Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1884)
- Date
- 1884-08-19
- Page
- Seite 546 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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546 Vermischtes. Etwas über die Kunst bei den alten Israeliten. Wir finden in der lievue des deux Mondes vom 15. Er mochte noch so schöne Erfolge haben, feine Bescheidenlich aufuehmen als ein Zeichen treuer Freundschaft für den, heit blieb sich stets gleich. Nicht um sich zu glorificiren, nein, dessen Liebe ihr Glück, dessen Wirken ihr Stolz war und — fast um sein andauerndes Arbeiten zu entschuldigen, sprach er bleiben wird, hin und wieder von der freundlichen Aufnahme seiner Werke. Ohne falsches Pathos gedachte er bewundernd des Großen,! was Große geleistet, und seine künstlerische Demuth zu be-1 sch wichtigen, meinte er, es müsse halt jeder in seiner Weise; versuchen, wie weit er es bringen könne — eine Anschaung, die, so natürlich und verständig sie ist, doch sehr selten zu Juni d. I. einen sehr lesenswerthen Artikel über „die Land- Tage tritt. j schüft in der Kunst der alten Bölker." Derselbe ist aller- Einc meiner heitersten Jugenderinnerungen knüpft fiel) ( bing» nach dem gleichbetitelten Werke von Karl Woermann an eine Zeit, während welcher ich andauernd mit ihm ver^ (München 1876, Ackermann) gearbeitet, zeichnet sich aber kehrte. Es war im Sommer 1828 vor meiner Abreise nach; durch präcise Darstellung und mancherlei Berichtigungen aus. Paris. Im Herbst sollte er die Geliebte seiner Jugend als Nachdem der Vers, über die „Landschaft" bei den Aegyptern Gattin heimführen und hatte schon die künftige Familienwohj und Assyrern gesprochen, welche in den Basreliefs die Landnung (auf der Hanauer Chaussee) gemiethet und bezogen. j schaft kaum angedeutet und namentlich in der Darstellung Auf seinen Wunsch erlaubten mir die Eltern, zu ihm hinaus- , von Pflanzen noch auf der tiefsten Stufe der Kunst stehen zuziehen, und wir wirthschafteten ein paar Monate gemeinj geblieben, wendet er sich zum jüdischen Volke und sagt: schaftlich. In zwei neben einander liegenden Zimmern wurde ' „Ohne Zweifel hat die durch die Phönizier mehr oder minder nun componirt — häufige gegenseitige Besuche belebten die modifizirte Kunst der Assyrer zum Vorbilde gedient für die Nachbarschaft und erfrischten uns in unserer recht ernsten wenig zahlreichen Denkmäler, die uns von jenem kleinen Arbeit. Eine befreundete Familie mit wunderschönen liebenswürdigen Töchtern bewohnten einen anderen Theil der Wohjüdischen Volke übrig sind, das freilich in der ästhetischen Geschichte der Menschheit keinen großen Platz einnimmt, aber nung, zu welcher auch ein kleiner Garten gehörte. Oppensicher hier erwähnt zu werden verdient wegen der wichtigen heim arbeitete an seinen Illustrationen zu „Hermann und j Rolle, die cs in der moralischen Geschichte der Eivilisation Dorothea" — ich schwärmte, sechszehnjährig, im Jean Paul - gespielt hat. Fast auf jeder Seite seiner heiligen Bücher und suchte in einem Clavierguartett den Eindrücken, die idijgie&t sich ein selbständiges und tiefes Gefühl für die Schönim „Titan,, empfing, musikalische Gestalt zu geben. Wirrheiten der Natur und für die geheimen Saiten, die sie in führten eigene Haushaltung, d. h. wir brauten unfern Mor- | uns zu berühren vermögen, zu erkennen. Diese Himmel, genkassee eigenhändig. Der -Himmel weiß, welch ein Getränk , deren Unendlichkeit den Ruhm des Allerhöchsten erzählt, diese wir zu Srande brachten. Ehe wir jedoch an diese Mani-; Berge, wo er mit seiner ganzen Majestät inmitten der Donner pulation gingen, wiederholten wir mit jenem Eigensinn, wel- und Blitze erscheint und die, wie die Ströme, an dem Erchcr der fortgesetzten Wiederholung einer Albernheit zuletzt zittern des ganzen Universums theilnehmen — alle diese einen Schein von Humor verleiht, folgende That. Einer von Gleichnisse, diese Umrisse, lieblich oder anheimelnd, großartig uns sagte: „vor Allem müssen wir uns aber dem Volk zei- oder rührend, die Bibel und Evangelium uns reichlich bieten, gen" — der Andere schloß das Fenster weit auf. Wir finden nur einen ganz leisen Wiederhall in der Kunst Judäa's. stellten uns neben einander hin, sahen hinaus und wurden Einige wenige architektonische Bruchstücke, die augenscheinliche selbstverständlich auch nicht von der geringsten Milchfrau be- Aehnlichkeit mit der assyrischen Kunst zeigen, sind allein bis achtet -- mit stolzem Gatt ge zogen wir dann au den Frühauf uns gekommen. Das wichtigste und charakteristischste ist srückstisch. Daherrlichste Wetter begünstigte auch mehrere der Deckel eine» Sarkopbages. der von Herrn von Sauby Wochen die Arbeitc-einrheilung, bis dann der nie ausbleibende entdeckt worden ist, und zwar vor den Thoren Jerusalem'- kühle Regen uns den Geschmack daran gründlich verdarb, selbst; matt behauptet, er habe zum Grabe für einen König Lächeln muß ich heute noch, wenn ich daran denke. Jndeß von Juda gedient. Tie Zeichnung dieses wichtigen Werkes. — wir haben uns seitdem oftmals dem Volke gezeigt und das durch irgend eine orientalische Stickerei inspirirt worden sind glücklicherweise nicht immer so gänzlich unbeachtet geblie-' zu sein scheint, besteht in einem regelmäßigen dichten Geben wie damals. wirr von Olivenblättern, das von Weinranken, Trauben, Was Oppenheim den Seinigen gewesen, mag man Lilien, Eicheln und Fichtenäpseln eingerahmt ist. Alle diese aus diesen Zeilen ermessen, wenn es auch meine Aufgabe; Motive, dem Pflanzenreiche entlehnt, sind mit Geschmack wienicht sein darf, hier davon zu sprechen. Ilnd doch gelten sie dergegeben, und der Anblick dieser Arabesken, bei denen die vor Allem den Hinterbliebenen. Möchten sie dieselben freund- , Regelmäßigkeit und Symmetrie der allgemeinen Anordnung so