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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-08-19 · Heft 34 (19.8.1884) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 34 (19.8.1884)
Date
1884-08-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles indische Interesse. I Diese Zeitung erscheint wöchentlich. I HerausgegebLNVoN I Preis vierteljährig 3 Mar!. Abonne-1 MS'L'MZMLW Rabbiner Or. Ludwig Philipps»« in Bonn. lämtern, außerdem durch den Buch-1 | Handel. | _ - Kzepeöitiorr: Leipzig, Woßpkcrh 18. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Kr. L. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 112 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 48. Jahrgang. Leipzig, den 19. August 1884. No. 34. Inhalt. Leitende Artikel: Die Erweiterung und Vertiefung der Lehre. III. — Ein Hetzartikel der „Kölnischen Zeitung". — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Posen, Aus Mittelfranken, Aus Schlesien. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Breslau, — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Italien: Rom. — Rußland: Aus Polen, Nyschny-Rrwgorod. — Amerika: New-Bork. — Bonn: Notizen, Literarische Notizen. — Tuckum: Literarische Notiz. — Feuilleton: Der Maler Moritz Oppenheim.. — Vermischtes. Scitc'ivDa eUtiUcf. Bonn, 13. August. Die Erweiterung und Vertiefung der Lehre. in. Stellen wir uns das Bild der „Wohnung" noch einmal vor. Sie bestand aus mit Goldblech überzogenen aufrechtstehenden Balken, von vier kostbaren Teppichen an den Seiten und oben überdeckt, und war in das zehn Ellen in Kubus; große „Allerheiligste" mit der Lade und das doppelt so lange „Heilige" mit dem Leuchter, dem Schaubrodtisch und dem Räucheraltar getheilt. Die „Wohnung" stand im „Hose", wo der Opferaltar und das Becken standen. Der Hof war von Säulen und Ilmhängen umgeben, jedoch ohne Bedachung. 1 Hier versammelte sich das Volk zum Opfer, während das^ „Heilige" nur von den Priestern behufs der Zurichtung der Lampen auf dem Leuchter, des täglich zweimaligen Räucherns und des sabbathlichen Auflegens der Schaubrode, das „Aller-; heiligste" nur vom Hohenpriester und zwar nur jährlich am^ Bersöhnungstage betreten werden durfte. Die „Wohnung"; hat eine dreifache Benennung: 5t:n, “y,o br.s und ptpr. Die erste „Zelt des Zeugnisies" ist die speciellste, indem damit die zwei Tafeln bezeichnet werden, auf welche die Zehn-Worte geschrieben waren und die in der Lade sich befanden; es wird also hiermit die Aufbewahrungsstätte dieses Zeugnisies von der Offenbarung Gottes und dem Bunde Gottes mit Israel bezeichnet. Mit Unrecht hat man den zweiten Namen „Stiftshütte", „Versammlungszelt" übertragen. Das h. Wort giebt uns sehr deutlich an (2 Mos. 29, 42—46), was es darunter versteht, -pm bra, „wohin ich mich zu Euch verfügen, mit Euch Zusammenkommen will, daselbst mit Dir zu reden; daselbst will ich mich zu den Söhnen Israels verfügen und es soll geheiligt werden durch meine Heiligkeit ff."; (30, 36): “po „woselbst ich mich zu dir verfügen werde". Was unter dem „Sichverfügen Gottes" zu verstehen sei, ist bereits (2 Mos. 25, 21. 22.) ausgesprochen, nämlich die zukünftige Offenbarung von der Sühnplatte herab (vergl. 30, 6. 4 Mos. 17, 9). Tie Wohnung wird also durch beide Bezeichnungen als Offenbarungsstätte, durch die erstere für die geschehene, abgeschlossene, durch die zweite für die zukünftige Offenbarung charakterisirt. Der dritte Name ist der allgemeine, und wenn es heißt „ich will in Eurer Mitte wohnen", so bedeutet das „wohnen Gottes" die fortwährende Offenbarung, di? beständige Gegenwart des sich offenbarenden Gottes. Wir heben deshalb noch einmal den Grundgedanken hervor, daß einerseits die schriftliche Offenbarung als Fundament abgeschlossen und feststehend angesehen werden soll, unantastbar, so daß weder etwas hinzugefügt noch hinweggenommen werden dürfe, andererseits aber die zukünftige Offenbarung, d. h. die Weiterentwickelung innerhalb der sich ergebenden und verändernden Verhältniffe als in die weite Zukunft hinaus, ohne Abschluß in der Zeit vorbedeutet wird. Bon der Offenbarungsstätte j aus wirkt die Offenbarung durch die Erkenntniß (Leuchter) und durch die göttliche Führung in der Fügung der Gej schicke (Schaubrodtisch) auf die Menschen zur geistigen Er- , leuchtung und zur sittlichen Vervollkommnung. 34

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