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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-17 · Heft 138 (17.11.1838) · p. Seite 557

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 138 (17.11.1838)
Date
1838-11-17
Page
Seite 557 (sequence 3)
Language
German
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557 erst dann, als sie in der Nahe des Schlosses waren. Die Fürstin ersckrack, aber Mariamne schlug unwillkührlich ihren Schleier ein wenig zurück, und betrachtete den gefürchteten Feind mit einer naiven Neugier. Hatte sie ihn bisher doch so eigentlich nicht angesehen, und dennoch war die Gelegenheit, den Widersacher kennen zu lernen, so günstig, daß sie sich nachher, unfehlbar geärgert haben würde. Aber sie vermochte, trotz aller Vorurtheile nur einen jungen, schönen Mann wahrzunehmen, und der konnte unmöglich ihr Feind sein. Mutter, flüsterte sie, sei nur nicht ängstlich, daß ist kein Bösewicht. Und die Mutttr drängte auch bald ihren Schrecken zurück; sie dankte, doppelt erfreut dem edlen Herodes, und wünschte bald Gelegenheit ihre freundschaftliche Gesinnung an den Tag legen zu können. Herodes stimmte Ln diesen Wunsch mit ein, und beurlaubte sich jetzt, weil er es weder für räthlich, noch passend hielt, mit in das Schloß zu gehen. Doch blieb er mit seinen Begleitern so lange stehen, bis die beiden Erretteten glücklich in ihren Mauern angelangt waren. Solche Thaten befestigten Herodes Ruf, und machten ihn zum Lieblinge des Volkes. (Schluß folgt.) Literarischer Salon. (Fortsetzung.) Bibliographie zur Literatur der Emancipationsfrage. Dritte Lese. Apologie des Juifs en reponse a la question: Est-il des moyens de rendre les Juifs plus heureux et plus utiles en France? Ouvrage couronne par la Societe Royale des arts et des Sciences de Metz, par M. Zalkind Hurwitz, Juif Polonois. DariS, 1789. 8. Eine höchst interessante, gekrönte Preisfchrist, die, obgleich fast ein halbes Jahrhundert alt, noch immer ansprechen möchte. Der Verfasser ist nicht der jetzt noch berühmte Professor Hurwitz in London. — De Judaeis optima conditione in civitatem recipiendis. Eine lateinische trefflich ausgearbeitete Rede, gehalten von dem Jünglinge David Mendel, bei seinem Abgänge vom Johanneum in Hamburg, 1805, und die der berühmte Gur litt daselbst in dem Michaelis-Programm desselben Jahres ausgenommen, begleitet mit einer eigenen Abhandlung, uberschrieben: „über daö Bürgerrecht der Juden." Für die Emancipation und völlige Gleichstellung sprachen sich bekanntlich alle großen Schulmänner Deutschlands aus, unter welchen Gurlitt, Niemetzer und Jakob (in seinen Katakomben. Leipzig, 1826—27) die vorzüglichsten sind. Dieser jüdische Jüngling David Mendel ist nur eine Säule der modernen Christenheit geworden; eS ist der jetzt berühmte Consistorialrath und Prof. vr. Neander in Berlin. — Worte der Wahrheit und -eü Friedens an die gesammte jüdische Nation, aus dem Hebräischen des Wessely übersetzt von David Friedländer. Breölau, 1798. Da- Original von Naftali Wessely erschien 16 Jahre vorher, bei der Gelegenheit, als Kaiser Joseph 11. den Druck der Juden in seinen Landen erleichterte und zur Bildung derselben öffentliche Schulen anzulegen befahl. — Stimme eines Kosmopoliten über die physische und moralische Beschaffenheit der heutigen Juden. Germanien, 1791. 8. (Eben so schmutzig und gemein wie die neueste Schmähschrift des Judenfressers Fischerin Leipzig) — Moseö Hirschel, Apologie der Menschenrechte. Zürch, 1793. 8. (Gegen die obige Schrift gerichtet). — Mirabeau: snr Moses Mendelssohn et sur la reforme politique des Juifs. London, 1787, 8. .