Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 8 (17.2.1885)
- Date
- 1885-02-17
- Page
- Seite 126 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Blattes. Dieser Tag wurde in allgemeiner Anerkennung der Verdienste des Herrn Zederbaum von den würdigsten Vertretern der jüdischen Intelligenz zu Petersburg festlich begangen. Zederbaum schildert in den beiden ersten Nummern des „Hamelitz" dieses Jahrgangs sehr ausführlich dieses Jubeldieser Zeitung wurde von russischen Kaufleuten eine Collecte von 460000 Rubel zusammengeschöffeu. Dieses Schaudblatt soll den „Kampf gegen den jüdischen Einfluß" in der Industrie und in den Fabriken, die in den Händen der Juden sich befinden, in frechster und gehässigster Art führen. — In fest, er druckt die verschiedenen Gratulationen, die Adressen, der That wird es bei der gegenwärtigen prekären Lage der Telegramme, Ansprachen, Toaste ab, die ihm, dem „dem Fürsten über Tausend" dargebracht wurden. Viele Deputationen, die aus den bedeutendsten Schriftstellern und Würdenträgern Rußlands bestanden, begrüßten den hochverehrten Jubilar. Die Deputation, mit dem greisen neuhebräischen Schriftsteller Herrn M. Berlin an der Spitze, überreichte ein schönes, mit finnreichen Allegorien und passenden Bibelversen geschmücktes, in Silber gearbeitetes Tintenfaß nebst Feder. — Die 1000. Nummer brachte ihren Abonnenten eine umfassende und inhaltsreiche Beilage mit geschmackvoller Ausstattung, ein ganzes Buch, betitelt: i'p -;nx _ zum Geschenk. Möge der rastlose Redakteur neuen : fessionen dann Aufnahme finden sollten, wenn Juden, in die Muth und Kräfte gewinnen und durch den Beistand Gottes j Zünfte ausgenommen, das Recht, Lehrlinge auszubilden, werseine Feder auch fortan Humanität, Menschenliebe und Bruden erhalten haben. Zufolge des „Journals des MinistederliÄ»e zu fördern vermögen. — Es macht sich auch schon; riums der Bolksaufklärung" ist die Gesammtzahl der Studie Anerkenn.ng der jüdischen Verdienste und Wissenschaft direnden au der Universität in Charkow im Jahre 1884: in Rußland gellend. So wurden der „Deutsch. Petersb. Ztg." 11067. Darunter 2c0 jüdische Studenten. Unter 589 Schüzufolge abermals einige unserer treuen Glaubensgenossen für lern des Gymnasiums in Mitau in demselben Jahre waren Juden in Rußland böse Früchte tragen, wenn ein solches Blatt hier forlexistiren und von der Regierung nicht confiscirt werden sollte. — Dem „ Moschod" wird Folgendes mitgetheilt: In Mohilew (Podolien) hat die Stadt mit Erlaubniß des Ministers 8600 Rubel aus der Kasse der Juden für eine neue Realschule genommen. Das angegebene Blatt fragt, ob auch an dieser Schule, welche fast nur durch jüdisches Capital besteht, die Zahl der jüdsschen Schüler eine beschränkte sein müsse. — Frau Petronell« Baumann in Warschau hat jüngst eine Gewerbeschule für Juden daselbst gegründet mit der Bestimmung, daß Schüler anderer Conihre Verdienste mit Würden beehrt. Der Wirkliche Staatsrath Samuel Poliakoff ist zum Geheimrath (der erste Fall in Rußland) ernannt worden, weil er als Ehrencurator des Gymnasiums in Jelez sich wohlverdient um diese IM jüdische. — In Minsk hat Anfang Januar eine Festlichkeit in der Wohnung des Herrn Gouvernementsmarschalls von Pavlov, welche er zu diesem Zwecke zu Gebote stellte, zu Gunsten der jüdischen Schüler der dortigen Gewerbeschule Schulanstalt gemacht hat. — Unser rühmlichst bekannter' stattgefunden, an der auch die Notabilitäten der christlichen Orientalist vr. A. Harkavy hat den Titel „Staatsrath" Einwohnerschaft Theil nahmen. Dieser glänzende Ball trug und zugleich den Stanislaus-Orden 1. Klasse, und der Wirk-! 7MRubel ein. Die humane Anstalt besteht schon das 5. Jahr liche Staatsrath Dr. Hirschhorn den Wladimir-Orden und wurde von dem dortigen würdigen Rabbiner Herrn IV. Klasse erhalten. — Wie einige unserer Blätter aus sicherer Quelle mitzutheilen wissen, haben die jüdisch-russische Zeitschrift in Petersburg, „Rußky Jewrej" (Russischer Jude), welche erst bcn 6. Jahrgang zählte, und die Monatshefte „Jewrej Roje Obosrenie" (Jüdische Rundschau) 1. Jahrgang, herausgegeben von dem bekannten hebräischen Literaten Herrn Hirsch Rabinowitsch, und redigirt von dem als talentvollen hebräischen Publizisten bekannten 0r. L. Kantor seit dem 1. Januar a. c. sein Erscheinen eingestellt. Das genannte Organ war unbedingt das nützlichste für die Gesammtintereffen des russischen Judenthums, welches wir bisher halten, lieber sein zu frühes Ende verlautet aus vielen jüdischen Herzen das tiefste Bedauern. Die Ursache des bedauernswerthen Eingehens ist noch unbekannt. — Gerüchten zufolge begann mit dem neuen Jahre in Moskau ein tägliches antisemitisches Schandblatt in russischer Sprache, betitelt „Golos Moskwa" (Die Stimme Moskaus), zu erscheinen. Die Redaktton dieses Schandblattes ist bis jetzt noch anonym. Zur Herausgabe Chaneles gegründet. Es wird nicht nur das Handwerk den armen Kindern gelehrt, sondern sie werden auch in der Bibelübersetzung, im Hebräisch-Schreiben und in der Landessprache unterrichtet. — Ein Blatt in Petersburg meldet Folgendes: Die unter dem Präsidium des Grafen v.Kahlen eingesetzte sog. Judencommisfion soll für ihre Aufgabe zur Revision der auf die Juden bezüglichen Gesetze das gesammte ihr unterbreitete Material in 40 Theile zerlegt und von diesen 40 bis jetzt blos einen einzigen Theil erledigt haben. Wie länge die übrigen 39 der Erledigung harren werden — weiß Gott allein. In welchem Zustande sich die Dinge in dieser Commission befinden, ist überhaupt sehr schwer zu ermitteln, da sie alles unter dem Mantel des Geheimnisses thut. Das deutsche Central-Comits für die russisch jüdischen Flüchtlinge unter dem Vorsitzenden Herrn Justizrath Makower in Berlin hat 500Rubel Unterstützung an die, durch die Juni-Katastrophe in Nischni-Nowogrod Geschädigten geschickt. — Aus Batum werden die Juden, darunter solche