Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 9 (24.2.1885)
- Date
- 1885-02-24
- Page
- Seite 147 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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147 Bibel und dem Talmud gesättigt, hat das Recht erworben^ sich am fremden Feuer zu erwärmen." „Rabbi", antworteten darauf die Beherzten, die sich aber trotzdem demüthig der seelischen Führung ihrer Obern unterwarfen, „wie können wir uns weltliche Gelehrsamkeit nach unserem 30. Lebensjahre aneignen, wenn sich der Geist abstumpft, das Gedächtniß schwächt, und die Lust und Kraft der Jugend vergeht? Es geschah jedoch wie vorgeschrieben. Ihr Geist wurde stumpf, das Gedächtniß schwach, Kraft und Lust der Jugend verfiel. Das stille regungslose Grab des Maimonides stand in einem Meere von Finsterniß, das sich über sein durch ihn dem Lichte zugeführtes Volk ergoß. Sein Gedächtniß wurde verflucht, und eine verwegene Hand verwischte die Grabschrist voll Dankbarkeit und Verehrung, an ihre Stelle jene trockene und schrecklichen Worte voll fanatischer Verdunkelung setzend: „Hier ruht Moses Maimonides, der verfluchte Ketzer." Die gleichen Streitigkeiten entbrannten zur selben Zeit zwischen den in Polen ansässigen Juden. Nur waren diese unendlich viel weniger von Leiden erschöpft als ihre Brüder im Westen, aber freier und sich ihrer Rechte an das Dasein und Zukunft mehr bewußt, zeigten sie weniger Enthaltsamkeit, sich an der fremden Flamme zu wärmen. Im Gegentheil entwickelte sich aus ihnen eine ziemlich starke Gemeinschaft, welche laut nach weltlicher Lehre rief, um sich mit der übrigen Menschheit in geistigem Mühen und Streben zu verbrüdern. Einer der Männer, der an der Spitze dieser Gemeinschaft stand, war der litthauische Senior Ezofowicz. In Folge seiner Bemühungen ward durch die zu jener Zeit tagende israelitische Synode ein Aufruf an alle Juden Polens erlassen, dessen Hauptabschnitt wie folgt lautete: „Jehooah hat zahlreiche Sefirot." ') „Adam hatte verschiedene Vollkommenheiten." l) Bon der Kabala angenommene Eigenschaften der göttlichen Macht. Anm. d. Uebers. <Fortsetzung folgt.) Anzeigen. CT/xtifi 4werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächst- III k)üX %Xtuw folgende Wochennnmmer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Bxpedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen i-i Berlin etc. zn adressiren. Zum 1. April d. I. soll die Stelle eines Religiouslehrers, BorbetcrS u. Schächters bei der hiesigen Gemeinde neu besetzt werden. Fester Gehalt M. 1000 pr. anno und ca. 3—400 Mk. Nebeneinknnfle. Geeignete Rej flectanten wollen sich bei Einsendung Ihrer, Zeugnisse wenden an den Boi stand der jüd.! Gemeinde in [L. 523 j Reubraudeuburg - Mecklenburg. Gustav Götz. Durch das am 30. Januar d. I. erfolgte Hinscheiden unseres hochgeachteten Lehrers ist die hiesige Stelle als |L. 647 ' Religionslehrer, Vorbeter und Schächter neu zu besetzen. Qualtficirre Bewerber werden ersucht, mit | dem Unterzeichneten Borstand in Unterhand-! lung zu treten, welcher weitere Auskunft gern! ertheilt.! Suhl in Thüringen. Ter Vorstand der Squagogeu - Gemeinde. Meyer. Israelit. Tochter-Pensionat und Höhere Unterrichts-Anstalt. Gegründet 1804. sL. 564 Ausnahme von Zöglingen jeder Zeit. Prospekte auf Wunsch. Frau Direktor Therese Grouan. Berliu, 11 Hinderst« Str. — Köuigs-Platz. Wir suchen zum 1. Juni 1885 einen Cultusbeamten. Festes Gehalt 600 Mk, welches sich durch Rebeneinkommen ans mindestens t:5uO Mk. erhöht. Bewerber, welche Befähigung zum Religionsuiucrricht Nachweisen können, wollen sich an den Unterzeichneten wenden.! l,. 682 Stuhm, im Februar 1885. Der Dorftand der Synagoge» - Gemeinde. £. Herrmann. Pensionat in Sondershausen. Zu Ostern finden junge Mädchen freundl. Aufnahme. Höhere Töchterschule, Lehrerinnen-Seminar u. Conservatorium der Musik am Platze, gründliche Ecleruung des Haushalts und aller weibliche» Handarbeiten, sowie Gelegenheit zur gesellschaftlichen Ausbildung im Hau,e. Gute Referen -en durch den Herrn Realschul-Director Schmidt. lL- 547 Ara« Oberlehrer Goldschmidt. In meinem Pensionat für israelitische Töchter, das ich am 1. April er. nach der Potsdamerstr. :>0a, nahe d- Thiergarten verlege, finden junge Mädchen behufs höherer Ausbildung, wie schulpflichtige Kinder, liebevolle Ausnahme. Gute Referenzen. Frau Alma Silbermanu, gepr. Lehrerin, Berlin C., Reue ^chönhaujerstraße 2. |B. 657 Eine junge geb. Dame, mos., mit guten Empfehlungen sucht Engagement als Gesellschafterin, Erzieherin und Stütze der Hausfrau. Gütige Adressen sub J. P. 4933 an Rudolf Masse, Berliu SW. [B. 880 Eine jungeDame, Jsr., wissenschastl-, sprach!, u. musikalisch gebildet, wünscht Stellung als Erzieherin bei Kindern bis zu 12 Jahren. Gefl. Adressen erbeten an Cantor M. Abel in Dessau. Eine gut empf. in der israel. Küche gewandte Person für gleich oder später nach Dresden gesucht. Offerten sub T. V. 154 Jnvatidcudank Leipzig. [D. 94."» Auf sogleich oder später suche zur Ueber wachung der Schulaufgaben für meine beiden Rinder, einen Mädchen von 12 und einem Knaben von 9 Jahren, eine gebildete junge Dame, welche auch in Handarbeiten bewandert sein muß. [L. 564 G. Bodenheim, Cassel, Bahnhofstraße 10. Eine vorz. empf. Dame (Jsr.) sucht Stellung , als Repräsentantin od. Erzieherin. Dies, iit feingeb., musikal., wirthsch. tüchtig u. war , 7 Jahre in einem Hause thätig. Off. unter ' H. (j<. 1925 an Rudolf Messe, Potsdam.