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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-04-01 · Heft 14 (1.4.1884) · p. Seite 227

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 14 (1.4.1884)
Date
1884-04-01
Page
Seite 227 (sequence 15)
Language
German
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_227 jenes kaiserliche Decret der Kirche znr Schmach gereiche^ so dürfe man dies nicht, wie der Staatsanwalt wolle, für Später richtete er noch mündlich, als der Kaiser die Kathedrale I einen Stilfehler ausgeben, der zu entschuldigen sei, sondern von Mailand betreten wollte, in der Kirchenthüre an denselben j habe darin einen bedauerlichen Rückfall Luthers in die alte eine eindringliche Ermahnung gleichen Inhalts und setzte es j staatskirchliche Anschauung zu erblicken, welchen die Protestandurch, daß der Kaiser sein Decret zurücknahm. Diese Besten den Muth haben müßten, als solchen anzuerkenncn und theiligung von zwei Bischöfen an jenem Synagogenbrand ist wieder gut zu machen. Wie der Kaiser Theodosius gerechter der Anfang einer Reihe von Missethaten und Gcwaltthätiggewesen sei als der Bischof Ambrosius, so habe im Sinne leiten, welche gegen die Juden von den Christen verübt! des erstcren das deutsche Reich gehandelt, als es das Gesetz worden. Erst Luther war es, der mit seiner Lehre diesen vom 3. Juli 1860, betr. die Gleichberechtigung der Confes- Berirrungen entgegcnwirkte und mit der Anerbietung von! sioncn in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung auf- Liebe und Gerechtigkeit den Juden gegenübertrat, namentlich 1 stellte, während die protestantische Theologen- und Pastorenin dem Tractat vom Jahre 1523, „daß Jesus Christus ein Schaft noch mit der Anerkennung des Prinzips der staatlichen geborener Jude sei", und in der Erklärung des 1-1. Psalms,! Gleichberechtigung der Confessionen zurückhalten, (lieber die wo er sagte: „Verdammlich ist die Wuth einiger Christen,! Gründe, aus welchen Luther aus einem Freunde zu einem wenn man sie anders Christen nennen darf, welche wähnen,: so heftigen Feinde der Juden geworden, giebt es Nachrichten, Gott zu gehorchen, wenn sie die Juden mit äußerstem Haß die sie als sehr materielle bezeichnen.) verfolgen, alles Böse gegen sie ersinnen und ihres Elendes mit Hochmuth und Verachtung spotten." Wenn dann freilich; Von den Juden in Indien. Luther selbst zwanzig Jahre später die ganz entgegengesetzte Daß auch die eingeborenen Juden in Indien in die Aeußcrung thuc, welche in dem Prozeß wegen des Svna- Culturbewcgung eingetreten, beweisen einige Mittheilungen gogenbrandes in Neustettin eine so große Rolle spielt, und von der Universität in Bombay. Zum ersten Male befand den Rath ertheile, „die Synagogen 511 verbrennen, den Juden sich unter den Schülern dieser Universität eine indische Jsraeihre Gebetbücher wegzunehmen, den Rabbinern das Lehren litin. Miss Mary Samuel Perry. Zwei junge Beni-Jsrael zu verbieten und schließlich sic aus dem Lande auszutreiben", haben Grade und fünf sehr gute Roten erhalten. Anzeigen. Tv> 4-/\ werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- E 11 »vl (* LC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. ZuäM-Neotog. Seminar, Krestau. Die Aufnahmeprüfung für das bevor- | stehende Sormnersemestcr findet am Dienstag j den 22. und Mittwoch den 23. April er. statt, j Meldungen sind an unseren z. Borsitzen-! den Herrn I)r. Zuckermann zu richten. (Br. 609*2] Das Lehrerkollegium I Junge Mädchen, die eine hiesige Lehranstalt besuchen wollen, finden in einer ruhigen, gebildeten Familie unter Aufsicht einer Lehrerin gute Pension. Näheres auf Wunsch durch Herrn Direktor vr. Wahl in Erfurt- |L. sosc] Unterricht und Pension für taubstumme Kinder durch (B. 51S0] Schiller, König!. Taubstummenlehrer, Berlin, Kastanien-Alle *23. Für mein wohlerzogenes, den Anspüchen der Jetztzeit gebildeten Mündel (israel.) mit einem vorläufig flüssigen Vermögen von 30,000 Mark suche ich mit einem soliden tüchtigen Kaufmann, Fabrikanten, auch Arzt, behufs Berheirathung in Verbindung zu treten. Ernstlich directe Anerbietungen mit Angabe der Berhältnisie werden unter Zusicherung strengst. Discretton srrb M. a. 28114 an Lud. Stoffe, Erfurt erbeten. [B. 6039] Pensionat und Höhere Töchterschule von (18611] Fra« Dr. Leverson in Hannover, Hhirrgarlenstraße 3 und 4. Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Das neue S mestcr beginnt am 1. Mai. Handels-Institut und Pensionat I. Ranges in Brüssel (Belgien), gegründet im Jahre 1863, 168—170 Chaussee «1’Et.ter!»eck, dein 1‘ark Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L. Rahn. [L. 4053] Pensionat und höhere Töchterschule von Geschw. Sobernheim, Bingen a. Rh. Veste Referenzen. Mäßige Bedingungen. Eintritt kann jederzeit stattfinden. [F. 330] Israel. Tächter-Pensionat und Höhere Unterrichts-Anstalt. Gegründet 1864. — Aufnahme jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. — Referenzen großer Gelehrter und der Ellern früherer und jetziger Zöglinge. [L. 1607]; Fra« Direktor Therese Grouan. | Berlin, 2. Hindersin-Straße — Königs-Platz. j Zur Beaufsichtigung and Pflege der Kinder, wie zur Erthnlung des Handarbeitunterrichts an die weiblichen Zöglinge suche ich gegen gutes Gehalt ein gebild. gesetztes Mädchen. Kindergärtnerinnen erhalten den Vorzug. [L. 5741] Krau Johanna Mareks, Vorsteherin des isr. Waisenhauses für Westfalen und Rheinland in Paderbor».

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