Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 47 (18.11.1884)
- Date
- 1884-11-18
- Page
- Seite 755 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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755 Zeugen, sowie er auch Alles aufschrieb, was die Bram an gab. Der Andere war mittlerweile hinausgegangeu, um das j Publikum zu beschwichtigen und zum Auseinandergehen auf-! zusordern. Da ertönte plötzlich im Volke schallendes Gelächter, das immer ärger wurde. Im ersten Augenblick glaubte der Konstabler, man verspotte ihn, weshalb er um Sukkurs pfeisen wollte. Doch bald dachte er anders. Im Publikum bildete sich ein schmales Spalier und innerhalb desselben schritt der kleine Geza Lipcsay. „Da ist er ja, der Abgeschlachtete!" riesen nun die Einen, während die Anderen schrien: „Er hat ja noch immer seinen Kopf!" Als Mutter und Kind das Haus betraten, wo blöde und abergläubige Menschen schon ein rituelles Verbrechen entdeckt haben wollten, da erschollen ringsumher Eljenrufe, und der Hausmeister rief: „Nun, Hab' ich's nicht vorausgesagt, daß die Sache ein Unsinn ist? Wo ist denn die verrückte Frau Bram?" „Ja, wo ist sie?" riefen nun auch die anderen Personen, doch die Gesuchte war nicht mehr zu finden. In einem ihr günstig erscheinenenden Augenblicke war fie auf die Straße geeilt, um zu verschwinden. Und daran hat sie gut gethan, sonst wäre es ihr, der Stifterin des Skandals, schlecht ergangen. Wie es sich herausstellte, war der kleine Geza, während die beide Frauen vor dem Thore mit einander geplauscht hatten, weggelaufen, um sich in die Wohnung seiner Mutter (Aggtelekigasse Nr. 6) zu begeben. Während seiner Abwesenheit trugen sich die bereits von uns geschilderten Skandalszenen zu. Gegen die Frau Bram wurde die polizeiliche An. zeige erstattet. Auch gegen die fünf Zeugen, welche angeblich gesehen haben, wie ein Jude den Knaben stahl, wird gleichfalls eine Untersuchung eingeleitet werden. Anzeigen. werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst* xildv/i KXt ttJ folgende Wochenntunmer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. In unserer Gemeinde, 4 Meilen von Berlin, wird zum l. Januar 1885 die Stelle eines Lehrers. Borbeters und Schächters vacant. welche wie folgt dolirt ist- 600 Mark festes Gehalt, hübsche freie Wohnung im Gemeindehaufe. Schechita und einige Nebeneinkünfte, welche beide dein Gehalte etwa gleichkommen. Reflectanten wollen sich bei uns schriftlich oder persönlich melden. Reisekosten können nicht ei stattet werden. [L. 27:5] (Oranienburg, den 4. November 1884. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde 8. Crohn. Löwenheini. Bum 1. Januar I8s& findet ein geübter, israel.. unverheirarheter Elemcntärlehrer an einer höheren Lehranstalt Anstellung. Baldige Meldung sub Chiffre J. K. 5790 an Rudolf Moye, Berlin 8.1)7. |B. 169U Für 1 Waisenknaben, 14 I.. der Handwerk lernen soll, suche per sof. od. bis Ostern e. jüd. Meister, Sattler, Buchbinder oder Schneider. Für das Nöthige sorgt und erbitte: Offerten L.334] David Levy, Kaufmann, Suhl i.Thür. Ein junger Mann i mosaischen Glaubens, der eben seine Lehr-! zeit in einem Material- und Destillations-! Geschäft beendet hat, sucht sofort Stellung. > Gest. Reflectanten wollen sich melden bei j J. Abraham, Stolp, Kleine Gartenstr. 4. IL- 188] Für ein junges, gebildetes Mädchen, Jüdin, mit 12—I50u0 Mark, wird ein angehender Prediger, welcher dauernde Stellung in Aussicht oder bereits hat, bebufs Ber beirathung gesucht. Gefl. Offerten sub J. F. 2888 an Rudolf Mosse, Berlin 8. W. Israel. Tochter-Pensionat und Höhere Unterrichts-Anstalt. Gegründet 1864. sL. 16394] Aufnahme von Zöglingen jeder Zeit. Prospecte aus Wunsch. Fran Direktor Therese Mronan. Berlin, 11 Hindeifin-str. — ttönigS-Platz. Bor Kurzem gelangte zur Ausgabe: httiuföudi dk ifmeC. " " von der Zeit des Kibelabschlusses bis zur Gegenwart für Schüler jüdischer Lehranstalten, höherer Bürgerschulen und Gymnasien, für Familie und Schulbibliotheken von Emanuel Hecht. Fünfte verbesserte und vermehrte Auslage bearbeitet von Rabbiner Dr. M. Kayserling in Budapest, gr. 8. Pceis gebdn. l Mark 80 Pf. Diese neue Auflage ist sortgesührt bis zur neuesten Zett und berücksichtigt also bereits die Ereignisse der allerjüngsten Vergangenheit (bis Anfang 1884). Außerdem erschien in 2. iunveränderter) Auflage: Tkeoretisäi-praktisäiks Lelirmul Uebmigsbuik zur Erlernung der hebräischen Sprache Leipzig. von C. WEILL. Preis cart. 1 Mark 20 Pf. Kaumgartner's Kuchhandluug. D19B