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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-15 · Heft 42 (15.10.1883) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 42 (15.10.1883)
Date
1883-10-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Eiu nn-attciisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mar!. Abonne-! ment in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern» außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Phttippson in Bonn. GXpeöiLion: Leipzig, Woßprcrh 18 In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr.L.PHllivpson in Bonn direct, in allen übrigen an die 1 Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichsalls an letztere einzusenden. 47. Jahrgang. Leipzig, den 15. October 1883. No. 42. Inhalt. Leitende Artikel: Zum Succoth-Feste. — Petersburger Briefe. Unsere Gegenwart und Zukunft. IV. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Altenkunstadt. — Oesterreich-Ungarn: Wien» Aus Ungarn, Pest. — Frank reich: Paris. — Schweiz: Genf.— Rußland: Petersburg. — Asien: Damaskus. — Bonn: Notizen Notizen. — Feuilleton. Tie h. Schrift im Schauspiel der Reformations-Zeit. (Schluß.) Bonn, 10. October. Zum Succoth-Felle. Welch' ein eigenthümliches Fest, wie es selbst nur annähernd wohl kaum noch einmal gefunden wird'. Einem ganzen Volke wird geboten (3. Mos. 23, 39 ff.): „Am 15. Tage des 7. Monats, da ihr eingesammelt den Ertrag des Landes (Obst -, Oel - und Weinernte), feiert das Fest des Ewigen sieben Tage; am ersten Tage Ruhefeier, und am achten Tage Ruhefeier. Und nehmet euch am ersten Tage Frucht des Baumes Hadar, Palmzweige und Aeste vom Baume Aboth und Bachweiden und freuet euch vor dem Ewigen eurem Gotte sieben Tage. In Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage, alle Einheimischen in Israel sollen wohnen in Hütten." Das Fest in diesem seinem Ritual sollte j also örtlich nicht auf Jerusalem beschränkt sein, wie das Darbringen des Peßachlammes, sondern das ganze Volk in allen seinen Städten, Dörfern, Weilern, ja einsamen Gehöften sollte seine Häuser verlaffen mit all der darin vorhandenen Behaglichkeit und geringerem oder größerem Luxus — denn wie auch die Cultur eines Volkes, eines civilisirten oder halb civilisirten, beschaffen sei, in der Länge der Zeit schafft es sich nach seinen Begriffen und seinem Geschmack einen Luxus in seiner häuslichen Umgebung — cs sollte seine Häuser verlassen, sich Laubhütten bauen und darin wohnen sieben Tage. In dem Lapidarstyle des Gesetzbuches, welcher nur die Umriffe eines Gesetzes aufzeichnet, die Aussührung im Einzelnen dem freien Geiste des Volkes und den obwaltenden Verhältniffen überlaffend, wird nicht angegeben, wo und wie diese Hütten zu errichten seien, in denen doch die ganzen Familien die angegebene Zeit „wohnen" sollen. Ein weiteres Bild von diesen Hütten gibt uns das Buch Nehcmia (8, 14 ff.). Die bei Esra versammelten Stamm - Häupter, Priester und Leviten unter den aus Babel nach dem heiligen Lande zurückgekehrten Exulanten „fanden in der Lehre geschrieben, daß der Ewige durch Moses befohlen» daß die Söhne Israels wohnen sollten in Hütten am Feste im siebenten Monde; und daß sie verkündigen und den Ruf ergehen lassen durch all' ihre Städte und durch Jerusalem, sprechend: Gehet auf das Gebirge und holet Zweige des Oelbaums und Zweige des wilden Oelbaums und Zweige der Myrthe und Zweige der Palme und Zweige stark belaubter Bäume (rcy *r*y), Hütten zu machen, wie beschrieben. Da ging das Volk hinaus und holte herbei und machte sich Hütten, jeder auf seinem Dache und auf ihren Höfen , und auf den Höfen des Hauses Gottes und auf dem Platze am Wasserthore und auf dem Platze am Ephraimsthore. Und es machte die ganze Versammlung derer, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, Hütten und sie wohnten in Hütten und es war eine sehr große Freude." — Gibt uns dieser Bericht eine genauere Vorstellung von den Orten, wo und von dem Material, aus welchem die Hütten errichtet ^worden, so srägt cs sich doch, ob damit der Sinn des Ge- I setzes getroffen und zur Ausführung gebracht worden. Tie , Verhältnisse der Exulanten zur Zeit obiger Feier waren noch

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