Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 7 (10.2.1885)
- Date
- 1885-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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‘'“TfnifflttfttiliiM ii r Allgemeine Zeitung -es Zudmthums. Em mcharteilschcs Orgm für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. Ksepeörtiorr: Leipzig, Woßpccrh 18. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonne-I ment in Deutschland (Postzeitungsliste Rr. lll) und Oesterreich bei allen Postämtern, autzerdem durch den Buchhandel. " -ch In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr.L. Phrlippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 49. Jahrgang. Leipzig, den 10. Februar 1885. JYa 7. Inhalt. Leitende Artikel: Das Jubiläum des Reichskanzlers Fürsten Bismarck. — Rückblick auf die Kämpfe des letzten halben Jahrhunderts V. — Die Weisheit Salomonis. Hl. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Berlin, Leipzig. Breslau, Bremen. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest.— Rußland: Petersburg, Turek, Warschau. — Bonn, Brumath: Notizen. — Feuilleton: Johanna Goldschmidt. Bonn, 4. Februar. Das Jubiläum des Reichskanzlers Fürsten tzismarck. Wir erhalten von sehr bewährter Hand eine Zuschrift, deren Hauptstellen folgendermaßen lauten: Berlin, 25. Januar 1885. „Der Reichskanzler feiert am 1. April d. I. seinen 70. Geburtstag und bald darauf sein 50jähriges Amtsjubiläum. In verschiedenen Städten und Ländern beschäftigte man sich mit der würdigen Gestaltung dieser Feier. Alle Angriffen eine Ehre erweisen und die Hand zum Frieden bieten." „Dem Manne, welcher den wesentlichsten Antheil an Deutschlands Einheit und Größe gehabt, welcher den deutschen Namen in allen Ländern und Welttheilen zu einem hochgeachteten gemacht hat, gebührt der Dank der Nation und jedes Einzelnen, der sich als Deutscher fühlt. Der politische Standpunkt des Einzelnen ändert an dieser historischen Thatsache nichts. Mag jeder für die von ihm als richtig erkannten Grundsätze mit vollem Mannesmuth eintreten, dies hindert nicht, in dem Fürsten Reichskanzler einen der größten Männer der Jetztzeit zu bewundern und zu verehren. Auch die Dotationen, welche der Staat gegeben, entbinden den der Verpflichtung, seiner Dankbarkeit diese Vorbereitungen trugen aber mehr oder minder einen! Einzelnen nicht von demonstrativen Charakter und gingen vom Parteistandpunkr! Ausdruck zu geben." aus. Sie knüpften an die bekannten Reichstagsvorgänge an." I „Mir ist es nicht unbekannt, daß man den Reichskanzler „Eine Anzahl Männer — und an deren Spitze hoch-!als einen Förderer des Antisemitismus bezeichnet hat, daß aristokratische Namen — hielt es nicht für angemessen, diese Bahn einzuschlagen; sie wollten vielmehr den 70. Geburtstag des Reichskanzlers zu einem allgemeinen Fest- und Friedenstage gestalten, an welchem die ganze Nation, ohne Unterschied der Parteistellung und der Religion, sich betheiligen sollte. Dieser leitende Gesichtspunkt wurde in der ersten Comitssitzung von allen Theilnehmern adoptirt." man ihm wenigstens Schuld gegeben hat, durch Duldung dieses Uebel begünstigt zu haben; man ist aus seine Reden im vereinigten Landtage zurückgekommen." „Ganz unberechtigt mag dieser Vorwurf nicht sein; allein an den genialen Staatsmann ist ein anderer Maßstab anzulegen, als an andere Sterbliche. Mit gleichem Rechte können fast alle Parteien und viele hervorragende Männer „In die erste Comitsfitzung wurde, außer einigen andern j sich beklagen, daß der Reichskanzler sie benutzt und dann hat hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten, auch der Vorsitzende i fallen lassen; Viele empfinden noch heute die Schwere seiner des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, Herr Justizrath Meyer, eingeladen und in den geschaftssührenden Ausschuß politischen Gegnerschaft. Allein alle die Härten verschwinden gegen die Großartigkeit der Pläne und die Energie der gewählt. Man wollte den Juden nach den mannigfachen! Durchführung. d