Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 11 (10.3.1885)
- Date
- 1885-03-10
- Page
- Seite 172 (sequence 8)
- Language
- German
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172 dienstvollen Manne seine tapfere Vertheidigung des Rechtes schichte der Juden der Dauphine von Proudhomme; Geeinen Ansturm des Pöbels auf seine Wohnung und, was noch! schichte der Juden von Belgien unter dem alten Regime von mehr sagen will, den Verlust seines Wahlkreises, also seines Ouverleaux— „biblische Untersuchungen" von Joseph Ha- Mandats für das Abgeordnetenhaus ein. Wir erwähnen dies lövy über das Tetragrammaton und mntpj?, byz; auch, weil diese Vorgänge ein Streiflicht auf die Verschiedenheit der Berhältniffe in Preußen und Ungarn werfen. Jn- — Im Mai 1884 hielt Dr. med. Carl von Klein einen Vortrag in Washington in der Jahresversammlung der Amedeß glauben wir, daß nicht diese Angriffe, sondern patrioi rikanischen Medicinischen Gesellschaft, der auch im Druck ertische Rücksichten Herrn Eötvös von der Veröffentlichung schien: „Jewisb Hygiene and Diet, the Talmud and vaseiner Arbeit zurückgehalten haben.— Herr Dr. Sello giebt rious other Jewisli writings, heretofore untranslated. “ Eine uns zuerst die Geschichte des Proceffes und schildert zu Aneigenthümliche kleine Schrift, die mehr der Neubegier Unfang den Boden, aus welchem der ganze Proceß erwachsen kundiger über den Talmud dienen mag, als ihren Gegenstand ist. Alsdann beschäftigt er sich mit der Prüfung der Zeugen auch nur in geringem Maße erschöpfend zu behandeln. Der und ihrer Aussagen pro et contra. Wenn er im ersten Vers, zählt die sämmtlichen Traktate des Talmuds mit ihrem Theile die antisemitische Agitation thätig zeigt, die in Neuhauptsächlichen Inhalt auf, ergeht sich in einigen Partien der stettin ihren Gipfel erreicht, die ganze Bevölkerung, einjüdischen Literatur, dann in der Geschichte der Erzväter bis schließlich einiger Behörden, wahrhaft entzündet hatte, und Moses und kommt dann endlich zur Hygiene und Diät, inwelcher die Verdächtigung, die Denunciationen und endlich dem er ausführlich die Behandlung des Fleisches nach den die Anklage, sowie die Beschaffung der Belastungszeugen zu jüdischen Satzungen beschreibt und noch Einiges über die danken waren: so stellte er im zweiten in das hellste Licht,: Keuschheitsgesetze, das Händewaschen u. s. w. hinzufügt. Der wie die Zeugen nach 1' und dann nach 3 Jahren viel! wissenschaftliche Gehalt ist also nicht groß, doch haben wir mehr zu bekunden wußten als kurz nach dem Ereigniß, daß; die wohlwollende und anerkennende Behandlung des Gegensie sich zuletzt auf's Bestimmteste Worte und Thatsachen er- : standes, wie ihn der Verf. sich einmal gewählt und zurecht innerten, von denen sie bei den ersten Vernehmungen nichts gelegt hat, zu rühmen. — Aus der Revolutionszeit in Oestergewußt. Er weist nach, wie grade dieses Moment vor dem reich-Ungarn (1848—49). Von G. Wolf. Wien 1885. Schwurgerichte zu Köslin unbeachtet geblieben. Er führt < Alfred Hölder. Ueber die merkwürdigen Jahre 1848 und uns dann die beiden Hauptzeugen, Lehrer Pieper und Arbeiter | 1849 wird man noch lange Zeit geschichtliches Material zu Buchholz, in ihrer Persönlichkeit vor. Schließlich wäre das Resammeln und zu veröffentlichen haben, um zu einer vollsultat vielleicht doch zweifelhaft geblieben, wenn nicht fast in ständigen Kenntniß der Ereignisse und zu einem unparteiischen der letzten Stunde in einem Zeugen das Gewissen erwacht Urtheil über den Charakter der Begebenheiten und der in wäre, um zu bekunden und durch andere Zeugen zu be-' denselben thätigen Persönlichkeiten zu gelangen. Wir können weisen, daß Buchholz einige Tage vor dem Brande einen daher dem Vers, der vorliegenden Schrift für seine Mittheianderen Arbeiter, der auch zur Stelle geschafft wurde, habe lungen aufrichtigen Dank und Anerkennung aussprechen. Was bewegen und bestechen wollen, die Synagoge anznzünden. bisher über jene Jahre in die Oeffentlichkeit getreten, betrifft Dies berechtigt den Vers., den Buchbolz einen „Verbrecher" zumeist die Geschichte der Bewegung, der Führer derselben, zu nennen. Das Verdienst des Herrn Verfassers in dieser die auf- und absteigende Linie, welche sie durcheilte. Das Darstellung besteht hauptsächlich in der Klarheit und Unpar- Verdienst der vorliegenden Schrift besteht aber darin, daß teilichkeit, in der Einfachheit der Sprache und dem Wegfall sie uns aus Dokumenten, Berichten, Briefen u. s. w. vielen jeder leidenschaftlichen Erregung. Er hat absichtlich jene Aufschluß über die Personen bringt, welche der Bewegung Kunst verschmäht, die aus einem solchen Criminalfalle ein entgegengctreten und sie überwältigt haben, über ihre Anspannendes Drama machen will, und ohne künstliche Gruppisichten und Maßnahmen, über die Berhältniffe, aus welchen rung führt er den Faden seines Berichtes in natürlicher heraus sic agirten. Hierdurch erst wird uns das Bild jener Weise bis zum Endergebniß fort. Wir rechnen deshalb die stürmischen Zeit vervollständigt, werden uns die Thatsachen Arbeit des Herrn Dr. Sello zu den Glücksfällen dieses Proerklärlicher und unsre Ansicht über diese Männer, wie sie cesses, durch welche nach so bitteren Leiden den unschuldig von ihrem Standpunkte aus vorgingen, sicherer. Der Verf. Verfolgten die vollste Befriedigung gewährt wurde. Wir bespricht kurz die Märztage — denn er vermeidet alles geempfehlen deshalb das Heft zur Anschaffung und Lectüre. nügend Bckannnte noch einmal zu erzählen — und „Pfingsten — Nr. 18 der Revue des Ktudes juxves (Oktober bis De- 1848 in Prag". Am meisten beschäftigt er sich mit Italien cember 1884) enthält, außer den Fortsetzungen über zwei und den Thaten des alten Radetzky. „Ein Blick auf Ungarn" Handelsbücher aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts von und „der Belagerungszustand in Wien" vollenden das Hi- Jsidore Loeb, unednte Documente von Neubauer; Gestorische, welchen er dann „Selbsterlebtes" anfügt. Die