Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 40 (30.9.1884)
- Date
- 1884-09-30
- Page
- Seite 642 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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642 Untersuchung von Passagieren vor der Landung verfügt, in; Krast zu setzen. (Hierdurch ist der Maßregel die unnöthige! Härte genommen, ohne daß das Sachverhältniß irgendwie geändert worden. Wer mittellos und erwerbsunfähig nach Nordamerika fährt, wird abgewiesen und zurückgeschickt. Bonn, 22. September. (Notizen.) Man schreibt aus Berlin: Zum Nachfolger des verstorbenen Rabbiners Zomber ist am hiesigen „Beth Hamidrasch" Herr Abraham Bibert feld aus Breslau einstimmig gewählt worden. Biberfeld gilt als eine bedeutende talmudischen Capacität. Seine Installation hat bereits am letzten Sonnabend stattgefunden. — Einige hundert Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie zahlreiche namhafte Großindrustrielle und Financiers umstanden am 16. das Grab des verstorbenen Fabrikanten Louis Friedberg. Friedberg gehörte als überaus thätiges Mitglied der „Ge. sellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen" an, und hat als solches manche Noth und Entbehrung gemildert. Auch die Beerdigungsanstalt der jüdischen Gemeinde hat einen treuen Mitarbeiter in dem Verewigten verloren. — Aus Veßprim wird uns geschrieben: Am 13. d. M. beging die hiesige israelitische Gemeinde das 25jährige Amtsjubiläum ihres Rabbiner Abraham Hochmuth. — Aus Fogaras wird uns mittgetheilt: Am 4. d. M. wurde unser neues israelitisches Schulhaus in Gegenwart der städtischen und Komitatsbehörden, des Obergespans, der Geistlichkeit und der Lehrkörper aller Confessionen, sowie zahlreicher Vertreter der Intelligenz feierlich eingeweiht. Aus Devecser (Ungarn) wird berichtet: Am 15. d. M. wurde hier der allgemeinen Hochachtung sich erfreuende israelitische Bürger Joseph Steuer mit großer Begeisterung zum Stadtrichter gewählt. Ieuilleton. (Korrespondenz. Ein sehr zu empfehlender Brauch wäre es, daß die die der Sabbath nicht durch Gottesdienst in Anspruch nimmt, sollten eine andere und edlere Bestimmung haben. Im Mic» .. - „ , ....... drasch Hecht es: „Dre Thora Mach zu Gott: „Herr der Rabbrner, die einem Sprengel vorstchen, an die Gemeinden ■ , . , , v =. „ . . , 7 ' . , ...... Welt! Wenn das Volk Israel das heilige Land m Bentz desselben zu jedem hohen Festtage einen sog. Hirtenbriefi . . „ . . . a v o X\ , .* ® .* . X ' c- Nimmt, was wird da aus Mir werden? Jeder Einzelne wird richteten, der m den Synagogen zum Festtage verlesen wurde.' . _ .. . y ... . ... . y ... ' .. a .. B 1 ° .. .. .a' * . ., ' sem Feld Pflügen und besäen und für mich keine Zeit haben!" Allerdings wäre es angemeycn, drcsts Rundichrcrben nicht ' 7^ yL ° ^, .. - z ,,’ fr- - .... c«<. t-* < rr- - < . . Da sprach Gott zur Thora: „Ich gebe dir den Sabbath zum bloß aus chonen Phraien bestehen zu lasten, sondern darin .. ... ' ... . . ... °. 1 co .r-iJ , '' .' ' .. . y . _ Genonen; an diesem Tage verrichten die Israeliten keine auch praktische Rathschlage zu geben. Als ein Beispiel denen > ’ ,! , .? .. , . . . c c ,; r,. . . ’ \ t _ y . T 11 , Arbeit, sondern besuchen die Gottes- und Lehrhauser und befolgt hier em solcher, uns zugekommener Erlaß. .. . —, „ ... X ö 0 ö sch ästigen sich Mit der Thora." In diesen Worten ist aus- . .2',L'7i., n > gesprochen, wie wir die freie Zeit des Sabbath ausfüllen Worte der Ermahnung an meine Gemeinden.!sollen. Nicht durch Kartenspiel, welches eine Entweihung Da in der Bußwoche das Ohr des Israeliten besonders des Sabbath ist, sondern durch Lesen in der heil. Schrift, geneigt ist, Belehrung anzunehmen, und das Herz willfährig, Ich empfehle darum, den alten Gebrauch nicht untergehen zu gute Vorsätze zu fasten, so möchte ich am heutigen Tage die lassen, am Sabbath den Wochenabfchuitt (Sidroh) des be- Gemeinden meines Bezirks auf einen Uebelftand aufmerksam treffenden Sabbath sowohl im Urtexte als auch in deutscher machen, und hoffe ich, daß meine Worte ihre Wirkung nicht Uebersetzung genau und aufmersam durchzulescn, damit so die verfehlen mögen. Kenntniß der heil. Schrift nicht schwinde aus den Gemeinden Es heißt in der Haphtorah, welche am Jom-Kippur zu Israels und der Sabbath zu seinem Rechte komme. Ebenso Schachris gelesen wird: „Wenn du zurückhältst am Sabbath sollten die Mütter, statt aus Luxus ihr Augenmerk zu richdeinen Fuß, daß du nicht ausübest dein Gelüste an meinem tcn, am Sabbath ebenfalls den Wochcnabschnitt in deutscher heiligen Tage, wenn du nennest den Sabbath eine Lust, dem Uebersetzung lesen, und Vater und Mutter die Kinder zu heiligen Gotte zu Ehren, wenn du ihn ehrest, nicht auszugleichem Thun veranlassen. führen an ihm deine Wege, nicht aufzusuchen deine Lust Weiterhin möchte ich empfehlen, daß in den Gemeinden und nicht davon zu reden, dann wirst du Lust haben an meines Bezirks sich Chebros (Lehr- und Lesevercinc) bilden, dem Ewigen." und daß in denselben am Sabbath aus irgend einer anstän- Der Sabbath wird genannt ein Bundeszeichen zwischen digen und belehrenden jüdischen Zeitung vorgelesen wird, Gott und seinem Volke Israel; allein dieser Bund wird leidamit Jeder mit der laufenden Geschichte seiner Glaubensder auch in meinem Rabbinatsbezirk gar mannigfach verletzt, genossen vertraut wird. Anregung erhält, bald an diesem. Aus den vielen Sabbathsünden will ich dieses Mal das Spielen in Wirthshäusern hervorhebeu. Die Stunden aber. bald an jenem guten Werke sich betheiligen und die dort gebotene Belehrung in sich aufzunehmen. Zu solcher Lectüre