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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-07-22 · Heft 30 (22.7.1884) · p. Seite 472

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 30 (22.7.1884)
Date
1884-07-22
Page
Seite 472 (sequence 4)
Language
German
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472 in 94 Gemeinden und in Algerien 47750 Juden in 58 Gemeinden, zusammen 124,650 Juden in 152 Gemeinden leben. Bei allen diesen Sprengeln und Gemeinden werden die Synagogen, die Schulen und wohlthätigen Anstalten nebst deren Vorstehern aufgeführt. Ganz besonders zeichnet sich Paris durch die Menge seiner Vereine und Stiftungen aus. Wir dürfen uns nicht wundern, daß in diesem französischen Annuaire auch Elsaß-Lothringen Berücksichtigung findet, da die Franzosen sich noch immer nicht an den Verlust dieser Provinzen gewöhnen können. Wir haben also hier Consistorialsprengel: 1) Metz 9000 Seelen in 57 Gemeinden; 2) Straßburg 19,220 Seelen in 105 Gemeinden; 3) Colmar 11,000 Seelen in 43 Gemeinden; zusammen 39,220 in 205 Gemeinden. Man sieht hieraus, wie geringzählig die jüdische Bevölkerung in der Mehrzahl dieser Gemeinden ist, noch dazu, da die Gemeinden von Metz, Straßburg, Colmar, im deutschen Reich und in der Schweiz aufgeführt sind. Die Seelenzahl wird in diesem Werke authentisch schon 1875 auf 4790 Seelen angegeben. Red.) Unter den Mannigfaltigkeiten, welche dem Kalender angehängt sind, befindet sich auch ein Artikel, Lberschrieben: Das goldene Buch des ftanzösischen Judenthums. Es werden darin die Persönlichkeiten jüdischer Religion namhaft gemacht, welche einen höheren Rang in den verschiedenen Zweigen öffentlichen Lebens einnehmen. Wir heben daraus Folgendes hervor. Im Senate sitzen zwei Senatoren, in der Deputirtenkammer drei, im Staatsrathe vier, oberen Unterrichtsrathe zwei, imoberen Ackerbaurathe einer. Wir begegnen ferner dem Minister der öffentlichen Arbeiten David Raynal, drei Präfekten, sieben Unterpräfekten, zwei Generalsekretairen, fünf Präfekturräthen und zehn, welche höhere Posten in den verschiedenen i Ministerien einnehmen. Im Richteramte haben wir einen Mühlhausen so bedeutende Contingente stellen. Doch sind sie Kammerpräsidenten am Cassationshofe, drei Generalprokuraals Gemeinden conftituirt und fungiren in ihnen außer den! toren, drei Generaladvokatcn, drei Gerichtsräthen, zwei Prödrei Consistorialrabbincn 34 Gemeinderabbinen.!kuratoren, einen Gerichtspräsidenten und zwei Bicegerichts- Jn Belgien werden 5500 Seelen angeben, die außer! Präsidenten, zehn Tribunalräthen. Armee und Marine zeigen Brüssel noch in 5 Gemeinden leben, nämlich Antwerpen, uns zwei Divisionsgeneräle, drei Brigadegeneräle, vier Obersten, Arlons, Gent, Lüttich und Namurs. Sie unterstehen dem Centralconsistorium von Brüssel. Die jüdische Bevölkerung der Schweiz wird zu 4000 Seelen angegeben, welche 20 Gemeinden bilden. Es sind neun Oberstlieutenants, sechszehn Commandanten; in der Territorialarmee einen Oberstlieutenant, fünf Commandanten; endlich in der Marine einen Fregattenkapitain, einen Artilleriecommandanten. Die Zahl der Lieutenants ist bei der Größe dies: Genf, Avenches, Basel, Bern, Biel, Burgsdorf^ derselben und dem Mangel an Raum nicht angegeben. Dem Chaux de Fonds, Delemen, Endingen, Lengenau, Langen-i Institut von Frankreich gehören sieben Israeliten an, denen thal, Lausanne, Locles. Neuchätel, Pruntrut, St. Jmier,! sich eine große Zahl von Professoren in allen Facultäten Vevey, Averdon, Zürich. (Es fehlen hier: St. Gallen mit! an den höchsten Lehranstalten anschließt. Bei der Uebersicht einem Rabbiner (Herrn vr. Engelberts, Aarau, Baden, Baumdieser Aufzählung muß man, um sich ein richtiges Urtheil gartel, Luzern, Larronge, welche in der 1875 (Frankfurt a.M.)^ zu bilden, sich an die geringe jüdische Gesammtbevölkerung von Dr. Engelbert veröffentlichten Statistik des Judenthums! von Frankreich erinnern. Deutschland. Berlin, 8. Juli. Wir lesen im „Deutschen Reichsblattt": In Lauenburg in Pommern ist gegen Ende vergangener Woche ein neues schönes Johanniter - Krankenhaus eröffnet worden, und es war dazu der Herrenmeister des Johanniter-Ordens, Prinz Albrecht von Preußen, eingetroffen. Die echt ritterliche, hohe Gestalt des Prinzen und noch mehr sein nach allen Seiten würdiges und doch höchst liebenswürdiges Auftreten hat, wie uns aus Lauenburg geschrieben wird, dort aller Herzen gewonnen. Zunächst ist das Johanniter-Krankenhaus für Kranke aller Confessionen eingerichtet. Auch der jüdische Rabbiner war von den Johannitern zur Einweihungsfeier eingeladen und im Ornat erschienen. Derselbe wurde dem Prinzen Albrecht vorgestellt: dieser sprach längere Zeit mit ihm und sagte zum Schluß: „Nun, Herr Doctor, in Krank-; hcitsfällen hört jeder Unterschied der Confession auf." „Das ■ ist doch einmal wieder echt Hohenzollerisch gesprochen", sagt! unser Gewährsmann, der, nebenbei gesagt, Protestant ist. In dem in gewisser Richtung vielfach unterwühlten Hinterpommern, ist ein solches Wort von doppeltem Werth. Das Auftreten des Prinzen hat bei allen Richtungen einen so guten Eindruck gemacht, daß es auch auf die Parteien aussöhnend! gewirkt hat. j Berlin, 8. Juli. (Privatmitth.) Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes hat von seinen „Mittheilungen" Nr. 13 erscheinenen lassen. In derselben nimmt der „Bericht über den vierten ordentlichen Gemeindetag" den

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