— lieber die politische und moralische Verbesserung der Juden, von einem kenntnißreichen Juden in Hufnagels Jurnal für Christenthum, Aufklärung und Menschenwohl, im 2. Band, 7. Hefte und im 8. Hefte, worauf die kaiserlichen Verordnungen folgen, welche das Verhältniß der Judenschaft in Böhmen zum Staate fesisetzen. (Eine sehr geistreiche Abhandlung). — Ideen über die Behandlung der Juden in Deutschland, von Pilger. Wetzlar 1791. 8. — Freimüthige Gedanken über die vorgeschlagene Verbefferung der Juden in den preußischen Staaten, von einem Juden mit Zusätzen eines Christen. Halle, 1792. 8. — Aktenstücke, die Reform der jüdischen Kolonien in den preußischen Staaten betreffend, von Dav. Friedländer. Berlin, 1793. 8. — Ueber die durch die neue Organisation der Judenschaften in den preußischen Staaten notwendig gewordene Umbildung derselben, von demselben. Berlin, 1812. 8. — Etwas zur Charakteristik der Juden von Lazarus Bendavid. Leipzig, 1793. 8. — Ueber Judenthum und Juden, hauptsächlich in Rücksicht ihres Einflusses auf bürgerlichen Wohlstand. Nürnberg, 1795. 8. (Diese judenfeindliche Schrift ist vom Gubernialrath von Kortum zu Lemberg in Galizien verfaßt, obgleich derselbe aus dem Titel nicht genannt ist). — Apologie für die unterdrückte Judenschaft in Deutschland, an den Congreß zu Rastadt 1798 gerichtet. (Für den Verfasser hielt man damals mir Recht den politischen Schriftsteller Riem). Ferner: Ist eine bürgerliche Verbeqerung der Juden in Deutschland dem Rechte und der Klugheit gemäß? RegenSburg, 1798. 8. (Beide letzte Schriften enthalten daö Ansuchen der holländischen Juden auf dem Friedenskongresse zu Rastadt, um für ihre deutschen Glaubensbrüder Glaubensfreiheit zu erwirken). — Vertheidigung der Juden, welche die Lothringer Juden bei der französischen Nationalversammlung einreichte, au6 dem Französischen übersetzt von Dav. Friedländer in der Berliner Monatsschrift. October, 1791. — Gesammelte Aktenstücke und öffentliche Verhandlungen über die Verbefferung der Juden in Frankreich. Erstes Heft. Hamburg, 1806. — Gregoire: Observations nouvelies sur les Juifs et specialement sur ceux d' Amsterdam et de Francfort. 1807. Diese Schrift wurde zuerst in der Revue philosophique literaire et politique abgedruckt, dann erschien sie erst besonders. Schon früher hatte der berühmte Gregoire ein Werk über die physische, moralische und politische Regeneration der Juden geschrieben. — Ueber Veredelung der Menschen, besonders der Juden, durch die Regierungen, von Lüder. Braunschweig, 1808. 8. — Toleranz, ein so betitelter ausgezeichneter Aufsatz in dem Hamburger Morgenblatte „der Orient" 1814. No. 13. —Ueber die Ansprüche der Juden an das deutsche Bürgerrecht, mit einem Anhänge über die Geschichte der Juden in Spanien, von Fr. Rühs. Berlin, 1815. 8. (Eine niederträchtige Schrift, voll von Gemeinheit und Malice». — Ueber die Juden, betrachtet als Gaste, Sassen und Bürger in christlichen Staaten, oder: über das Verhältniß der Juden zum christlichen Bürgervereine, von C.F. Schmidt-Phiseldeck (ein kristallisirter Hundt-Radowski). 1815. — Ueber die Gefährdung des Wohlstandes und Charakters der Deutschen durch die Juden, von Prof. Fries. Heidelberg, 1816. 8. (Dito eine Schrift mit nacktem Judenhaß). — Die Juden und das Judenthum wie sie sind, dargestellt aus ihren eigenen Schriften als die erklärten Feinde des Christenthums und der reinen Sittlichkeit, ihrer Geschichte (wozu er auch die biblische rechnet!), ihren Schriften und der Erfahrung gemäß erkannt als offene und geheime Störer deS bürgerlichen und moralischen Wohlstandes christlicher Staaten, von Chr. Frank. Cötn, 1816. 8 (Dieser Lumps hat wie hun-

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