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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-12-16 · Heft 51 (16.12.1884) · p. Seite 814

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 51 (16.12.1884)
Date
1884-12-16
Page
Seite 814 (sequence 10)
Language
German
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814 der Gemeinde für die jüdische Handwerksschule, 14000 Frcs. der Gemeinde für Gebete und Gottesdienst an ihrem Sterbetage. Der sehr bedeutende ^Rest fällt, wie gesagt, dem Ärankenhause zu. Oesterretch-Nugaru. Wien, 4. Dez. In voriger Woche wurden hier die diesjährigen Ergänzungswahlen in den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde vorgenommen. Anläßlich derselben fand eine noch nie dagewesene Agitation und in Folge dessen eine rege Betheiligung der Wähler statt. Abgegeben wurden 1888 Stimmen, von diesen erhielten die Herren Jakob Brandeis, Großhändler, 1682, kaiserl. Rath Armino Kohn, 1594, Regierungsrath vr. Leopold Kompert 1704, Bankier Philipp Dorsch 1522, Hof- und Gerichts-Advokat vr. Gustav Kohn (an Stelle des verstorbenen vr. Kuranda) 1016, Konberger 1053 und es erscheinen daher diese Herren gewählt. Herr Friedrich Singer blieb mit 760 und Herr Heinrich Klinger mit 893 in der Minorität. Pest, 29. Novbr. (Prioatmith.) Heute wurde mit andern Petitionen auch die mehrerer Municipien um gesetzliche Verfügungen betreffend die israelitische Matrikelführung in Verhandlung gezogen. Auf die Aufforderung L. Olays, daß der Kultusminister wirksame Maßnahmen ergreife, erklärte derselbe, daß in der Regel die Matrikeln der israelitischen Gemeinden ebenso ordentlich geführt werden, wie irgend welcher Konfession immer, doch gebe es in der obern Gegend einzelne kleinere Gemeinden, in deren Matrikeln Ordnungswidrigkeiten Vorkommen. Er habe diesbezüglich bereits allgemeine Verfügungen getroffen, die auch von Erfolg begleitet waren, indem an mehreren Orten bereits die unpassenden Organe durch qualifizirte Matrikelführer ersetzt wurden. Doch werde auch eine spezielle Verfügung geplant, hinsichtlich deren er die Unterhandlungen mit dem Herrn Minister des Innern bereits begonnen habe und er hoffe, daß binnen Kurzem Verfügungen werden getroffen werden können, die im Einklänge stehen werden mit den Interessen des ganzen Landes. Pest, 30. Novbr. (Privatmitth.) Es ist eine anerkannte Thatsache, daß in Ungarn für die Hebung des Untcrrichtswesens in den letzten fünfzehn Jahren sehr viel geschehen ist. Und doch, obgleich die Zahl der Schulen und der Lehrer bedeutend zugenommen hat, gab es im abgelaufenen Schuljahre noch eine halbe Million schulpflichtiger Kinder, welche überhaupt keine Schule besuchten; davon verfallen auf die Israeliten 27% und ist es namentlich die Bei den Protestanten kommt ein Lehrer auf 77, bei den Resormirten und Israeliten aus 81, bei den Unitarien auf 107 und bei den Römisch-katholischen gar auf 118 Kinder. Was die Schulsprache betrifft, so waren rein ungarisch 88°o der staatlichen, 67,8 der israelitischen, 61,9 der communalen, 55,9 der römisch-katholischen, 22,5 der protestantischen. Die israelitischen Schulen folgen also, wo es sich um die ausschließliche Benutzung der Staatssprache handelt, gleich hinter den staatlichen Anstalten. Und auch in 49,4% jener israelitischen Schulen, deren Unterrichtssprache nicht die ungarische ist, wurde die ungarische Sprache mit Erfolg unterrichtet, während von den an den 516 israelitischen Schulen angestellten 979 Lehrern 96% die ungarische Unterrichtssprache vollkommen handhabten, ein Prozentsatz, der beispielsweise bei den Römisch- Katholiken 90 und bei den Protestanten 71% beträgt. Diese Zahlen widerlegen am eindringlichsten die Behauptung der Antisemiten, daß die Juden die Germanisatoren des Landes find. Großbritannien. London, im Novbr. Bekanntlich hat sich in letzter Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit vielfach auf die zahlreichen verfallenen, schmutzigen Häuser wahren Pesthöhlen des Elends und des Verbrechens, in London gewendet. Eine Enquöte wurde veranstaltet und Schriften sind darüber erschienen. Aus diesen und aus eigener Beobachtung hat Pros. G. M. Asher einen Aussatz über die „Stätten des Elends in London" im Dezemberheft der Rundschau geliefert. In solchen „Slums" wohnt auch ein Theil der armen jüdischen Bevölkerung und hierüber schreibt er: Die zwei zu dieser Kategorie gehörigen Klaffen der Slumbewohner, die Pelzzupferinnen und die armen Juden, haben mit einander nichts weiter gemein, als daß sie vollkommen achtbar und, obgleich arm, nicht nothleidend, und daß sie aus ganz eigenthümlichen Ursachen in die Slums verbannt sind. Das Abzupfen der Flaumhaare von Kaninchenfellen hat den Zweck, dieselben sür die Rauchwaarenfabrik so weit fertig zu machen, daß man sie durch allerlei Färbung in Nachahmung von Pelzwerk umwandeln kann. Diese Nachahmungen täuschen keinen Menschen, der von Pelzwerk die geringste Ahnung hat. Aber sie sind hübsch, befriedigen ein Bedürfniß und haben daher bedeutenden Absatz. Aus allen anständigen Häusern wird die Abzupfarbeit deshalb verbannt, weil der feine Flaum in die Zimmer des Hauses fliegt — die Arbeiterinnen selbst sehen aus, als seien sie über und über mit Zucker oder Mehl bepudert — und weil es unver» polnisch-jüdische Bevölkerung, bei der die Durchführung des i weidlich ist, daß Reste von Kaninchenfellen und Kaninchenhaaren Schulgesetzes aus große Schwierigkeiten stößt. Die Zahl der j im Zimmer Zurückbleiben und dort in Fäulniß übergehen, consessionellen Schulen, im Allgemeinen in entschiedener Abj Die armen Juden in den Slums gehören einer Klasse nähme, hat seit 1869 bei den Israeliten um 16 zugenommen,j an, von der selbst die eigenen Stammgenossen in Deutschland

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