Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1884)
- Date
- 1884-04-08
- Page
- Seite 242 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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242 per eines geschlachteten Mädchens enthielt. Als sie in der Heimathsgemeinde anlangten und der Jude sich unter Dankesbezeugungen entfernen wollte, herrschte ihn der Richter an, daß er sein Gefangener sei, und ohne auf dessen erstaunte Frage eine Antwort zu ertheilen, berief er die Geschworenen und Dorfältesten zusammen, die er mit einer Rede empfing, in welcher er sagte, daß nun alle Pester Advokaten zusammengenommen nicht bestreiten werden können, daßdieJuden Chrifienblut benutzen, er habe ein oorpus delicti in der Hand. Und mit feierlicher Miene hob er den Sack aus dem Wagen und legte ihn vor den Versammelten auf die Erde, worauf er mit einer dem Anlasse entsprechenden Feierlichkeit den Sack öffnete: „Hier ist das hingeopferte Christenmädchen!" rief er emphatisch aus und mit einem kühnen Griff brachte er die bedauernswerthe — Gans zum Vorscheine. Der Richter ward erst seines „Versehens" gewahr, als die Dorfbewohner hell auflachten. Der Jude aber wurde mitsammt der Gans sofort freigelassen. Anzeigen. T«« Mp«« werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- 111 OCX Lv3 folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Ja unserer Gemeinde ist die Rabbiner- Stelle mit einem jährlichen Gehalt von 3200 Mark «ad Rebeueiukommeu zum 1. Oktober er. za besetzen. Die Ertheilung des Religionsunterrichts an dem hies. königt. Gymnas., sowie die Funktion als Dirigent der hier bestehenden Religionsschule, und die Vertretung des ersten Rabbiners, da wo es erforderlich wird, ist mit der Stelle verbunden. Bewerber wollen sich bei dem Unterzeichneten Vorstand unter Beifügung ihrer Zeugnisse melden [B. 6470] Der Borstaad der Syuagogeu-Gemeiade zu vromberg. Louis Aronsohn. Bl. Kahn s Institut und Pensionat München. Bisherige Frequenz: 1730 Schüler. Die Anstalt, an der 10 tüchtige Lehrkräfte wirken, bereitet für den kaufmännischen und gewerblichen Beruf vor. — Im Penfionate finden auch Schüler anderer Anstalten und Handlungslehrlinge treffliche Verpflegung und gewissenhafte Beauffichtigung. Beginn des Sommersemesters am 21. April. Prospekte und näheren Aufschluß durch [M. 6589] M. Kahn. Direktor, Thal 11. Die erste Lehrerstelle an unserer ReligioaS-Schule mit einem jährlichen Gehalt von 1500 Mark ist zum 1. Juli er. zu besetzen. Seminaristisch gebildete Lehrer, die zugleich musikalische Bildung besitzen, um im Synagogeu-Chor (Tenor oder Baß) Mitwirken zu können, wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse bis zum 15. Mai er. bei dem Unterzeichneten Vorstand melden. jB. 6468a] Der Vorstand der Syuagogeu-Gemeiade zu Lromberg. Louis Aronsohn. Die zweite Lehrerstelle an unserer «eligionS-Schule mit einem jährlichen Gehalt von 1050 Mark ist znm 1. Juli er. zu besetzen. Seminaristisch gebildete Lehrer, die zugleich musikalische Bildung besitzen, um im Synagogen-Chor (Tenor oder Baß) Mitwirken zu können, wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse bis zum 15. Mai er. bei dem Unterzeichneten Vorstand melden. jB. 6468b] Der Vorstand der Syuagogeu-Gemeiade zu Lromberg. Louis Aronsohn. Für ein wohlerzogenes gebildetes Fräulein (Waise), aus einer den bessern Ständen ungehöriger israel. Familie, wird eine Stelle gesucht, entweder als Bonne, oder zu einer einzelnen Dame als Gesellschafterin, Vorleserin rc. rc. sAl. 6509] Vorzügliche Empfehlungen stehen zur Sette. Gefl. Offerten unter Z. 3927 bittet man an Rudolf Masse, München zu richten. Pensionat und Höhere Töchterschule von [18611] Frau Dr. Lcversou in Hannover, Ehrergartenstraße 3 und 4. Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Das neue Semester beginnt am 1. Mai. Handels-Institut und Pensionat I. Ranges in Brüssel (Belgien), gegründet im Jahre 1863, 168—170 Chaussee d’Etterbeck, dem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L. Kahn. [L. 4053] Stipendium der Riesser-Stiftung. Das zum Andenken an Ctabriel Riesser gestiftete Stipendium für einen israelittschen Studirenden der Universität Heidelberg soll mit M. 500 für die Zeit vom 1. April 1884 bis dahin 1885 vergeben werden. Die Anmeldungen sind spätestens bis znm 7. April d. J., unter Beifügung der Zeugnisse in Abschrift, an den Unterzeichneten Vorsitzenden der Verwaltung zu richten. [L. 6261] Frankfurt o- M-, im März 1884. Dr. Jacob Auerbach (Pfingstweidstraße 14). Junge Mädchen, die eine hiesige Lehranstalt besuchen wollen, finden in einer ruhigen, gebildeten Familie unter Aufsicht einer Lehrerin gute Pension. Näheres auf Wunsch durch Herrn Direktor Dr. Wahl in Erfurt. [L. 6086] Eine für das.höhere Lehrfach geprüfte junge Lehrerin wünscht Stellung in einem Penfionate oder einer Familie. Gefl. Offerten sub P. 5730 an Rudolf Rosse, Leipzig. [L. 5730]