Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 39 (23.9.1884)
- Date
- 1884-09-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein nn-arteiischcs Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. lPreis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste dir. SS) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Heransgegeben von Nabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. GXpeöition: Leipzig, Woßptcrh 18 In redactionellen Angelegeiibriten wende mau sich an I>r. L.Pbilippson in| Bonn direct, in allen übrigen an die .Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr t2 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 48. Jahrgang. Leipzig, den 23. September 1884. No. 39. Inhalt. Leite»ide Artikel: Die Erweiterung und Vertiefung der Lehre. VII. (Schluß) — Der Berliner Antisemitismus, l. — Ein Sündenbekenntniß für unsere Zeit. — Das Religionsbekenntniß der Schüler höherer Lehranstalten in Preußen. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Vom Rheine. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest, Essel, Brünn. — Frau kreich: Algier. — Rußland: Aus Rußland. — Türkei: Konstantinopel. — Amerika: New-Bork. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Jom Kippur in der Wildniß. Eine Skizze. — Vermischtes: Lady Russell und ihre jüdischen Lehrer. — Ein Qui pro quo. Tiefe am echtesten die Gedanken und Gefühle herauserkannt werden können, welche zur Zeit seines Ursprungs und im Geiste dessen herrschten, der ihn begründet und eingerichtet hat. Wir überlassen cs nun nachfolgenden Forschern, den Gedankengang im mosaischen Kultus bis ins Einzelne zu ergründen und zur Aussprache zu bringen. Wir wollen hier nur die beiden Höhenzüge verfolgen, die sich uns in dem- - selben klargcmacht. Nach der Anleitung, die wir in den vorhergehenden Der höchste Begriff, der in dem Heiligthum und allen Artikeln zu geben versuchten, wird man leicht begreifen, welche1 mit ihm in Verbindung stehenden Handlungen symbolisch Fülle von Lehren und höchsten religiösen Gedanken in dem j ausgeprägt ward, ist der der Vermittelung zwischen Gott und mosaischen Cultus, in den Heiligthümern und den Cultus- Mensch, der Verbindung und Annäherung zwischen beiden, akten, symbolisch zum Ausdruck gekommen ist. Immerhin was wir in unserer ausführlichen Religionslehre mit dem mag man im Einzelnen andere Deutungen ausfinden, als Worte der „Unmittelbarkeit Gottes zum Menschen" bezeichn wir sie gegeben haben, im Ganzen werden die Ideen, wie neten. Im Gegensatz zu den anderen Geschöpfen und zu in sie sich uns dargestellt haben, als richtig anerkannt werden! ganzen Universum, die Gott mittelbar durch die Naturgesetze müssen, sobald der symbolische Charakter zugestandcn wird.! schasst und leitet, besteht zwischen dem Gottgeiste und dem Hierfür läßt sich auch noch im Allgemeinen anführen, daß, Menschengeiste eine «mittelbare Verbindung, welche durch die von welcher großen Bedeutung auch die sormulirte Lehre Religion und durch die aus ihr fließende Sittlichkeit zur und das sormulirte Gesetz sind, doch im Cultus das wesent- Aktualität wird. Man hat in einer anderen Religion als liche religiöse Leben des Volkes vor sich geht, geweckt und ihren eigcntthümlichen Inhalt „die Kindschaft des Menschen gefördert wird. Die Lehre in ihrer Abstraktheit fesselt die zu Gott" betont. Aber abgesehen davon, das; diese Bezeich- Gedankenwelt der Maste nur wenig. Dem Gesetze unternung der Menschen als „Kinder Gottes" auch in unsrer wirft sie sich als solchem im gläubigen Gehorsam; aber die h. Schrift vorkommt, so hat doch unsre Religion die sentimengottesdienstlichen Handlungen wirken unmittelbar auf die Getaten Verirrungen vermieden, die ans solcher Fassung des Bermüther, erheben und läutern, eröffnen die Herzen, um Alles, hältnistcs des Menschen zu Gott entspringen lönnen So was in ihnen vorhanden, in Fluß zu bringen. Nur eine sehr die Annäherung des Menschen an Gott das eigentliche sehr oberflächliche Betrachtung kann daher den Cultus allein Ziel der Religion ist, so darf doch von der anderen Seite in seiner äußeren Erscheinung anffastcn, während in dessen die Majestät und Nncrmcßlichkeit Gottes und die weite Ent- S-citc-i-iDe 6lrtilre^. j Bonn, 17. September. ■ Die Erweiterung und Vertiefung der Lehre. j VII. ' (Schluß.) 1