Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1884)
- Date
- 1884-12-23
- Page
- Seite 833 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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833 manns, dessen früher Tod so gerechte Trauer verbreitete. Er} aus dem heiligen Schrein zu nehmen und er bat Markus sah in Paris ankommen James von Rothschild, damals in . Prague, ihm sein Gebetbuch aufzubewahren. Als er be- Trauer um seinen Vater, den Gründer des französischen Zweiges merkte, daß dieser mit Interesse dieses prachtvoll gebundene dieses großen Bankhauses. Er stand den Worms de Romiüy Buch betrachtete, sagte er mit boshaftem Tone: Mein Machsor nahe, Jacob Lazard, Regenten der Bank von Frankreichs scheint Ihnen zu gefallen, wie viel geben Sie mir dafür? Helphcn, Juwelier der Krone, Furtado, Singer, D'Almbert und so vielen ausgezeichneten Israeliten, welche die Aristokrtie der Heranwachsenden Kehilla bildeten nahe. j Es ist einleuchtend, daß die häufige Berührung mit so ausgezeichneten Männern unseren Prague ebenfalls zu einem Wie, Herr Baron, an diesem Orte und an diesem Tage wollen Sie auch noch Geschäfte machen?" — Erwähnen wir noch eine sehr kluge Antwort, welche er demselben Barone ertheilte. Beim Mahle der Beschneidung des jetzigen Barons Edmond, hatten die Vorbeter bei Tisch zur Seite von James v. Roth- Pariser Weltmann ausbildete. Von welchem Einfluß er war, > schild Platz genommen und dieser sagte mit scherzhafter kann man aus Folgendem erkennen. Im Jahre 1841 hatte Miene: „Die Chasonim sind Fresser, ich will sie beobachten." das Consistorium eine Commission ernannt, um einen Plan, Als er in der Mitte der Mahlzeit bemerkte, daß die Vorbeter für die Reform des Gottesdienstes zu entwerfen und Pragua; allein von der ganzen Gesellschaft, die im Schlosse von Bougehörte dieser Commission an. Er erhob sich gegen diese logne versammelt war, mit bedecktem Haupte geblieben waren, Projecte und trug sehr viel dazu bei, um sie scheitern zu machen. Munk, Albert Cohn, Anspach u. s. w. ließen sich wie es die jüdische Sitte erfordert, sagte er plötzlich zu Vrague: „Mein Freund, ich möchte wohl wissen, weshalb Sie und von seinem Feuereifer beeinflußen. Man sieht hieraus, wie Ihre Collegen Ihren Hut aufbehalten? — Herr Baron, Sie in der „guten alten" Zeit ein einfacher Schames, der jedoch selbst sind schuld an dieser vermeintlichen Unschicklichkeit. Die ein tüchtiges talmudisches Wissen besaß, den größten Gelehrten! Religion verbietet uns, irgend etwas zu verspeisen, ohne vorgegenüber eine Rolle spielen konnte, die er mit einer festen > her einen Segensspruch zu sprechen. Nun, hier folgen die Ueberzeugung auf dem Boden des Herkömmlichen durchsührte.! Gerichte, von denen eines seltener ist als das andere, ohne Denselben Eifer bethätigte er aber auch auf dem Gebiete der j Unterbrechung auf einander, und um Gott zu danken, müßten Wohlthätigkeit. In fast allen jüdischen Gemeinden gab es bis auf die neueste Zeit, wo dieselben auszusterben begonnen haben, Männer und Frauen, die trotz des Mangels an eigenen Mitteln, alle ihre Kräfte der Gemiluth Chessed widmeten und unermüdlich Tag und Nacht darin thätig waren. In einer vollkommenen Anspruchslosigkeit und ohne welchen Eigennutz oder Ehrgeiz sahen sie die Opfer, die sie brachten, eben nur als religiöse Pflicht an. Eine solche Person war auch Markus Prague und die angesehensten Familien, wie die Furtado, Heine, Fould, Halphen, Sulman, machten ihn zu ihrem Almosenier, welcher Aufgabe er sich mit äußerster Pflichttreue unterzog. — Was ihn noch besonders auszeichnete, war eine große Schlagfertigkeit und zahlreiche Anekdoten werden darüber umhergetragen. Ein besonderer Freund von derartigen Epigrammen war auch James von Rothschild und einige kleine Anekdoten mögen hier ihren Platz finden. An einem Rosch-Haschanah Tage wurde der große Banquier mit der Haphtorah beehrt. Im Augenblicke, als er das Capitel des Propheten nach der althergebrachten Melodie vortragen wollte, empfand er Angst. Man kann eine Finanzgröße sein und .... in dem Vortrage einer Haphtorah stecken bleiben. Als der Baron auf der Estrade angekommen war, sagte er zu Markus Prague: „Stellen Sie sich neben mich und Helsen Sie mir ein wenig." Und unser Chasan erwiderte: „Ich Ihnen helfen, Herr Baron, aber Gott hat Ihnen schon geholfen, denke ich." — Ein anderes Mal, an einem Jom Kippur, war James von Rothschild dazu bestimmt, das Sepher wir jeden Augenblick unseren Hut aufsetzen. So haben wir es vorgezogen, ihn aufzubehalten. — „Bravo," erwiderte der Baron," das ist fein geantwortet." Es war eine vielbewegte Zeit, die Lebenszeit Markus Prague's: vom Beginne des ersten Kaiserreiches bis zu unseren Tagen'. Und in diesem Zeiträume wuchs die jüdische Gemeinde der französischen Hauptstadt von einigen hundert Seelen bis über 30 000; vier prächtige Tempel wurden erbaut, eine Rabbinerschule gegründet, zahllose wohlthätige Anstalten und Vereine wurden gestiftet, Krankenhäuser, Waisenhäuser, Altersasyle, Volksküchen, ein Heim für junge Mädchen u. s. w. Prague aber war die verkörperte Chronik der Pariser Gemeinde und sein Tod verursacht eine tief empfundene Lücke. Das 25 jährige Jubiläum -er Alliance universelle. israelite Wir erhalten von dem Ausschüsse der ^.Illanee in Paris das Ersuchen, den folgenden Artikel aus dem in diesen Tagen auszugebenden November - Bulletin in wortgetreuer Uebersetzung zu veröffentlichen. Die ^.llianes IsraEte uaivergslls erreicht in den ersten Monaten des Jahres 1885 das fünfundzwanzigste Jahr ihres Bestehens. Das ist der geeignete Zeitpunkt, einen Blick auf das Werk zu werfen, das sie seit einem Vierteljahrhundert