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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-17 · Heft 138 (17.11.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 138 (17.11.1838)
Date
1838-11-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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II. Jahrgang. Qf|Yt No. 138. Zeitung -es Iudenthums. Ein uupartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer aUergnädigster Concession.) Leipzig, den 17. Novcmbcr 1838. Zeitungsnachrichte« Riga, 14. Okt. (Privatmitth.). Am 23. September (5. Okt. n. St.) mußte die hiesige israetitische Gemeinde durch den plötzlich erfolgten Tod des Herrn H. W. Hamburger, Vorsitzers des Kahals, einen höchst schmerzlichen Verlust erleiden, für den sie nicht leicht einen Ersatz zu hoffen vermag. Zn der jetzigen Zeit der Entwickelung innerer Kräfte und äußerer Rechte *) war seine Persönlichkeit für die hiesigen Israeliten von der höchsten Bedeutung, und möge dieser hemmende Schlag des Schicksals nicht einen völligen Stillstand in unsern Angelegenheiten herbeiführen. Daß die Anstrengungen, denen er sich unterzogen hatte, nunmehr auf die ganze Gemeinde verrheilt, und Einigkeit unter derselben um so fester geknüpft werden müsse, wird von allen lief empfunden, und als das einzige Mittel erkannt, die schweren Folgen dieses Unglücks in Etwas zu mildern. Unsre Gemeinde ist nicht zahlreich, und unter diesen sind leider nur sehr, sehr Wenige, denen, wie ihm, alles eigene Interesse Nichts gelte, wenn es sich um das allgemeine handelte. Dieses hat er mit seinem Tode besiegelt, der wohl größtentheils in seinen Anstrengungen, bei krankem Körper, und in der Aufopferung, mit der er sich der Wirksamkeit für seine Glaubensgenossen hingab, seinen Grund hat. — Wie viel die Armuth, wie viel Leidende und Hülfsbedürftige, Wittwen und Waisen in ihm verloren, denen sein Herz stets offen stand — mag nur nach der Größe des Schmerzes jener Unglücklichen über das Hinscheiden ihres Beschützers und Wohlthäters ermessen werden können. Er starb beweint von seiner Familie, betrauert von seinen verwaisten Glaubensgenossen, hochgeachtet von Jedem, der ihn kannte, denn — welche Religion mag wohl dem Verdienste seine Kronen verweigern? Die Bestattung seiner irdischen Hülle erfolgte am 26. September, bei welcher sammtliche Gemeindeglieder der theuern Leiche folgten. — B. N. Strakonitz, 24. Okt. (Privatmitth.). Die Juden- Gemeinde des benachbarten Städtchen Wollin besaß im vorigen Jahre eine kleine disponible Baarschast. Dem Vorsteher Herrn Adam Eisner kam es in den Sinn, dafür eine Partiale anzukaufen, und siehe! kurze Zeit darauf er¬ *) Man erinnere sich des Briefes in No. 103 und 104 vor. I. und des Schmähartikels unter dxn Annoncen der No. 300 und 301 der Allg. Augsb. Ztg. Redact. schien das Loos mit einem Treffer von 10,000 Ft. C. M. Dieser Gewinnst wurde bei dem Herrn Leopold Edlen von Lämel in Prag deponirt, und ein Theil davon sogleich zum Bau einer neuen Synagoge in Wollin bestimmt. Nun geschah es aber, daß bei gedachtem Bau durchaus vorher kein geeigneter Plan zu Grunde gelegt wurde, daß man sich nicht einigte, wie der Bau vollführt werden solle, und die Folge ist, daß wahrend der Bau rüstig fortgesührt wird, man noch über ihn debattirt. So will man nicht einmal dem Verlangen des Vorstehers, Banke statt Stander aufzustellen, nachgeben. Möchte doch diese Bemerkung bewirken, daß die Gemeinde auf eine friedliche und sinnige Weise sich verständige, daß /man der Frucht des Glücksfalls gerechter Weise sich freue und sich ihrer nicht unwürdig mache. 0. Gleiwitz, 25. Okt. (Privatmitth.). Die vor Kurzem hier getroffene Wahl eines katholischen Pfarrers hat Gelegenheit gegeben, auch in Betracht der Israeliten zu zeigen, in welcher Eintracht und gegenseitigen Achtung alle Konfessionen hier leben, und wie die Herren Geistlichen nach diesem Ziele immer mehr streben. — Die hiesige jüdische Gemeinde besteht aus circa 100 Familien, unter denen vier und dreißig Professionisten sind.*) Belletristik. A b e n d r o t h. Eine Reihe romantisch-historischer Skizzen von Friedrich Waldemar (Dr. Fricke in (Söttingen). I. Antrpater. (Fortsetzung.) . III. Antipater war jetzt wirklich die gewaltigste Person im jüdischen Reiche, zugleich aber auch die glücklichste. Er be- °) Um Zweifeln zu begegnen seien sie hier aufgeführt: 1 Schneider, 1 Stuben-, 1 Porträtmaler, 3 Schuster, 1 Klempner- und Zinkdachdecker, 4 Bäcker, 3 Gerber, 1 Tischler, 3 Konditeren, 2 Destillateure, 2 Bierbrauer, 2 Glaser, 1 Glasschleifer, 2 Seifensieder, 1 Büchftnschäfter, 3 Goldarbeiter, 2 Buchbinder,! 1 Kürschner. Corr.

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