Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 26 (24.6.1884)
- Date
- 1884-06-24
- Page
- Seite 409 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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409 eine vollständige, herbeigeführt, und die Inden, nachdem man ' aus und verpflichtet den Staat, jedem Arbeiter Arbeit naches ihnen gestattet hatte, folgten freudig den Fortschritten der zuweisen. Wie soll nun dies dem Staate möglich sein? Cultur. Wenn Prof. G., um die jüdische Härte gegen Ab-^ Antwort W.'s: „Indem der Staat eine weise Eintheilung trünnige zu erweisen, nach einem vereinzelten Falle in: auf dem Gebiete der Eisenbahnbauten trifft." Als wenn die Galizien suchen muß, so braucht er doch nur einen Blick in Eisenbahnbauten ewig dauerten und immer so lange liegen die Ketzergeschichte aller anderen Religionen zu werfen, um ' bleiben könnten, bis in einem oder allen Industriezweigen auf jeder Seite statt einen Hunderte von Fällen brutaler > eine Stockung eingetreten ist und nun sämmtliche unbeschäftigte Gewaltthätigkeit zu stnden, bis zur Vertreibung der Ziller-j Arbeiter zu jenen herangezogen werden könnten! Er geht die thaler aus ihrem Heimatlande in unserer Zeit; so mag er verschiedenen Parteien durch und erklärt Deutschland für einen nur die früher geltenden Gesetze gegen die Ketzer, gegen den' evangelischen Staat. Die Forderungen der Soeialdemokraten Uebertritt zu einer andern Kirche durchmustern, z. B. in ■ seien „von Fall zu Fall zu prüfen". Im Parlamente sei Schweden und Norwegen gegen die Katholiken, sowie die noch , nur die deutsch-freisinnige Partei gefährlich und nach Möglichjetzt in Rußland an Jedem, der die orthodoxe Kirche verläßt^ feit zu bekämpfen. Dann hieß es weiter: „Da Redner gerade vollstreckten Strafen sich ansehen, um sein eigenes Verfahren; bei der deutsch-freisinnigen Partei sei, so wolle er auch mit sehr auffällig zu finden. Wer aus dem Staube der Ber- > kurzen Worten die Judensrage erörtern. (Stürmischer Beifall.) gangenheit Zeugnisie für die mittelalterlichen Auswüchse einer! Er verkenne nicht, daß es auch unter unseren jüdischen Mit- Religionsgenoffenschaft herauszusuchen und im Lichte der bürgern sehr ehrenwerthe Leute gebe, allein größtentheils Gegenwart geltend zu machen sich bemüht, der muß es sich kultivirten sie den Wucher, die schwindelhafte Spekulation :c. gefallen lasten, daß vor seiner eigenen Thür der Staub in und trügen somit sehr wesentlich zur Ausbeutung unseres dichten Wolken auswirbelt, vr. Ludwig Philippson. Hierauf erfolgte keine Entgegnung Gildemeisters. Tie Verurtheilten haben Berufung bei dem Reichsgerichte eingelegt. Berlin, 10 Juni. (Privatmitth.) Am gestrigen Tage fand bekanntlich die feierliche Grundsteinlegung zum Reichstagsgebäude statt, und betheiligte sich auch der deutsche Kaiser trotz des ungünstigen Wetters daran. Es hat dieser Akt eine wahrhaft nationale Bedeutung für das gesammte deutsche Volk innerhalb des deutschen Reiches. In die Höhlung des Grundsteines wurde auch eine kaiserliche Urkunde gesenkt. In derselben wird die Hoffnung ausgesprochen, daß auch in Zukunft „die gemeinsame Arbeit für das Vaterland von Einigkeit getragen und von Segen begleitet sein werde." Dann heißt es wörtlich weiter: „Der Ordnung, der Freiheit, der Gerechtigkeit, der gleichen Liebe für alle Kreise Unsres Volkes sei unverbrüchlich diese Arbeit gewidmet." Dieses kaiserliche Wort, an welchem nicht gedeutelt werden darf, möge auch dem Theile des Volkes, der sich zur Religion des Judenthums bekennt, zu Gute kommen und denen ein Ziel gesetzt werden, welche statt „der gleichen Liebe" Haß und Zwietracht auszustreuen als ihren Berus auf Kanzel, Katheder, in Versammlungen, in Schriften, Schulen, ja im gesammten Leben ausgeben. Berlin, 12. Juni. (Privatmitth.) Die Conservativen haben für den ersten Berliner Reichstagswahlkreis in einer am 10. abgehaltenen Versammlung den Prof. Dr. Arolf > in Ungarn. Red.) hat die 13. Civilkammer hiesigen Land- Wagner als Candidaten proklamirt. Wagner hielt eine zwei-! gerichts I. unterm 24. Mai er. durch Beschluß entschieden, stündige Candidatenrede, aus welcher so recht hervorleuchtet, > daß die Verschiedenheit der Religion innerhalb des deutschen wie wirre es wissenschaftlich und praktisch in diesem Kopfe! Reichsgebiets kein Ehehinderniß sei, auch wenn die Brautleute aussieht. Er sprach sich z. B. für das „Recht auf Arbeit"! in einem Auslande staatszugehörig wären, in welchem die Volkes bei. (Rufe: Sehr richtig!) Um dies zu verbieten, sei es nicht nöthig, Gesetze gegen die Juden zu schaffen, soudern solche Gesetze zu machen, die jede Ausbeutung des Volkes verhindern und dazu gehöre in erste Linie eine weise Börsengesetzgebung, ein Gewerbegesetz, wonach es nur denen gestattet sei, ein Handwerk zu betreiben, die es regelrecht erlernt hätten, ein Gesetz gegen die verschiedenen Auswüchse im wirthschaftlichen Leben und die bereits betonten socialen Reformen überhaupt." Man ersieht hieraus, was Wagner und mit ihm die Conservativen bewußt und unbewußt zu ihrem Ziele haben. Daß der Antisemitismus gesetzgeberisch ohnmächtig sei, gestehen sie zu und hiermit, daß er nur den Werth einer subjectiven und zeitweisen Gesinnungsrichtung hat. Im Uebrigen wollen die Herren kein Parlament, sonnur eine Ständeversammlung aus Jnteressekreisen, sonst nur den absolutistischen Staat mit den Adelsvorrechten und besonders den Privilegien der Großgrundbesitzer, was die Rückkehr nicht blos zum Zunftszwang, sondern auch zur Hörigkeit, zur Leibeigenschaft zur Consequenz hat. — Auf eine Beschwerde des Rechtsanwalts I)r. Flatau i über die Weigerung des Standesbeamten des hiesigen Stanj desamt I., zwei Brautleute österreichischer Nationalität aufzubieten, weil der Bräutigam jüdischer und die Braut christlicher Confession und nach österreichischem Gesetz die Berheirathung zwischen Angehörigen dieser beiden Confessioneu verboten sei, (so viel wir wiffen, nicht in Oesterreich, sondern