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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-06-24 · Heft 26 (24.6.1884) · p. Seite 418

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 26 (24.6.1884)
Date
1884-06-24
Page
Seite 418 (sequence 14)
Language
German
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418 Maaß von dem Gerichte ernannt zu sein, für Freisprechung der Angeklagten. Seine Rede stützte sich vornehmlich auf das abgegebene Gutachten des Professors Gildemeister, denn durch dieses verliere die Anklage den Boden, da der Herr Professor auf seine ausdrückliche Frage, ob eine Verhöhnung religiöser Gebräuche in der „Jsaakiade" zu finden sei, mit „Nein" grantwortet habe. Ueber das „Werk", „Jsaakiade" genannt, selbst ließ sich der Herr Vertheidiger aus, daß ihm Maaß mitgetheilt habe, bei der ersten Verhandlung hätten sich sogar die Gerichtspersonen des Lachens nicht erwähren können. Dieses sei sehr bezeichnend, denn eine Satzkonstruction und Fafiung, wie sie die „Jsaakiade" aufweise, die gegen jede grammatikalische Regel und Form verstoße, könne nur bei jedem Gebildeten ein Lächeln Hervorrufen, mehr aber könne gewiß nicht erzielt werden. So und ähnlich verbreitete sich Herr Dr. Schumacher über das bis zum Ekel schon in den Zeitungen besprochene Werk, und am Schlüsse seines Plaidoyers empfahl er dem hohen Gerichtshöfe nochmals Freisprechung der Betheiligten. Diese erfolgte jedoch nicht, und wenn auch das Gericht beide Angeklagte von der Aufreizung zum Klaffenhaffe, beziehungsweise Beihilfe dazu, frcisprach, so wurde doch Maaß wegen Verhöhnung religiöser Gebräuche zu 6 Wochen Gefängniß und Trapp wegen Beihülfe dazu zu 3 Tagen Gefängniß verurtheilt, während Beide wegen Preßvergehens mit je 30 Mark Geldbuße event. 6 Tagen Haft belegt wurden. Die Heftchen rc. werden jetzt, da ihre Einziehung dekretirt ist, wohl in die Papiermühle oder sonst wo hinwandern müffen und Herr Maaß mag als Märtyrer der Judenhetze nun von der „Jsaakiade", die ihm reichlichen Gewinn einbringen sollte, mit Wehmuth oder auch mit Wuththränen in den Augen sagen: „Sic transit gloria mnudi!" Der erhoffte „Ruhm" und die großen Lorbeeren sind ausgeblieben und der arme Bürstenfabrikant mag ohne Denkmal in das gefürchtete „Loch" wandern. — Als bemerkcnswerth ist noch zu verzeichnen, daß von dem Vorsitzenden der Strafkammer, Herrn Landgerichtsdirector Schneider, bei Verkündigung des Urtheils die Bosheit und die niedrige Gesinnung des Herrn Maaß besonders betont wurde, — So endete der „Monstre"-Prozeß der „Jsaakiade" und Herr Maaß erntete nichts als Schimpf und Schande! Bonn, 6. Juni. li. Correfpon-enz. Breslau, 6. Juni 1884. Bericht über die VI. Generalversammlung israel. Lehrer in Schlesien und Posen. Am 1. und 2. Juni fand, wie alljährlich, die Generalversammlung des Vereins isr. Lehrer in Schlesien und Pi im kleinen Saale der Neuen Börse zu Breslau statt. Vorvcrsammlung den 1. Juni eröffnete der Präsident Herr Dr. Samuelsohn mit herzlichen Begrüßungsworten, indem er seiner Freude über das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder Ausdruck verlieh. Der Verein habe in diesem Jahre 5 neue Mitglieder gewonnen, wogegen drei dem Vereine durch den Tod entriffen wurden (Dr. Hakscher-Ratibor, Kämpf- Görlitz, Wilczinski-Posen), fünf andere Stellungen außerhalb Schlesiens und Polens antraten, so daß der gegenwärtige Bestand des Vereins 122 Mitglieder beträgt. Es folgt das Referat über neu erschienene Schulbücher: Memorir- und Gesangbuch für isr. Schulen v. L. Straßburger, eine neue Pentateuchausgabe nach Stufen und eine hebr. Fibel von Fuchs u. a., woran sich freie Besprechungen knüpften. — In der Hauptversammlung am 2. Juni war der Tclegirte des D. I. G. B. Hr. Dr. Honigmann erschien und verlas ein Schreiben des Bundes, worin der Wunsch geäußert war, daß der Verein 2 Mitglieder zu dem in der nächsten Zeit in Berlin stattsindenden Lehrertage behufs Feststellung eines Normallchrplanes für israel. Schulen entsenden möge. Die Versammlung wählte auf Antrag des Hrn. Dr. Badt einstimmig zu Delegirten Hrn. Dr. Samuelsohn und Herrn Dr. Brann, welche beide an dem Entwurf des von der vorjähr. Generalversammlung genehmigten Normallehrplanes für die jüdische Religionsschule den Hauptanthcil hatten. Im Auftrag der dazu gewählten Revisionskommission theilt Hr. Dr. Mattersdorf-Glciwitz mit, daß die vom stellvertretenden Schriftführer Hr. Dr. Seligmann geführten Kassenbücher und Belege eingehend geprüft und richtig befunden seien und beantragt dem Schriftführer Decharge zu ertheilen. Die verlangte Decharge wird einstimmig crtheilt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden sämmtliche Mitglieder des vorjährigen Vorstandes mit Ausnahme des Hrn. Dr. Braun, der nach Berlin übergesiedelt ist, durch Acclamation wiedergcwählt. An Stelle des Hrn. Dr. Brann wird Hr. Dr. Seligmann zum Schriftführer ernannt, so daß der gegenwärtige Vorstand aus folgenden Herren besteht: Dr. Samuclsohu, Dr. Badt, Dr. Seligmann (Breslau), Blumenfcld (Schweidnitz), Herbst! Liffa), Dr. Jacobson (Schrimm). Dr. Mattersdors (Gleiwitz). | Einem am Vorabend von Hrn. Dr. L. 'Neustadt gestellten I Antrag gemäß wird Hr. Dr. Braun zum Ehrenmitglied und : Vertrauensmann für Berlin ernannt, ebenso Hr. Dr. Cohn; in Bonn auf Antrag des Hrn. Dr. Badt. Es folgt der angekündigte Vortrag des Hrn. Dr. Mattersdorf - Gleiwitz: „Methode des ersten hebr. Uebersetzungsunterrichtes", deffen belehrenden und interessanten Ausführungen die Versammlung mit gespannter Aufmerksamkeit folgte. Der Redner resumirte am Schluß den Inhalt seines Vortrages in 7 Thesen, über! welche sich eine lebhafte Discussion entwickelte, an der besonjfcerS die Hrn. Blumenfcld-Schwcidnitz, Dr. Jacobson-Schrimm, | Liebermann-Brieg, Steiner-Gr. Strehlitz und Tintner-Bunzlan

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