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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-08-05 · Heft 32 (5.8.1884) · p. Seite 513

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 32 (5.8.1884)
Date
1884-08-05
Page
Seite 513 (sequence 13)
Language
German
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513 trennen sind. Aber auch nicht diese von jenen. Empfangend. und gebend, sind die Juden in Jtaticn zugleich Träger der' der dortigen Cnltur und von ihr getragen. Durch das ganze Mittelalter hindurch, das mau ja längst nuTgefjört hat, als eine Zeit der Stagnation zu betrachten, zeigt sich eine stetige,! dem allgemeinen Cultursortschritte Paralellaufende Fortbe-! weguug unter den italienischen Juden, durch welche sie vor-! bereitet werden, um in die neuere Zeit als die ersten unter i ihren europäischen Glaubensgenossen mit Verständnis; und Begeisterung einzugehen. Das Zeitalter des Humanismus; findet die italienischen Juden vollständig „ans der Höhe! der Situation." I Tie vorliegende Darstellung hat sich nun zum Ziele gei setzt, die Culturbewegung unter den italienischen Juden inner-! halb des Zeitraums, welcher das Mittelalter umfaßt, zu schildern. Sie beginnt mit dem 8. Jahrhundert, in welchem! die ersten Anzeichen wissenschaftlicher Regsamkeit hervortreteu,; die aber bis zum 10. Jahrhundert über die Bedeutung von! Versuchen nicht hiuansgclangeu. Ein bedeutender Fortschritt! macht sich wesentlich unter dem Einfiusse spanischer Gelehrten' während des 11. und 12. Jahrhunderts bemerkbar. Endlich! erreicht die Cultur der italienischen Juden, wie die der ' Italiener überhaupt, ihren Höhepunkt im 13. und 14. Jahr-! hundert. Während dieses ganzen Zeitraums ist die Religion j bei Juden und Christen das alle Beziehungen des Lebens! und nicht minder auch die wissenschaftliche Thätigkeit be-! stimmende Element. Tie gesammte Wissenschaft ist theologisch.: Mit dem 15. Jahrhundert beginnt ein Zersetzungsprozeß, welcher die Harmonie zwischen der Religion und der Wissenschaft anflöst. Der Eintritt dieses Vorganges, welcher dem Zeitalter des Humanismus und der Selbstherrlichkeit der Wissenschaft vorausgeht, bildet die naturgemäße Grenze, bis zu welcher die Darstellung in dem vorliegenden Bande sicki erstreckt. Erbauliches. Bon 1h.-. Samuel Kristcllcr. 1. Thora. Tu fragst, wie diese Welt des Lichts So herrlich einst geschaffen ward? - Es hat am Anfang sich im Nichts Ter Herr aus Liebe offenbart. Pf. 8!'. 3. Das Wort im Lehrhaus ist wie heil'ger Opferrauch, Ter vom Altar sich hebt zu Gottes Ehr' empor, Und lieblich ifi's dem Herrn wie Beter-Andachtshauch, Wenn ans der Schule tönt ein froher Kinderchor. Berachoth 8. Was du erringst mit Jugendernst, Das bleibt wie Schrift in Erz getrieben; Doch was du spät im Alter lernst. Verfliegt wie Schrift auf Sand geschrieben. Gabrivl. Mibch. hapeniuim. Des Wissens Schatz läßt sich nicht erben, Rur ernster Fleiß kann ihn erwerben. Pirke Aboth. 2. 17. Im Herzen muß es Wurzel schlagen, Solls auf der Zunge Früchte tragen. Gabriol. Mibch. hapeninim. Rur das zu leisten bist du schuldig. Was deiner schwachen Alraft entspricht; Doch niemals darfst du ungeduldig Entziehen dich dem Ruf der Pflicht. Je mehr dich das Gesetz durchglüht, Je reichern Segen wirst du schauen. Und wenn nicht alle Saat hier blühet. Stell du auf Gott nur dein Vertrauen. Er führt die Welt nach erv'gen Plauen, Die unser Äug' nicht kann begreifen; Doch deutlich lebt in uns ein Ahnen, Daß einstens unsre Garben reisen, Pirke Aboth 2. 21. 2. Awodah. Alle Gnaden aus dem Himmel fließen Gottesfurcht in ui; ans dem Herzen sprießen. Berachoth 33. Nimm dir kein Beispiel an dem Knechte, Der seinen Dienst um Lohn nur thut: Ohn' Eigennutz thu' stets das Rechte Und furchte Gott, so thust du gut. Pirke Aboth. 1. 3. Mit Andacht sollst du es bekennen früh und spat. Daß ewig einig Gott umfasse Raum und Zeit. Doch nicht gedankenlos, als wär's Gewohnheitsthat, Nein, aus der Seele fprich's in voller Innigkeit. Und ruft dein flehend Herz den Allerhaller au, So glaub au seine Lieb', die unerschöpflich quillt: Doch glaub auch an dich selbst! und flieh' den dunklen Wahn, Daß unerlösbar sei dein Herz von Schuld erfüllt. Pirke Aboth. 2. 18.

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