Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1883)
- Date
- 1883-11-20
- Page
- Seite 769 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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769 mit einem Mädchen aus sehr anständiger und wohlhabender! Christenfamilie verlobt, brennt er acht Tage vor der Hochzeit von seinem Posten ohne Urlaub durch, weil ihm ein anderer Siebenzwetschkenbaum-Edelmann aus Siebenbürgen. Baron Bornemisza, Gelegenheit bietet, eine vielfache jüdische Millionärin zu heirathen. Ich constatire das confessionelle Verhältniß, weil derselbe Magnat, der Rosenfeld als „Juden" für satisfactionsunfähig erklärt, keinen Ansland nimmt, sich mit dem Gelde einer jüdischen Frau zu rangiren. Die alten Schoßberger sind Juden der gewöhnlichsten Handelssorte: aber Papa Schoßberger hat sich bis zum mehrfältigen Großgrundbesitzer emporgeschwungen, weil er unter dem Bach'schen Regime den Plan für die Einführung des Tabakmonopols in Ungarn ausgearbeitet und dabei sein Schäfchen ins Trockene gebracht. Das Töchterchen Ilona vergafft sich in den „bildsaubern" Rosenfeld in Marienbad, und da sie nie gewohnt ist, sich eine Laune zu versagen, erhält ein galizischer Rabbi, der den Kreuzbrunuen seine Gansfetten loswerden will, eine hohe Summe, um mit Jgnorirung aller gesetzlichen Vorschriften eine Trauung nach altjüdischem Ritus unter freiem Himmel zu improvisiren. Die Talmi-Frau kehrt aber zu ihren Eltern zurück, denn die Quasi-Heirath sollte ja nur benutzt werden um eine Preffion auf die alten Schoßbergers auszuüben und einer Enterbung vorzubeugen; sonst wäre eine Entführung wohl das richtige Auskunftsmittel gewesen. Auch gaben die Alten dieser Pression nach und schickten Berlobungskarten aus, da die Trauung jedenfalls wiederholt werden sollte. Da tritt der Gatte der Schwester Jlona's, eben jener Baron BornemiHa in Aktion und droht, jeden Umgang mit den Schwiegereltern (nicht aber mit der Kaffe des Papa Schoßberger) abzubrechen, wenn man ihm den „Juden" zum Schwager gebe; er selber werde einen Grafen Batthyanyi herbeischaffen. Nun geht das Jammern der Mama Schoßberger los: „hätt'st noch mehr werden können, als die Schwester, einen Batthyanyi hast dir verscherzt!" Und Fräulein Ilona läßt sich „zwingen", zu Paris in Notre-Dame an's Taufbecken, läßt sich „zwingen", gerade acht Tage vor dem Duell auf einem der väterlichen Güter mit „ihrem Stapherl" an den Traualtar zu treten. Nun, der „Stapherl" ist hin: aber Gräfin ist Frau Ilona. Börne's und Heine's Gräber. In einem Telegramme aus Paris vom 2. Nov. (Allerseelen) wird der „Boff. Ztg." gesagt: „Die Gräber Börne's und Heine's trauerten in gewohnter Berlaffenheit." — Ist das zu verwundern, da beide Schriftsteller unter dem Banne eines doppelten Exils auf dem Pariser Gottesacker liegen, des Exils aus Deutschland und aus der väterlichen Religion! Würden die irdischen Reste dieser beiden Männer auf einem jüdischen Friedhofe in Deutschland liegen, wie anders würde j es um ihre Gräber stehen! Anzeigen. werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XI lOül wC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingeben. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Die Stelle eines j Schächters und Vorbeters in dem zur hiesigen Kultusgemeinde roffor-! tierenden Reustadt a. Aisch soll mit einem Jahreseinkommen von circa! M. 1200 bis M. 1400 baldmöglichst besetzt werden. > Hierauf Reflektierende wollen ihre Mel- ) düngen nebst den erforderlichen Zeugnissen! innerhalb 4 Wochen an den Unterfertigten > einsenden. I Reisekosten werden nur dem Gewählten > erstattet. 1.16570] | Diespeck in Mittelfranken, 28. Okt. 1883.; Der iirael. KultuSvorstand.; L. Schonwasser. j Cantorstelle-Gesuch. Ein junger seminaristisch geb. ReligiouSlehrer und sehr guter Vorbeter mit guten Mufikkeuutoifieu sucht zum 1. Januar oder 1. April 1884 Stellung. Offerten unter E. J. 16764 durch Rudolf Mosse, Leipzig erbeten. [16764] Vorbeter gesucht. Wegen Erkrankung des bisherigen Beamten wird für die hiesige Gemeinde auf 1. Februar 1884 oder früher ein gewandter Vorbeter und Baal Kore mit angenehmer kräftiger Stimme gesucht. Meldungen mit Zeugnissen wollen baldigst gerichtet werden an das [ 172031 Lauphcim (Württemb.), November 1883. Israelitische Kircheuvorsteheramt. Wir suchen möglichst zum 1. Januar 1884 einen seminaristisch geprüften Religionslehrer, welcher gleichzeitig das rituelle Schächten auszuüben vermag, bei einem jährlichen Einkommen von 12—1500 Mark zu engagiren. Bewerber belieben sich nnter Beifügung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten zu melden. [16911] Halberstadt, im November 1884. Der Vorsitzende der Vereiuiguug „Tolerautia". Leopold Lewin. Ein israel. Lehrer der evglischeu und sranzöstscheu Sprache sucht eine Stelle. Offerten sud 6. F. 16998 an Rudolf Masse, Leipzig erbeten. [16998] Ein geb. junges Mädchen sucht in einem seinen Israel. Hause Stelluug zur Erlernung des Haushaltes. Gefl. Offert, unter 8.16783 an Rudolf Masse, Leipzig._[16783) Auf Grund der Annonce des Herrn N. Crouheim zu Greifswald in Nr. 44 dieses Blattes, betreffend den Handel mit —&2 Gänsen, erklärt hiermit der Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Greifswald, daß der hiesige Religionslehrer und Schachet nur Herr M. Weißbluhm ist, dagegen ist obiger Herr Cronheim kein Religionslehrer u. Schachet in Greifswald. [16912]