom! aufblühenden Verein nach Kräften und Gebühr unterstützen heiligen Lande" handeln, um bei unseren jüdischen Zeit-! und mögen sie uns entschuldigen, wenn wir harte Wahrheiten genossen Berücksichtigung zu finden? Da werden von einigen! mit vielleicht harten Worten ausgesprochen haben. Es gilt, heiligen Rebbes jahraus, jahrein uncontrollirbare Gelder! tiefe Schäden zu heilen und wir find um so mehr dazu befür das heilige Land in allerhand Formen und unter aller-! rechtigt, wenn wir Gutes zu berichten haben. Hand Bezeichnungen gesammelt und in weite Fernen geschickt.! Fürth, 27. Februar. Ueber die Einweihung der neuen Glücklich der Mann oder die Frau, deren Namen in diesen Abtheilung des bereits 122 Jahre bestehenden jüdischen gebenschten Sammellisten prangend steht! Die Lehrer des Waisenhauses für Mädchen erfolgt wegen Mangel an Raum göttlichen Wortes aber in unserer Nähe, unter uns; sie, die! den Geist des Judenthums aufrecht erhalten, denen die geistige! und sittliche Erziehung unserer Kinder in unserer Heimat der Bericht in nächster Nummer. Oesterreich-Ungarn. Pest, 22. Februar. (Privatmitth.) Heute Vormittag fand übertragen ist; die die Zukunft des deutschen Judenthums in Händen haben, diese berufstreuen Männer läßt man nicht! unter dem Vorsitz des Gemeinde-Präses Herrn Moritz Wahrallein während ihres ganzen Lebens darben und kümmerj lich ihr Dasein fristen: sie sollen nicht allein mit Aufopferung mann die Generalversammlung der hiesigen israelitischen Gemeinde statt. Vor Allem gelangte der Bericht des Vorihrer selbst wirken, ohne daß ihnen der bescheidene Sold in j standes über die Ergebnisse des Jahres 1864 zur Vorlage, würdiger Weise gereicht wird, — wenn sie alt und dienst-! Der Bericht konstatirt die eifrige Thätigkeit. welche die Leiunfähig geworden, wirft man sie auch noch wie ausgepreßte1 tung der Gemeinde bezüglich der Hebung des Religionsuuter- Citronen weg! Mögen sie betteln gehn, wenn sie hungrig! richtes, der Armen und Krankenpflege und auf dem Gebiete sind. JhreWittwen und Waisen gelten diesen ftommen deutschen j des Unterrichts entwickelte. Wir entnehmen der umfangreichen Rebbes nicht so viel, wie einer jener zweifelhaften Zaddikim Vorlage folgende Daten: Seitens des Rabbinates wurden im heiligen Lande, die ihr Leben in heuchlerischer Frömmig-> in 137 Scheidungsprozessen die Parteien wenigstens dreimal

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