Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 135 (10.11.1838)
- Date
- 1838-11-10
- Page
- Seite 546 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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346 sammenkunft bestimmt, und traf auch wiMch an dem festgesetzten Tage ein. Antipater vertheidigte hier die Sache seines Herrn mit so glühendem Eifer, mit solchen unlaugbaren Beweisen und so unbesiegbarer Beredsamkeit, daß Cäsar vollkommen befriedigt, den Hyrkan als Hohenpriester und Landessürsten bestätigte, und Antipater zum Statthalter Judäas und Bürger Roms ernannte. Aristobul wurde zur Ruhe verwiesen. Der Senat in Rom aber bestätigte in der Folge diesen Beschluß, und sandte die Urkunde darüber in griechischer und lateinischer Sprache auf das Capitol und nach den Tempeln zu Tycus, Sidon und Asculon. Auch wurde dem Andenken der Thaten, welche Antipater und das ganze syrisch-jüdische Heer in Aegypten vollbracht hatten, in Alexandria eine eiserne Säule geweiht. Sie sollte zu den Menschen reden, wenn langst alle Zeitgenossen verstummt wären; allein sie ging gleich ihnen unter und lebte gleich ihm nur in den Wecken vaterländischer Schrift-' steller fort. Möchten sie doch auch in der lebendigen Erinnerung leben! — (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen alter Art gegen 1 Gr. für die gespaltene Zeile aus Prm-SHrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Neueste Schritt über Zudenthum von B e « * U f t e l im November 1838. Der bekannte geistreiche Verfasser der „Neunzehn Briefe von Ben-Usiel," welche bei ihrem Erscheinen eine so große Sensation erregten, — (Herr Lan dra bbine Hirsch in Oldenburg) hat so eben eine neue Schrift mir dem Titel: Erste Mittheilungeu aus Naphtalis Briefwechsel, herausgegeben von Ben-Usiel gr. 8. Altona, Hammerkch geheftet 4 Thlr. berausgegeben, welche hiemit allen Juden zur Beherzigung dringend empfohlen wird. In allen Buchhandlungen Deutschlands, Oestreichs, Polens, Rußlands der Schweiz und Dänemarks ist diese Schrift vorräthig und zu haben. Den Herren Conditoren, Bäckern und Gutsbesitzern EÄ und allen denen, welche Pfund-Bärme gebrauchen, empfiehlt solche in bester Güte. Jede Bestellung hierauf wird schnell und billig ausgeführt, von G. F. Schulz, Probstgaffe No. 11, in Berlin. Todesanzeige. Sprotlau, den 18. Oktober 1838. Was uns längst schon zittern machte, was wir schon seit einigen Wochen geahnet und gefürchtet, das ist dennoch so schnell und plötzlich gekommen, das hat unS heut leider traurig überrascht, und erschüttert; denn mit dem heutigen Tage wurde unserer kleinen Gemeinde ein sehr würdiges Glied entrissen. Der Tod schwang seine Sichel über eine in Gerechtigkeit erwachsene und in Lugend für befere Welten gereifte Garbe, über die seit 3 Monaten von einer martervollen Krankheit hartgeplagten, verehüchten Destillateur Prayer allhier, Tochter des in Gott ruhenden Hochwürdigen Oberrabbine in Winzenhain bei Kolmar, Oberkonsistorial-Raths des Ober-Elsaß, Herrn Hirsch Lazarus, in einem für die Hinterbliebenen ach! viel zu' frühen Alter von 64 Jahren. Nicht nur im häuslichen Kreise — der Boden der diesem Geschlechte zum Wirken angewiesen ist — war die Vollendete in mehr alS 40 Jahren beglückende Gattin eines frommen Galten, besorgte Mutter eines achtunggebietenden Sohnes, gorresfürchnger Töchter und Enkel, sondern auch außer denselben gründete sie sich ein unauslöschliches Denkmal der Liebe, durch ihre strenge Religiosität, durch ihre Bereitwilligkeit zum Helfen, wie durch ihr über alles hervorragendes Gemüth zu Versöhnung und Frieden. Noch lange wird das Andenken der rheuren Entschlafenen in Herzen Aller die sie gekannt, warm schlagen, denn ohne zu fragen — welcher Konfession der Bedürftige angehörte, war sie mir selbstverläugnender Aufopferung stets bemüht, die Ermüdeten, zu erquicken, die Thränen der Weinenden zu trocknen, die Betrübten zu erfreun. Mit einem Worte, nur am Wohlthun fand sie Freude, sie freute sich nur, wenn sie erfreun konnte! Ganz natürlich daß sie auch von Allen, ohne Unterschied des Glaubens, heiß beweint wird, daß, nachdem man ihre Ueberreste, um sie dem kühlen Schooße der Muttererde anzuvertrauen, in einen sehr feierlichen Zuge, dem sich sammttiche Notabeln der Stadt anschloffcn, nach dem Israelitischen Friedhof brachte, und der aus unserer Nachbarstadt Sagan hcrbeigerufne Lehrer Herr Küttner über Jesaia Cap. 6t. v. 1—2 eine dem Gegenstände angemessene Rede hielt, durch die er sowol alle Anwesenden zur innigsten Rührung stimmte wie auch in die Wunden der Hinterbliebenen, lindernden und heilenden Balsam träufelte, und in einem Schlußgebet zum Vater der Welten sich wendete um Seelenheil für die Verewigte, göttliche Tröstung und himmlische Stärkung, für die von Wehmurh zerknirschten Herzen flehte, Alle tief ergriffen waren. Zu den vielen wahrhaft edel-religiösen Zwecken, die der Verblichenen zu Ehren, von ihren Verwandten und Freunden hervorgerufen wurden, verdient am meisten Anerkennung, daß der ächt fromme Sinn des tiefbetrübten zurückgebliebnen Gatten, mit nicht geringen Kosten eine Elementar-Sch ule (die den Namen der Vollendeten tragen soll) organisiren wird, und in seinem eigenen Hause die dazu e»forderlichen Lokalitäten und Utensilien gewilligt. Hoffentlich wird Herr Küttner sich bestimmen taffen, die Leitung derselben zu übernehmen. G o l o s ch m i d t. Redacteur: Dt. L. Philippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld<