Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 19 (6.4.1884)
- Date
- 1884-04-06
- Page
- Seite 302 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Tunis 2× ep/1048155
- İzmir 2× ep/1047963
- Aleppo 1× ep/1047811
- Sousse 1× ep/1045746
OCR text
302 I. Knabenschulen. Schulen i, Schülerz ahl Be- Unent- ~ zahlt zeitlich 't0I£U Jährliche Kosten Beitrag der Alliance Aleppo .... 41 76 117 7.260 4.000 Andrianopel . . Bagdad .... 105 33 138 9.378 2.150 52 78 103 12.467 4.544 Beyrouth.... 58 45 130 4.560 1.500 Caiffa. 33 32 65 1 4.232 1.560 Choumla.... Constantinopel 65 67 132 5.470 1.O00 — Balata . . . 81 75 156 10.537 6.200 — Couscoundjouk 59 56 115 7 156 2.000 — Daghamami . 65 45 110 6 940 2.400 — Galata . . . 40 75 115 20.850 4.400 — Deursche Schule 26 94 120 9 300 1 4.000 — Haskeuy . . 50 60 110 6 749 1 2.800 — Qrtakeuy . . 32 24 56 5.706 1.500 Damascus . . . 85 50 135 8 958! 2.500 j Dardanellen. . . 20 80 100 4.220 > 2.000 Fe;. 30 70 100 8.000 i 5.000 1 Jaffa. — 39 39 62.295 39.445 | Jerusalem . . . 5 110 115 30.060 2.5t 0 j Mehdia .... Philippopel . . . 34 25 59 2.976 j 600 | 110 101 211 7.590! 2.400 Roustchouk . . . 56 89 145 8.348; 2.400 Salonichi . . . 185 161 346 38.002 j 3.000 | Samakoff . . . 104 58 162 5.295 : 700 | Smyrna .... 95 138 243 20.229! 5.450 ^opa. — 522 522 25.875; 3.000 Sousse .... 52 95 147 9.075 i 2.700 Tanger .... 145 284 429 13.340 j 4.480 Tatar-Bazardjik . — 145 146 5.519 I 500 Tetuan .... 167 157 324 8 699! 5.924 Tunis. 135 796 931 68.240 9.940 Barna .... — 67 67 5.200 700 Widdin .... 1 96 97 7.671 860 Aamboli .... 56 45 101 4.400 1.000 Total. II. 1987 3845 5832 Mädchenschulen. 455.527 133.093 Zahl der @>4111^11™;!^ Jähr- Schulen | Be- Unent- Total liche der zahlt Zeitlich Kosten Alliance Adrianopel .... 157 61 218 10.650 5 420 Beyrouth .... 16 30 46 2.580 1.000 Choumla. Constantinopel 40 30 70 3.162 1 900 — Balata .... 59 87 146 6.407 2.500 — Daghamami . . 36 33 69 4.550 1.500 — Galata .... 26 129 155 14.400 3.200 — Haskeuy . . . 50 150 200 14.032 4.300 — Ortakeuy . . . 27 15 42 2 000 1.250 Tamascus .... 30 7o 100 7.000 2.500 Roustchouk .... 38 36 74 3.552 500 Salonichi .... 123 71 194 18.524 2.000 — Asyl. 59 SO 139 6.030 1.000 Smyrna. 73 71 144 6.700 2.000 Sofia. 70 30 100 8.200 2.000 Tanger. 76 105 181 6 994 2.600 Tatar-Bazardjik . . — 77 77 3.221 600 Tetuan. 63 46 109 2.490 1.400 Tunis. 66 139 205 7.264 4.750 Total. 1009 1260 III. Total. 2269 127.756 40.420 Knaben. . 5.832 Bezahlende . 2.996 Mädchen. . 2.269 8.101 Unentgeltlich 8.101 Großbritannien. London, im April. Die „Jewish World“ berichtet zwei Entscheidungen des Londoner Rabbinats, welche der Stockstabilität dieses Collegiums sehr starke Zeuggeben. In dem einen Falle entschied das Rabbinat, Taubstumme zum Minjan nicht gezählt werden sollten. — Nun beruht dies zwar auf einem talmudischen Satz. Aber Jedermann weiß, welche Fortschritte der Taubstummenunterricht in unsrer Zeit gemacht hat, und daß Taubstumme jetzt vollständig befähigt sind, dem Gottesdienste zu folgen. Wir selbst haben uns hiervon in dem israelitischen Taubstummeninstitut zu Wien zu unsrer großen Befriedigung überzeugt. Deshalb ist jener Ausspruch nicht mehr gerechtfertigt. — Der zweite Fall ist: Ein Mann, der übrigens streng orthodox lebt, und die Synagoge regelmäßig besucht, hat eine Christin geheirathet und ließ den ihm geborenen Knaben rite beschneiden. Nach dem Tode dieses Knaben untersagte das Rabbinat dennoch, denselben aus dem jüdischen Friedhof zu begraben. Wollte das Rabbinat den Grundsatz, daß das Kind der Religion der Mutter folgt, ausrecht erhalten, so lag doch hier der Fall vor, daß der Knabe mit Einwilligung der Mutter wie des Vaters zum Judenthum übergetreten war. Man kann sich denken, daß dieser Fall großes Aufsehen erregte und überall den Vorwurf „jüdischer Intoleranz" hervorrief. London, 19. April. Ueber den in Limerick in Irland stattgefundenen Exceß gegen einen Juden erfährt man jetzt Genaueres. Es hatten sich sechs Arbeiter vor dem Polizeirichter zu verantworten, weil sie das Haus eines Juden Namens Leib Seine theilweise zerstört und diesen selbst mißhandelt hatten. Leib wußte keinen Grund anzugeben, wo-; durch er sich den Unwillen der Bolksmassen zugezogen hätte. Der Polizei-Inspektor sagte jedoch, daß in dem Hofe des Leib Geflügel bei lebendigem Leibe mit Mefferstichen verwundet worden sei, um Blut für das Osterfest zu gewinnen. Dies habe die Nachbarn wider die Juden aufgebracht, worauf es am Sonntag Abend zu Ausschreitungen gekommen sei. j Der Bürgermeister erklärte, er werde derartige schmähliche Gewaltthaten unter keiner Bedingung dulden. Die Schlachtung von Hühnern sei nicht strafbar; alle Hühner, welche müßten auch geschlachtet werden, und niemand in Aufregung. Den armen Inden müsie Schutz gewährt werden. Zwei der Angeklagten wurden zu einem Monat Haft mit Zwangsarbeit verurtheilt; die übrigen aber gegen Bürgschaft auf freien Fuß gesetzt. (Man sieht hieraus, daß es sich um „Messerstiche" in die lebenden Hühner gar nicht handelte, sondern nur um das einfache Schächten derselben nach ritueller Vorschrift, wobei es gerade auf Entfernung des Blutes aus dem Thiere ankommt, da der Jude nach dem Gesetze gar kein Blut verdie Christen äßen, doch versetzte dies