Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 136 (13.11.1838)
- Date
- 1838-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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H. Z°h-g-»->. AllAemeine N». m Zkitvng des Audcnthnmg. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse (Mit Kd'nigl. Sächsischer allergnädigfter Concesiion.) Leipzig, den 13. November 1838. Zeitungsnachrichten. Przemysl, 8. Okt. (Privatmitth.). Der Redactkon ist folgende Aufforderung übersandt worden. Sie theilt sie mit der Bemerkung mit, daß der Inhalt nur mit Bewilligung einer hohen Regierung realisirt werden darf. Das Weitere werden wir daher nur geben, wenn dieselbe bereits erlangt, und dies uns copialiter vorgelegt worden. Przemysl in Galizien. Die mit Ende des Schuljahrs 1838 im Drucke erschienenen Elassisications - Tabellen aller in Galizien befindlichen 13 Gymnasien wiesen eine Gesammtzahl von 3622 Zöglingen aus, worunter 103 israelitische Schüler an dem Unterrichte Theil nahmen. Betrachtet man die Anzahl der israel. Gymnasiasten im heurigen Schuljahre, so ergiebt sich zwar ein gutes Verhältniß im Vergleiche zu den vorhergehenden Jahren, indem vor einigen Decennien in den Gymnasien ein israel. Student eine höchst seltene Erscheinung war, welches auch jetzt in mancher hierlandischen Lehranstalt der Fall ist, da nur die Lemberger und Tarnopoler von Israeliten häufig, die andern Gymnasien entweder sehr gering, oder gar nicht srequentirt werden. Dagegen erscheint die Proportion als höchst ungünstig, wenn man in Erwägung bringt, daß die jährlichen Ueberstchts - Tabellen der israel. Schulfähigen, bei einer jüdischen Bevölkerung von 58,817 Wohnpartheien mit 257,196 Israeliten, eine Anzahl von mehr als 10,000 Judenkindern ausweisen. Um diese Mißverhältnisse zu heben, die Heranwachsende Jugend mehr zum Fleiße und zur Arbeitsamkeit zu gewöhnen, besonders aber um unsere Mitbrüder' vom dolce far niente fern zu halten, die Bahn zu den Künsten und Wissenschaften ihnen mehr zugänglich zu machen, wäre es rathsam, vorzüglich beim jetzigen Zeitgeiste, und unter dem väterlichen Schutze einer mildthatigen Regierung, die das Wohl ihrer Unterthanen auf jede mögliche Weise ohne Unterschied der Konfession zu befördern trachtet, endlich beim Nichtmangel an hierlandischen, einsichtsvollen, echtgebitdeten Männern, daß sich ein Wohlthatigkeits - Verein von edelgesinnten galizischen Israeliten bilde, dessen Hauptzweck darin bestehe, mit hoher obrigkeitlicher Bewilligung, in den größer» Gemeinden, und wo es thunlich ist, Kleinkinderbewahranstalten zu errichten, den Thätigkeitssinn kräftig zu erwecken und zu beleben, die Jugend mehr dem Handwerksstande zuzuführen, ferner jenen Jünglingen, welche ausgezeichnete Talente und vorzügliche Liebe zu den Wissenschaften an den Tag legen, mit Rath und That an die Hand zu gehen. Jeder von unsern Religionsverwandten, dem nur das Wohl seiner Mitbrüder am Herzen liegt und es befördert wissen will, wird geziemend aufgefordert, hauptsächlich jene Männer, deren Einfluß in den Gemeinden als Sanok, Jaslo, Dukla, Tarnow, Rzeszow, Jaroslaw, Jaworow, Przemysl, Sambor, Lemberg, Tacnopol, Brody, Stry, Stanislawow und Czernowitz von Gewicht und Bedeutung ist, ihre Stimmen, besonders aber die anpassenden Verhältnisse und Umstande in ihren Bezirken zur Erreichung dieser edlen, und für die Zukunft so folgenreiche Unternehmung in der Allgem. Zeitung des Judenthums, in diesem unpartheiischen Organe, abzugeben. Vorläufig ergeht diese Aufforderung an sämmtliche Israeliten Galiziens, nächstens soll in dieser Zeitung vom Referenten der ausführliche Plan und die Statuten dieses Wohlthatigkeitsvereines in Beziehung der Errichtung und Möglichkeit der Ausführung desselben, der Aufnahme der Mitglieder und deren Wirksamkeit u. s. w. deutlich auseinander gesetzt werden. — Anfangs Oktbr. 1838. A. B. Politik. Zweite Verhandlungen der Provinzialstände für Nord - Jütland, über die Wählbarkeit der mosaischen Glaubensbekenner zu Ständemitgliedecn. (Aus dem Dänischen der Ständezeitung im Auszüge.) (Fortsetzung.) Bei der vorläufigen Behandlung der Sache, welche in einer Plenarsitzung am 28. Juli Statt fand, äußerte Oberst Brock, daß Sr. Majestät der König in der Verordnung vom 28. Mai 1831 sogleich im Anfänge es ausgesprochen habe, durch die Einführung berathender Provin-