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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-06-17 · Heft 25 (17.6.1884) · p. Seite 402

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 25 (17.6.1884)
Date
1884-06-17
Page
Seite 402 (sequence 14)
Language
German
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wühle des Lebens fast unbekannt und vergessen, selten nur ■ beit Fluthen gerettet, und bei dem letzten Einfall einer syrivon einem verirrten Wanderer betreten, hinter dem Schutze eschen Bande war er mit Lanze, Schwert und Bogen allen seiner Hügel lag, so waren dennoch auch in diesem kleinen voran in den Feind gestürmt, hatte den Anführer getödtet, Kreise die menschlichen Leidenschaften heimisch, und so war! daß die feigen Söldlinge die Flucht ergriffen. — Am ancs gekommen, daß die beiden Familien rechts und links des deren User im Hause Menahems waltete dessen älteste Toch- Baches, Eljakim und Menahem, seit langer Zeit sich feindlich tcr in nicht minder trefflicher Weise. Abijah hieß sie; vielgegenüberstanden, und ein vererbter Zwist sie auseinanderleicht hatte ihr der Vater diesen Namen bcigelegt, um dem hielt, die aus Freundschaft und Geselligkeit so vielen Genuß Namen des Aeltesten seines Gegners Trotz zu bieten. Nach hätten ziehen können. Die erste Ursache war der Ehrgeiz, j dem frühzeitigen Tode ihrer Mutter widmete sie sich ganz welcher Familie die Vorstandswürde in ihrer kleinen Welt; der väterlichen Wirtschaft und erzog sorgfältig ihre jüngeren gebühre, und da die übrigen Bewohner des Dorfes in dem ■ Geschwister. Auch sie war stattlich und schön; eine Fülle ererbten Unabhängigkeitsgesühle der Judäer bei ihrer Wahl: dunkler Locken umrahmte das edle Angesicht, über welches sich nach den Verdiensten, d. h. besonders nach der Freidie glänzenden Augen und der rosige Mund ein freundliches gebigkeit der Canditaten richteten, hatte es sich im Laufe der Licht breiten. Da die Felder und Obstgärten ihrer Väter Zeiten ereignet, daß bald diese, bald jene Familie des Boroberhalb des Baches zusammengrenzten, sahen die beiden zugs genoß, dem Dorfe seinen Berather und Richter zu jungen Leute sich oft. Sie sahen und liebten sich. Der geben, woraus dann jede der beiden Familien das Recht Streit der Väter hielt sie lange auseinander. Ein Zufall herleitcn wollte, diese Würde für immer zu besitzen. Hierzu brachte ihre Erklärung zu Wege. Jedoch das erste Wort, waren dann kleine Grenzstreitigkeiten und andere Eifersüchtedas Abiram über seine Wünsche zu seinem Bater sprach, erleien gekommen, so daß sie sich beiderseits in Streit und regte diesen zu heftigem Unwillen und entschiedener Weige- Feindschast verstrickten, und da die übrigen Dörfler naturrung, noch dazu, da er sich von Menahem nur einer abschlägemäß Theil daran nahmen, standen sich zwei Parteien gegengigcn Antwort gewärtigte. Die beiden jungen Leute ertrugen über, die höchstens in Stunden dringender Gefahren sich zu dies mit Ergebung, doch mit dem festen Porbchalt, in ihrer gemeinsamem Handeln vereinigten. An solchen hatte es aber Treue für einander nicht zu wanken. Und die Zeit täuschte in den letzten Jahren nicht gefehlt. Mehrfach eingetretencr ihre Zuversicht nicht. Tie jüngsten Gefahren und Bedräng- Mißwachs, plötzliche Ueberschwemmungen durch den äugeniffe hatten den feindseligen Sinn der beiden Alten umgeschwollenen Bach und, was das Bedrohlichste war, kleine zcrstimmt; jetzt, wo die reichen Erndten ihre Herzen erfreuten sprengte Banden syrischer Soldaten hatten auch dieses ent- und die Nachricht vom Frieden zwischen Judäa und Syrien legcne Dörfchen schwer heimgesucht. Gegen die Noth des und von der Wahl des verehrten Hohenpriesters zum Fürsten crstcren mußten die Bewohner einander hilfreiche Hände' des Landes auch in dem entlegenen Dörfchen vollen Jubel leihen, was auch im vollen Maße geschah; bei dem zweiten weckte — jetzt geschah cs, daß Eljakim den schmalen Steg Unglück mußte mancher Betroffene mit Lebensgefahr gerettet ( über den Bach überschritt und im Hause des Menahem die werden, und hier konnten engherzige Zwistigkeiten keine Herr- Werbung um dessen Tochter vorbrachte. Menahem zögerte schüft üben. Endlich gegen die syrischen Marodeurs hatte nicht, in die dargebotene Rechte cinzuschlagen, und man man sich mit vereinten frästen zu schützen, indem man den einigte sich bald um die Heirathsbedingungen. Das ganze Eingang zum Thale verrammelte und mit den bewaffneten Dorf hatte beschlossen, zum nahen Sukkothfeste endlich cin- Mäunern besetzte, während die Frauen von den Spitzen der mal wieder, da die Straßen frei und sicher geworden, die Hügel vorher zusammengetragene Steine gegen die etwa an- Wallfahrt nach Jerusalem anzutreten. Mit Ausnahme derer, stürmenden Räuber herabzuwälzen hatten. Solche gemeinwelchen Alter oder Siechthum die Wanderung unmöglich same Nöthen und Gefahren hatten in der jüngsten Zeit stillmachten, wollten sie allesammt zum Hciligthum ziehen, die schweigend eine gewisse Versöhnung zwischen den beiden feind- Erstlingssrüchte darzubringen. Stand cs doch im heiligen lichen Häusern herbeigeführt. Hierzu gesellte sich noch ein Buche geschrieben: „Tu und dein Weib und dein Sohn und anderes. Eljakim's erstgeborener Sohn, Abiram, war zu deine Tochter, dein Knecht und der Levit und der Fremdeincm stattlichen Jüngling herangewachsen. Kräftig gebaut, ling, der in deinen Thoren weilt, sollet euch freuen am Feste über Mittelgröße hinausragend, mit dem freien leuchtenden, und dem Herrn danken, der euch dieses gute Land gegeben." Blick und den edlen Zügen, in welchen Mannhaftigkeit und In Jerusalem sollte das Brautpaar sein Hochzeitsfcst be- Bescheidenheit zugleich sich ausprägten, war er die Stütze des gehen, denn ein Paar, das seinen Bund an der h. Stätte alternden Vaters geworden, unablässig schaffend, besonnen! geschlossen, genießt des Segens bis an sein Ende, und mäßig. Auch hatte er diese Eigenschaften mehrmals zum j (Fortsetzung folgt.) Heile des Dorfes bewährt. Drei Menschenleben hatte er aus j - -

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