Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 8 (17.2.1885)
- Date
- 1885-02-17
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
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124 gehaltenen Festpredigt regte Herr Rabbiner vr. Silberstein Allein diese Besorgniß ist unter den jetzigen Umständen undie Gründung eines Waisenhauses an, dessen die Prov. Nassau! begründet, da gegenwärtig die Staatsbehörde ihnen den Aufbisher entbehre. Der Gedanke zündete, und ein Gemeindemitglied stellte dem Herrn vr. Silberstein sosort nach Beendigung des Gottesdienstes die Summe von 1000 Mark für enthalt sehr erschwert und sie zum Examen nicht zulaffen würde. Darob entsteht aber die Frage, ob die Anstalt eine hinreichende Anzahl preußischer Zöglinge finden werde. — diesen Zweck zur Verfügung, dem bald ein anderes mit der Seit einem Jahre wird hier für die Errichtung eines unsrer gleichen Summe folgte. Beim Festmahle, bei welchem eine Subskriptionsliste in Umlauf gesetzt war, wurden etwa 2000 M. Gemeinde würdigen Krankenhauses agitirt, und man hatte die Hoffnung gehegt, daß der kürzlich verstorbene Geheime gezeichnet, so daß circa 5000 Mark bereits vorhanden find. Kommerzienrath Jaff«, der sich dafür interessirt hatte, ein Leipzig, 8. Februar. Die Herren Mey & Edlich in i beträchtliches Legat für diesen Zweck bestimmt haben werde. Leipzig verlangen auf Grund des Preßgesetzes den Abdruckj Diese Hoffnung blieb aber unerfüllt. Ebenso will man die folgender Erklärung in Bezug auf den Art. aus Leipzig in! beiden Krankenverpflegungs- und Beerdigungs-Vereine, den Nr. 6 unsres Blattes: j alten und den neuen, mit einander vereinigen. Ob man „Nur auf Grund der nachweislichen Thatsache, daß seitens vieler der sich durch die bedeutende Ausdehnung unseres Versandtgeschäftes angeblich geschädigt glaubenden Händler, vorhiermit zum Ziele kommen werde, ist noch fraglich. B. Wormditt (Ostpreußen,) 3. Februar. Die „K. H. Z." schreibt: „In Wormditt iu Ostpreußen hat der Lehrer und nehmlich in kleineren Orten, in böswilliger Absicht verbreitet! Prediger an der dortigen jüdischen Gemeinde, Herr Gruschka, worden ist, unsere Firma sei eine jüdische und deshalb eine I welcher russischer Unterthan, aber seit 6 Jahren in Preußen speziell bei Weihnachtseinkäufen nicht zu berücksichtigende Bezugsquelle — haben wir uns veranlaßt gesehen, in dem belegten Cirkular solche unlautere Störung unserer geschäftlichen Unternehmungen unter Betonung unserer christlichen Confesfion zurückzuweisen. Dagegen hat es uns sehr fern gelegen, durch die Verbreitung dieses Cirkulars etwa die derzeittge anttsemittsche Strömung fördern resp. unterstützen zu wollen. ansäßig ist, von der Verwaltungsbehörde am 1. d. M. die Ordre erhalten, binnen 14 Tagen das preußische Staatsgebiet zu verlassen." Oesterreich-Ungarn. Wie«, im Februar. Herr vr. D. H. Müller ist zum ordentlichen Profeffor der semitischen Sprachen an der Uni- Unsere geschäftlichen Bestrebungen gipfeln darin, alle j versität in Wien und Herr vr. Joseph Freiherr von Schey unsere Auftraggeber in der von uns erwarteten sorgsamsten; zum ordentlichen Profeffor des römischen Rechtes an der Uni- Weise zu bedienen und wir müßten es sehr bedauern, wenn! versität in Graz ernannt worden. Beide sind Israeliten, uns der Inhalt des zur Abwehr gegen Conkurrenz-Manöver j Pest, 4. Februar. Wie dem „P. Lloyd"' mitgetheilt erlaffenen Cirkulars in von uns nicht beabsichtigter Weise wird, ist die Nachricht, daß Josef Rabbinowitsch, der falsch ausgelegt werden sollte.! weder Rechtsanwalt, noch Dottor ist, von orthodoxen Juden Hochachtungsvoll! ermordet sei. unrichtig; er lebt unversehrt in Kischineff. Mey & Edlich." | Der Uhrmacher Krügemeier, ein eifriger Anttsemit und Diese Erklärung würde ausreichend sein, wenn die Herren Agitator Schönerer's, wurde wegen Veruntreuung gestern in in ihrer Anzeige nicht hinzugefügt hätten, daß sie in ihren Com- Wien zu einjährigem schweren, mit Fasten verschärften Kerker ptoirs und Werkstätten mit ungefähr 1000 Arbeitern nur verurtheilt. Christen beschäftigen. Diese Bemerkung war aus den in Warmoros-Sziget, 3. Februar. In dem novisirten obiger Erklärung angeführten Motiven nicht nothwendig, be-; Prozesse der von der kön. Kurie wegen des Verbrechens der zeichnet aber vollständig, welchen Standpuntt, thatsächlich wie vorsätzlichen Tödtung zu je 12 Jahren Zuchthaus verurtheilten formell, die Herren Mey & Edlich einnehmen. Die Redakt.! Emil Lax und Naphtali Mendelovics fand heute vor dem Posen, 5. Februar. (Privatmitth.) Endlich scheint die i hiesigen Gerichtshöfe die Schlußverhandlung statt. Der Ge Gründung eines Lehrerseminars für unsere Provinz zur j richtshof fand, daß das Urtheil der Kurie nicht außer Kraft Wahrheit zu werden, vr. Feilchenfeld und Or. Bloch haben sich dazu vereinigt. Ein desfallfiger Aufruf ist erschienen, und die Betheiligung durch Zeichnungen hat einen guten Fortgang, so daß das Zustandekommen gesichert scheint. Von Bielen wurde die Befürchtung gehegt, das wir einen starken Zuzug junger polnischer Leute haben würden, gegen welche man hier nach den gemachten Erfahrungen eingenommen ist. zu setzen sei. Aus Ungarn, im Februar. Am 23. Oktober 1881 wurde in der Ortschaft Borsa, im Marmaroser Komitat, der dortige Friedensrichter Johann Hosda ermordet aufgefunden. Da die Werthsachen des Ermordeten vorgefunden wurden, so konnte hier nur ein Akt der Rache verübt worden sein. Die christliche Bevölkerung Borsas hatte die dortigen Juden