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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-10-07 · Heft 41 (7.10.1884) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 41 (7.10.1884)
Date
1884-10-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unparteiisches Organ sür alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. GZepeöiLion: Leipzig, WoßpLeth 18. 48. Jahrgang. Leipzig, den 7. October 1884. 41. Inhalt. Leitende Artikel: Tie Mussaph-Thephillah von Rosch-Haschanah. — Die Culturkämpfe unserer Zeit. — Der Berliner Antisemitismus. 111. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Brühl, Nakel. — Oesterreich-Ungarn: Prag, Pest, Aus Ungarn, Agram. — Rußland: Petersburg. — Serbien: Belgrad. — Bonn: Notizen, Literarische Notizen. — Feuilleton: Die Juden in der Türkei. — Bermischtcs: Die älteste Synagoge Berlins. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Nr.L.PHilippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr! 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste >Ar. 92) und Lesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Bonn, 1. October. Die Muisaph-Thephillah von Losch-Haschanah. vereinzelte Züge des herrschenden Geistes erkennbar. Aber in den Gebeten spricht sich die Gesinnungs- und die Gesühls-! weise des Volkes aufs Lebendigste aus. Ursache und Wirkung; fließen hier zusammen. Es kann kein Gebetstück Eingang; und Dauerhaftigkeit finden, das nicht aus der Tiefe des! Volksgcistes, aus seinem Bedürsniß und Gesichtskreise hervor- Die gründliche Forschung, welche seit einem halben gegangen ist; und wiederum übt es eine bleibende Wirkung Jahrhundert auf dem Gebiete der Geschichte und Literatur auf die Geistesrichtung des Volkes aus. Es kommt hierbei des Judenthums geübt wird, breitet ein Helles Licht über nicht daraus an, daß die Fassung des Gebetes von einem alle die Erscheinungen und Persönlichkeiten, an welchen das > Einzelnen ausgegangen und dieser uns bekannt geblieben. Judenthum so überaus reich ist. Nachdem aber dieses fast Wenn ein Einzelner ein Gebet abfaßt, so muß er, wenn unerschöpfliche Material klar gestellt, gesichtet und geordnet ist dasselbe wahrhaft sein soll, es allerdings aus der Diese und immer mehr wird, so kommt es darauf an, in den Geist! seines Gemüthes herausheben, es muß, ihm fast unbewußt, eiuzudringen, der diese Erscheinungen und Persönlichkeiten; aus den innersten Quellen seines eignen Wesens hervorströmen, hervorgerufen und beseelte und der sich in ihren Erzeugnissen! Aber verbindet er damit den Gedanken, daß dieses Gebet und Resultaten kundgab. Hierin liegt die eigentliche Frucht! auch sür Andere, selbst sür den Gottesdienst, bestimmt und dieser Forschung; hierdurch allein erhält sie ihren wahren! befähigt sein soll, so gestaltet sich unwillkürlich sein Gebet- Werth, ihre echte Bedeutung. Es war immer unser Bestreben, aus diese Erfassung des in den Fakten und Produkten waltenden Geistes die Aufmerksamkeit und das Streben nachhaltig zu wecken. Als ein besonders reichhaltiges Feld nach dieser Richtung haben wir wiederholt die im jüdischen Gotteswort den Gefühlen und Ideen gemäß, welche in dem Volke leben, und wodurch es zum Ausspruch der Gefühle und Wünsche desselben geeignet wird. Es verhält sich hiermit wie mit dem Volksliede und mit der Volksweise. Auch diese sind Schöpfungen eines Dichters und Componisten, aber sie entsprachen dem Volksdienste durch so viele Jahrhunderte hindurch üblichen Gebete! geiste so sehr, daß dieser sie adoptirte, worüber daun der hervorgehoben. Tie Bearbeitung der Halacha nahm spezifisch den Verstand, den Scharfsinn, die mehr oder weniger strenge Logik in Anspruch, und ist auf diese Weise höchst charakteristisch, ohne jedoch das tiefere geistige Leben zn berühren. Auch die Schöpfungen, in welchen vorzugsweise die Phantasie thätig ist, hier der vielumfassende Midrasch, geben uns nur Schöpfer vergessen ward.— Unter den Gebeten unseres Siddnr nimmt unstreitig die Mussaph-Thephillah von Rosch-Haschanah den höchsten Platz ein und verdient diesen sowohl dem Inhalte als der Form nach, wie sie denn auch von den jüdischen Betern in alten Zeiten mit großer Weihe und Andacht gebetet wurde und wird. Sie rechtfertigt daher wohl eine 4L

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